CSU hadert mit den Bauhof-Plänen der Freien Wähler

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Seit 2015 sind die Container an der Geiersteinstraße mit Asylbewerbern belegt. Ende des Jahres läuft der Pachtvertrag aus. © arp/Archiv

Den geplanten Umzug des Bauhofs auf das Kasernenareal betrachtet die Lenggrieser CSU nach wie vor sekptisch. Das war aber nur eines von vielen Themen in der Verssammlung in Neuwirt.

Lenggries – Die Veranstaltung „Lenggries – heute, morgen“ hat bei der CSU schon Tradition. Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl ging vor etwa einem Dutzend Zuhörern im „Neuwirt“ auf die aktuellen Herausforderungen für die Kommune ein. Die Themenpalette war groß und reichte von der Kaserne bis zur Unterbringung von Asylbewerbern.

Auch Private können ans Nahwärmenetz anschließen

Beim Pflegeheim-Neubau läuft alles wie geplant. Innen seien alle Gewerke zu Gange, „und es beginnt die Arbeit an den Außenanlagen“, sagte Schöttl. Der Anschluss an die Nahwärmeversorgung sei erfolgt. Die Bauarbeiten in der Karwendelstraße dagegen hätten sich gezogen. „Es gab etliche Einschränkungen auf einer der Hauptverkehrsachsen“, für das Verständnis wolle er sich bedanken, so Schöttl. Zahlreiche kommunale Liegenschaften werden nun vom Heizwerk neben der Schule versorgt. Im Zuge der Leitungsverlegung habe es zudem Anfragen von anderen Anliegern gegeben, ob sie ans Netz anschließen können. Für diesen Anschluss nicht kommunaler Liegenschaften hatte der Gemeinderat im Mai den Weg prinzipiell frei gemacht. Das Ganze sei aber komplex, sagte Schöttl.

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Neubau für Ganztagsbetreuung der Grundschüler

Zudem müsse man im Auge behalten, dass die Kapazitäten des Heizwerks beschränkt sind und künftig weitere kommunale Liegenschaften dazu kommen könnten. Beispiel: der Neubau für die Mittagsbetreuung. Wie berichtet gibt es ab dem Schuljahr 2026/27 einen Rechtsanspruch für Grundschüler auf acht Stunden Betreuung pro Tag – inklusive Unterrichtszeit. „Auch in den Ferien sind nur maximal 20 Schließtage möglich“, zeigte Schöttl die Herausforderungen auf. Der Neubau ist dort geplant, wo derzeit die Container der Mittagsbetreuung stehen. „Gebaut wird erst einmal für 150 Schüler. Durch die Modulbauweise ist aber eine Erweiterung möglich.“

Wo wird es zukünftig in Lenggries noch möglich sein, Gewerbeflächen auszuweisen?

Immer noch nicht so richtig glücklich ist die CSU mit den Plänen der Freien Wählergemeinschaft fürs Kasernenareal. Besonders der angedachte Umzug des Bauhofs auf einen Teil der Flächen gefällt der CSU nicht – auch deshalb nicht, weil es keine Kostengegenüberstellung gegeben habe, was Umzug und was Sanierung im Bestand gekostet hätten, sagte Schöttl. Auch Altbürgermeister Werner Weindl (CSU) hadert mit den Plänen. „Wo wird es zukünftig in Lenggries noch möglich sein, Gewerbeflächen auszuweisen?“, fragte er. „Eine wachsende Gemeinde braucht wachsendes Gewerbe.“ Die Flächen nahe der Kläranlage, die man einst ins Auge gefasst hatte, scheitern nach wie vor am Anbindegebot. „Eigentlich gibt es dann nur noch die Kaserne.“ Er frage sich da schon, „ob es sinnvoll ist, da den Bauhof anzusiedeln“. Schöttl teilt diese Bedenken, aber die Mehrheit im Gemeinderat habe es eben anders beschlossen, dem werde man sich natürlich nicht verschließen. „Ob es richtig ist oder nicht, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen.“

Wird die Asylunterkunft in der Kaserne genehmigt?

Für das ehemalige Lehrsaalgebäude auf dem Kasernenareal – es ist in Privatbesitz – gibt es einen Bauantrag, um dort rund 100 Asylbewerber unterzubringen. Der Gemeinderat hatte das abgelehnt. Ersetzt das Landratsamt das Einvernehmen und macht so den Weg für die Belegung frei, werde man auf jeden Fall auf die Auflösung der Containeranlage an der Geiersteinstraße pochen, betonte Schöttl. Für sie läuft ohnehin Ende des Jahres der Mietvertrag aus. Die im Mai eröffnete Unterkunft an der Scharfreiterstraße sei momentan „zu einem Drittel gefüllt“, sagte Schöttl. Generell müsse jede Gemeinde im Landkreis ihren Beitrag leisten – „auch, weil die Städte überproportional belastet sind“. Man müsse aber auch darauf achten, dass sich keine Brennpunkte entwickeln. Derzeit leben in Lenggries laut dem Vize-Bürgermeister etwa 110 Asylbewerber und Bleibeberechtige sowie 96 Ukrainer.

Sorge über neues Bundeswaldgesetz

Dass es ein gutes Miteinander in der Gemeinderatsfraktion gibt, betonte dann deren Chef Josef Wasensteiner. Aber auch mit allen anderen Fraktionen „kann man reden. Vom Grundsatz her funktioniert das gut.“ Ansonsten brannten Wasensteiner noch der Wolf, die Vorgaben im geplanten neuen Tierschutzgesetz zur Kombihaltung und vor allem das neue Bundeswaldgesetz auf den Nägeln. „Die EU hat hier ein Bürokratiemonster geschaffen. Bei uns hätte das katastrophale Auswirkungen.“ Weindl regte an, zum nächsten CSU-Parteitag einen Antrag zu formulieren, um über den Europaabgeordneten Manfred Weber vielleicht noch Einfluss nehmen zu können.

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