Isny schreibt Geschichte: Die neue Bürgerstiftung startet mit über 560.000 Euro Kapital und 105 Gründern für gemeinnützige Projekte in der Stadt.
Isny – Der Bürgermeister sieht ein „neues Kapitel für die Ewigkeit“, Mitinitiatorin Sibylle Lenz spricht von „einem Stück Geschichte“ und Kollege Rainer Leuchtle stellt fest: „Diese große Beteiligung unserer Bürger ist Wahnsinn!“ Alle drei standen bei der Gründungsversammlung der neuen „Bürgerstiftung Isny“ auf der Bühne. Die startet mit einem Kapital von 561.811 Euro und 105 Gründungsmitgliedern in ihre Arbeit.
Die Höhe des Stiftungskapitals und die breite Basis in der Bürgerschaft sind bemerkenswert, so der in den Vorstand gewählte Rainer Leuchtle gegenüber dem „Kreisboten“. Er ist stolz darauf, dass sich so viele Menschen mit ihrer Einlage dafür engagieren, in der früheren freien Reichsstadt mit ihren aktuell rund 15.000 Einwohnern für gemeinnützige und mildtätige Projekte aktiv zu werden. „Wir legen das Geld konservativ und sicher an, spekulative Aktionen sind kategorisch ausgeschlossen“, umschreibt Leuchtle die Pläne der neuen Organisation.
Neue Isnyer Bürgerstiftung verwendet nur Erträge
Demnach darf das Stiftungsvermögen nicht angetastet werden, Projekte dürfen nur aus den finanziellen Erträgen bezahlt werden: „Erfahrungsgemäß werden circa drei Prozent jährlich erwirtschaftet.“ Damit sollen u. a. Projekte in den Bereichen Bildung und Erziehung, Naturschutz, Kultur und Sport, Heimatpflege, Denkmalschutz, Jugend- und Seniorenarbeit oder auch bei der Kriminalprävention unterstützt werden.
Bürgermeister Rainer Magenreuter sieht das bürgerliche Engagement mit Wohlwollen: „Die Kommunen sind bald pleite, sie müssen ihre Leistungen zurückfahren, da kommt so eine Stiftung gerade zur rechten Zeit!“ Allerdings darf sie keine Aufgaben übernehmen, zu denen die Stadt gesetzlich verpflichtet ist, betonte Magenreuter.
Bei der feierlichen Unterzeichnung der Stiftungssatzung durch die 105 Gründer gab der eine oder die andere die Beweggründe für das Engagement preis: „Ich habe 1.000 Euro gestiftet, um etwas für die Jugend in Isny zu tun“, sagte Anna, eine ältere Dame. Freundin Marianne nickte: „Mein Beitrag soll helfen, die Seniorenarbeit zu unterstützen, außerdem wäre es gut, einer mir bekannten Familie zu helfen – durch den Tod der Mutter steckt die jetzt in großen Schwierigkeiten.“ Ein vor 50 Jahren nach Isny gezogenes Ehepaar möchte die Denkmalpflege unterstützen: „Das gehört zu unserer Heimat, das möchten wir erhalten.“
Viele machen mit, das gibt Zusammenhalt in der Stadt
Viele sind mit dem Mindestbetrag von 1.000 Euro dabei, Mittelständler, kleine Unternehmen, aber auch „global player“ aus Isny haben für die Bürgerstiftung tief in die Tasche gegriffen. „Das freut uns wirklich sehr, das schweißt unsere Stadt zusammen“, so Leuchtle, der zusammen mit Monika Hodrus, Florian Grimm, Frank Reubold und Sibylle Lenz den Vorstand bildet. „Isny kann Stiftung, die Leidenschaft unserer Bürger, das ist einfach toll“, rief Lenz in den Saal und erntete tosenden Beifall dafür.
Nun werden Vorschläge und Ideen aus der Bürgerschaft gesammelt, bei welchen Projekten die neue Stiftung aktiv werden könnte, mitarbeitende Finanzfachleute werden die besten Anlagemöglichkeiten suchen, Vorstand, Aufsichtsrat und Stiftungsversammlung werden darüber entscheiden. Mitglied kann man jederzeit werden, auch Spenden sind willkommen. Weitere Infos finden sich unter www.buergerstiftung-isny.de
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