Die Gemeinde Lauben denkt konkret über den Bau einer neuen Kindertagesstätte nach – und das an prominenter Stelle:
Lauben – Auf dem Gelände der alten, seit Jahren geschlossenen Schwimmhalle und der direkt darüberliegenden sanierungsbedürftigen alten Turnhalle der Grundschule könnte eine moderne Kita sowie Räume für die Ganztagsbetreuung der Schulkinder entstehen. Eine entsprechende Machbarkeitsstudie ist bereits beauftragt. Deren Ergebnisse werden im Herbst erwartet.
„Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, auf dem Areal eine Kita mit zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen sowie eventuell Räumen für die Ganztagsbetreuung zu errichten“, berichtet Bürgermeister Mathias Pfuhl im Gespräch mit dem Kreisboten. Die Idee einer zusätzlichen Kinderbetreuungseinrichtung am Ort ist nicht neu, erhält durch den akuten Personalengpass in der bestehenden Kita „St. Ulrich“ aber neue Dringlichkeit.
Enge Personalsituation in der Kita Sankt Ulrich in Lauben
Nach den Sommerferien können dort aufgrund des Weggangs mehrerer Mitarbeiterinnen voraussichtlich eine Krippen- und eine Kindergartengruppe nicht mehr betrieben werden. Zwar können die Kinder, die die Einrichtung bereits besuchen, intern umverteilt werden und auch der Wechsel der Krippenkinder in den Kindergarten ist sichergestellt, für Neuanmeldungen zum Herbst kann jedoch aktuell keine Platzzusage getätigt werden.
In gemeinsamen Bemühungen konnten die Gemeinde und das Kita-Zentrum „St. Simpert“ in Augsburg, das Träger der Einrichtung ist, einige alternative Plätze in den Einrichtungen „St. Theresia“ sowie „Christophorus“ in Durach und „St. Maria“ in Frauenzell auftun. Die Suche nach weiteren Plätzen in umliegenden Einrichtungen läuft. Ideal ist diese Lösung für die betroffenen Familien aufgrund der teils weiten Fahrtstrecken indes nicht.
Mehrere Fliegen mit einer Klappe
Mit dem angedachten Neubau könnte die Gemeinde gleich mehrere Herausforderungen auf einmal lösen. „Wir reagieren damit nicht nur auf die aktuelle Platznot, sondern würden uns auch auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung und die zu erwartende Nachfrage vorbereiten“, so Pfuhl. Die bestehende Mittagsbetreuung an der Grundschule sei im Landkreisvergleich überdurchschnittlich stark nachgefragt. „Momentan reicht uns der Platz noch, aber wenn die Zahlen steigen und die Ganztagsbetreuung dazukommt, brauchen wir voraussichtlich mehr Räume.“
Zur Standortfrage erklärt er, die Verortung an der Schule sei sinnvoll und der Zustand des Schwimmbads und der Schulturnhalle spräche für deren Abriss. „Die Turnhalle ist stark sanierungsbedürftig. Sie wird nur noch für Einzelsportstunden genutzt – ansonsten gehen die Kinder die paar Meter bis zur neuen Sporthalle.
Das Schwimmbad ist völlig marode und schon lange geschlossen. Um es wieder benutzbar zu machen, wäre eine energetische Sanierung, eine Modernisierung der Technik und Beckenanlagen und die Reparatur der Lecks im Becken nötig. Das würde rund 1,5 Millionen Euro kosten, bei maximal 500.000 Euro möglicher Förderung – und dabei sprechen wir noch nicht einmal von einer Komplettsanierung. So gern wir das Bad auch erhalten würden, das ist wirtschaftlich einfach nicht darstellbar.“
Machbarkeitsstudie läuft
Ob aus der neuen Idee Realität wird, hängt nun vom Ergebnis der laufenden Machbarkeitsstudie ab. In den Prozess eingebunden ist auch die Schulleitung, damit man prüfen könne, inwieweit schulische Belange durch den KiTa-Standort betroffen sind bzw. deren Belange bei einem Neubau auch Berücksichtigung finden können. Im Herbst will der Gemeinderat über die nächsten Schritte entscheiden.
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