Auf eine Reihe von Straßenbaustellen müssen sich die Autofahrer 2025 im Tölzer Land einstellen. Unter anderem reagiert das Staatliche Bauamt auf Fahrradunfälle am Blomberg.
Im Bereich Straßenbau stellt im südlichen Landkreis heuer ein Thema alles andere in den Schatten: Laut dem Staatlichen Bauamt Weilheim soll 2025 endlich der Baubeginn für die Tölzer Nordspange erfolgen. Darüber hinaus plant die Behörde aber auch noch eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die den Verkehr auf den Bundesstraßen teils einschränken werden. Eine Übersicht:
Eine Veränderung steht heuer beim Fahrradweg entlang der B472 zwischen Bad Tölz und Bad Heilbrunn an. Laut Martin Herda, der im Staatlichen Bauamt die Abteilung Straßenbau Süd leitet, passierten hier im Sommer 2024 auf Höhe des Blomberg-Parkplatzes kurz hintereinander zwei ähnlich gelagerte Unfälle. Es sei jeweils zur Kollision gekommen, als Radfahrer aus der vom Parkplatz kommenden Unterführung kamen und auf den Radweg abbiegen wollten. Dort hätten sie andere Radfahrer übersehen. Grund seien die schlechten Sichtverhältnisse gewesen.
Diese Gefahrenstelle soll laut Herda nun entschärft werden, indem man den Radweg, der hier durch eine Senke führt, nach oben direkt neben die B472 verlegt. Von der Unterführung kommend soll dann die Einmündung in den Radweg über eine kleine Schlaufe führen. In diesem Zuge solle der ganze Bereich inklusive Bushaltestelle auch etwas umgestaltet werden. „Wir wollen die Maßnahme im Frühjahr umsetzen, damit der veränderte Bereich den Großteil der Fahrradsaison zur Verfügung steht und Unfälle vermieden werden“, sagt Herda.
Noch in lebhafter Erinnerung ist vielen Autofahrern sicher die aufwendige Sanierung der B472 zwischen Sindelsdorf und Untersteinbach mit wochenlangen Umleitungen 2018. In diesem Jahr nun geht es auf dem anschließenden, circa zwei Kilometer langen Straßenabschnitt bis zum Ortseingang von Bad Heilbrunn weiter. Dort, zwischen der Einmündung der B11 bei Untersteinbach und der Ein㈠mündung der von Langau kommenden Töl5, ist die B472 laut Herda „in relativ schlechtem Zustand“. Deshalb solle die Fahrbahn saniert werden. Die Arbeiten sollen laut Herda nachts unter Vollsperrung laufen. Tagsüber könne der Verkehr über eine gefräste Straßenfläche fließen. Ein Termin steht laut Herda noch nicht fest. An Kosten kalkuliert er mit 900.000 Euro.
Eine weitere Sanierung auf einer Bundesstraße steht laut Herda zudem zwischen Benediktbeuern und Bichl an. Auf einer 700 Meter langen Strecke zwischen dem Ortsausgang von Benediktbeuern und dem Abzweig nach Bichl (Kocheler Straße) werde voraussichtlich in den Sommerferien die Fahrbahn saniert. Weil die Umleitung relativ unproblematisch sei – über die Kreisstraße Töl3 am Kloster vorbei beziehungsweise für den überörtlichen Ausflugsverkehr über die A95 – könne hier voraussichtlich auch tagsüber gearbeitet werden. Die Sanierung kostet geschätzt 280.000 Euro.
Südlich von Urfeld am Walchensee stehen laut Herda Bauarbeiten an der B11 an. Hier, wo es an der Reißenwand schon zu Murenabgänge gekommen sei, werde ein zweiter Durchlass unter der Straße verlegt. Zweck ist, dass bei Starkregen das von der Bergflanke herunterkommende Wasser unter der Straße hindurch in den Walchensee abgeleitet werden kann, um eine Überflutung der B11 zu verhindern. Um Gestein und Erdreich aufzuhalten wurden im Hang schon vor einigen Jahren Gabionenwände eingebaut. Für die Baumaßnahme reicht laut Herda sehr wahrscheinlich eine jeweils halbseitige Sperrung der B11 aus.
Auf der B13 wird heuer ab dem Abzweig der Töl16 auf Höhe Aldi/dm in Richtung Süden die Deckschicht erneuert. Die Arbeiten sind laut Herda zunächst auf einem 500 Meter langen Teilstück nötig, dann folge ein 500 Meter langes Stück, auf dem die Fahrbahn in Ordnung sei, dann wieder 700 Meter, auf denen etwas gemacht werden muss. „Die Arbeiten sollen nachts erfolgen“, sagt Herda. Die Auswirkungen auf den Verkehr schätzt er als „überschaubar“ ein, da die Umleitung über die parallel laufende Töl16 erfolgen könne. Die Kosten sind mit rund 250.000 Euro veranschlagt.
Saniert wird auch die Kreisstraße Töl10 von Sachsenkam nach Piesenkam, und zwar auf einem 800 Meter langen Teilstück von der B13 bis zur Landkreisgrenze. Die Kosten in Höhe von geschätzt 240.000 Euro trägt der Landkreis.
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Dass die Staatsstraße 2072 „in keinem sonderlich guten Zustand“ ist, wie es Herda formuliert, ist kein Geheimnis. Die von vielen ersehnte und teils vehement geforderte Sanierung kommt auch 2025 nicht. Südlich von Bad Tölz, auf Höhe des Weilers Knapp (Gemeinde Wackersberg), werden heuer aber einige besonders schlimme Schadstellen geflickt, kündigt Herda an.
Eine abschnittsweise Sanierung, insbesondere zwischen Wegscheid und Bad Tölz, sei im Staatlichen Bauamt zumindest „in Vorbereitung“. Eine deutliche Verbesserung in der Jachen㈠au ist laut Herda perspektivisch zumindest an der Stelle zwischen Bäcker und Höfen in Aussicht, wo die Staatsstraße für den Radwegbau verlegt werden soll. Das passiert aber wie berichtet wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr. Darüber hinaus plane man, die Staatsstraße, „in den nächsten Jahren zumindest verkehrssicher zu erhalten“, sagt Herda.
In Vorbereitung ist dem Abteilungsleiter zufolge auch die Vollendung der Sanierung der Staatsstraße 2368, in die in den vergangenen Jahren bereits 6,5 Millionen Euro flossen. Noch fehlt das letzte Teilstück südlich von Kirchbichl über Ellbach bis zum Weiler Oberhof. (ast)