Konflikte beim Radwegbau - Neue Projekte längst im Fokus: Ickings Blick in die Zukunft

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Bürgerversammlung: Rund 90 Ickinger kamen ins Dorfener Vereineheim. © hans lippert

Bürgermeisterin Verena Reithmann nahm sich Zeit, um Projekte zu erklären. Offenbar gibt‘s wenig Unzufriedene in der Gemeinde Icking.

Dorfen – Die Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets, Fortschritte bei der kommunalen Wärmeplanung und der Neubau beziehungsweise die Sanierung des Feuerwehrhauses in Dorfen: Bürgermeisterin Verena Reithmann nahm sich am Mittwochabend viel Zeit, um die rund 90 Besucher im Vereineheim über anstehende Projekte aufzuklären. Zudem informierte Landrat Josef Niedermaier zur Unterbringung von Asylbewerbern und prangerte die schwierige Umsetzbarkeit von Radwegprojekten an. Dass sich nach den Vorträgen nur wenige Bürger zu Wort meldeten und kein Antrag gestellt wurde, erschien dennoch überraschend.

Niedermaier lobte die Ickinger zunächst für ihre Kooperationsbereitschaft bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden im Landkreis müsse er hier nicht den „Mediator spielen“. In enger Abstimmung mit dem Landratsamt laufen auch die Vorbereitungen für den Bau der neuen Zweifachturnhalle an der Grundschule. Gute Nachrichten gab’s für die von Verspätungen und Zugausfällen geplagten S-Bahn-Pendler. Niedermaier hat erfahren, dass die weit voneinander entfernten Außenäste der S7 – Wolfratshausen und Kreuzstraße – bald getrennt werden. Dadurch würde die Bahn nur noch in die Münchner Innenstadt fahren und das Verzögerungsrisiko minimiert werden. Der sofortige zweispurige Ausbau der zum Teil eingleisigen Strecke lasse sich aber ebenso schwer realisieren wie der Bau eines Radwegs zur Nachbargemeinde Schäftlarn. „Die persönlichen Interessen der Grundstückseigentümer haben leider schon manches Projekt verhindert“, bedauerte der Landrat.

Enteignungen für Radwege? Rechtlich womöglich vertretbar - Landrat: „Gäbe böses Blut“

Bürgermeisterin Verena Reithmann hält im Sinne des Allgemeinwohls sogar teilweise Enteignungen für rechtlich vertretbar. „Das wäre spaßbefreit und gäbe böses Blut“, prognostizierte Niedermaier. In der Tat erntete die Rathauschefin für ihren Vorstoß in Dorfen nicht nur Applaus. So gaben einige Bürger zu bedenken, dass viele Rennradfahrer ohnehin lieber die Straße statt Radwege nutzen würden.

Unkommentiert blieben dagegen Reithmanns Ausführungen zur kommunalen Wärmeplanung, die durch eine erst kürzliche erhaltene Förderzusage des Bundes wesentlich erleichtert wird. Einer umfangreichen Bestands- und Potenzialanalyse zur Nutzung erneuerbarer Energien in den Ortsteilen stehe somit nichts mehr im Wege. Dank Solarthermie, Abwärme, Biomasse, oberflächennaher Geothermie und Flusswasser ließen sich nach Reithmanns Einschätzung eine jährliche Mindesterzeugerkapazität von 2354 Kilowatt (kW) und eine Energieeinspeisung von 5100 Megawattstunden (MWh) pro Jahr erzielen.

Neues Gewerbegebiet soll entstehen: Neben der B11 können Unternehmen angesiedelt werden

Darüber hinaus will die Gemeinde weitere Großprojekte anpacken. So soll der Neubau oder die Sanierung des renovierungsbedürftigen Feuerwehrhauses in Dorfen spätestens 2027 vollzogen sein. Etwas früher sei mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebiets am Dorfener Maisfeld neben der B11 zu rechnen. Zur Neubebauung eines Gemeindegrundstücks an der Attenhauser Straße warb die Bürgermeisterin für eine Ideensammlung der Bürger. Möglich wäre hier die Errichtung eines Spielplatzes.

Stimmungskiller auf der Straße: Schlaglöcher sorgen für Frust

Überschaubar blieb die Zahl der Wortmeldungen am Ende. So wünschte sich Ludwig Mock eine Beseitigung der Schlaglöcher an der Meilenberger Straße. Reithmann konnte seinen Ärger über diese „Stimmungskiller“ nachvollziehen und versprach eine baldige Sanierung.

Aktuelle Nachrichten aus Icking lesen Sie hier.

Helmut Jäger fühlte sich wie „ein Volltrottel“, weil er die von der Gemeinde für Hauseigentümer angeregte Dichtheitsprüfung für Grundstücksentwässerungsanlagen gezahlt habe und sich andere aus ihrer Verantwortung gestohlen haben. Laut Reithmann haben etwa 22 Prozent der Gemeindebürger noch nicht auf diese Aufforderung reagiert. Aufgrund der derzeit überlasteten Handwerkerfirmen kam es hier zu Verzögerungen.

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