Seniorenheim, Löwen, neue Wohnungen: Bürgerversammlung informiert umfassend zu wichtigsten Laubener Themen

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Bürgermeister Mathias Pfuhl informierte die Bürgerinnen und Bürger im Lauf der mehr als dreistündigen Veranstaltung ausführlich über alle relevanten Entwicklungen in der Gemeinde. © Sabine Stodal

Die Bürgerversammlung in Lauben lieferte einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen des Jahres und einen Ausblick auf die anstehende Projekte.

Lauben – Zentrales Thema des Abends waren die Bauvorhaben im Ort. Dazu gehören die notwendige, mit fünf Millionen Euro veranschlagte Sanierung des Gemeinschaftshauses Birkenmoos, der Bau des Mehrgenerationenparks sowie die gemeindlichen Überlegungen, auf dem Gelände des maroden Hallenbads an der Schule eine weitere Kita zu schaffen – entweder durch eine Umnutzung des Bestandsgebäudes oder durch einen Neubau. Zudem erläuterte Bürgermeister Mathias Pfuhl den Stand der Dinge beim seit Langem geplanten, aber bislang nicht umgesetzten neuen Seniorenpflegeheim.

Seniorenheim in Lauben im Oberallgäu: Projekt stockt

Ein Investor hatte angekündigt, auf dem Grundstück neben dem ehemaligen Pflegeheim „Sonnenhof“, das Ende 2023 seinen Betrieb eingestellt hat, eine vollstationäre Seniorenpflegeeinrichtung mit 80 Pflegeplätzen sowie drei Gebäude mit barrierefreien Miet- und Eigentumswohnungen zu errichten. Seit Oktober 2024 besteht Baurecht. Dennoch stockt das Projekt. „Der Investor ist seither kaum mehr greifbar“, erklärte Pfuhl.

Weder seien dessen Grundstücksverhandlungen mit dem Grundstückseigentümer abgeschlossen noch seien die einzureichenden Unterlagen vollständig. Kontaktaufnahmen verliefen fruchtlos. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum es nicht weitergeht“, so der Rathauschef im Gespräch mit dem Kreisbote. Inzwischen führe der Projektpartner Gespräche mit potenziellen neuen Investoren, die das Vorhaben möglichst wie geplant umsetzen sollen. Positiv sei, dass die potenziellen Betreiberin des Pflegeheims, die Charleston Holding GmbH aus Martinszell, nach wie vor mit an Bord sei. „Darüber sind wir sehr froh.“

Gasthof Löwen – Abriss unausweichlich

Auch die Zukunft des Gasthofs Löwen wurde thematisiert. Vor Jahren war der geplante Abriss des traditionsreichen und ortsbildprägenden, aber maroden Gebäudes im Ort heftig umstritten. Mittlerweile sei allen klar, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich darstellbar wäre, so der Rathauschef. Der Löwen wird also früher oder später abgerissen. Das Ergebnis des Schadstoffgutachtens steht noch aus.

Wann und wie es danach weitergeht, ist offen. Die eigens durchgeführte „Bürgerwerkstatt“, bei der Ideen für neue Nutzungskonzepte gesammelt wurden, habe zu keinem einhelligen Ergebnis geführt. Auch das anschließende Markterkundungsverfahren brachte nur zwei – letztlich ungeeignete – Interessenten. Pfuhl: „Wir haben den Löwen in der Prioritätenliste zurückgestellt. Woanders ist dringenderer Handlungsbedarf.“

Wohnraum, Wärmeplanung und Mobilfunk Thema bei Bürgerversammlung in Lauben

Im Bereich Wohnungsbau tut sich einiges in Lauben: Neben dem Andreashof sind 20 neue Wohneinheiten („voraussichtlich zur Miete“) geplant. In der Laubener Straße soll eine Tiny-­House-Siedlung entstehen – der erste Bauantrag liegt beim Landratsamt – und im Baugebiet „Am Drumlin“ sind alle 20 Plätze für Einfamilienhäuser vergeben. Zudem plane der Bauträger ein Reihenhaus und zwei Mehrgeschossbauten. „Eines davon könnte möglicherweise für Eigentümer, eines für Mieter sein.“

Auch die Gemeinde selbst erwägt, einen Mehrgeschossbau zu erreichten. „Wir diskutieren noch, ob das so realisierbar ist, wie uns das vorschwebt.“ Klärungsbedarf bestehe unter anderem beim Vergaberecht. „Wir möchten nach Möglichkeit eine europaweite Ausschreibung umgehen.“ In Sachen Mobilfunk herrsche in der Bevölkerung Unzufriedenheit über die schlechte Netzabdeckung. Der Funkmast in Lauben werde momentan nur von der Telekom bedient. In Heising sei im August 2025 vom Landratsamt die Baugenehmigung für einen Masten am Hochbehälter erteilt worden.

In Sachen Kommunale Wärmeplanung, die bis Mitte 2028 abgeschlossen sein muss, habe die Gemeinde beim ZAK angefragt, ob ein Anschluss an die bestehende Nahwärmeleitung zwischen ZAK und der Käserei Champignon möglich sei. „Aber da haben wir wenig Hoffnung. Wenn es der ZAK nicht macht, wird es schwierig mit einem Nahwärmenetz.“

Ehrenbürgerwürde für Erika Kröner

Ein Höhepunkt des Abends war die Ehrung von Erika Kröner. Für ihr jahrzehntelanges, außerordentlich großes ehrenamtliches Engagement – unter anderem in der Nachbarschaftshilfe, der Gemeindebücherei und für die Sozialstiftung – verlieh die Gemeinde ihr die Ehrenbürgerwürde. Kröner hatte ihr Engagement 2024 aus Altersgründen niedergelegt.

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