Zwölf neue Grüne treten an – alle vier alten Räte sind weg

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Mit vielen neuen Gesichtern gehen die Heilbrunner Grünen in den Wahlkampf (h. v. li.): Ida Hauptmann, Kilian Waldherr, Susanne Hill, Norbert Deppisch, Mirko Dejung, Volker Klein sowie (vo.) Dr. Wilma Lau, Laura Dejung, Cecilia Höfling, Sonja Münster und Dr. Carla Courtois. Nicht auf dem Foto: Martin Schwarz, Hannah Niedermeier und Leo Annaberger. © Patrick Staar

Die Heilbrunner Grünen starten komplett neu in die Kommunalwahl. Alle bisherigen Gemeinderäte sind nicht mehr dabei oder gewechselt.

Bad Heilbrunn - Einen großen Umbruch gibt es bei den Heilbrunner Grünen. Die vier bisherigen Gemeinderäte stellen sich allesamt nicht mehr zur Wahl oder sind auf Listen anderer Gruppierungen zu finden. Zwischenzeitlich war unklar, ob und wie es weitergeht. Doch nun zauberten die Grünen für die Kommunalwahlen gleich zwölf neue Kandidaten aus dem Hut. Ein Großteil stammt aus dem Ortsteil Langau, hat einen akademischen Hintergrund und erachtet den Radweg nach Penzberg als eines wichtigsten anstehenden Projekte.

Die Kandidaten

1-3: Mirko Dejung

4-6: Volker Klein

7: Cecilia Höfling

8: Susanne Hill

9: Laura Dejung

10: Martin Schwarz

11: Sonja Münster

12: Norbert Deppisch

13: Dr. Wilma Lau

14: Hannah Niedermeier

15: Dr. Carla Courtois

16: Leonhard Annaberger

Die Grünen waren bislang mit vier Sitzen die drittstärkste Fraktion im Gemeinderat. Doch nun kehrte Bernd Rosenberger nach einem Intermezzo bei den Grünen zur CSU zurück. Hans Gerbig kandidiert für die neu gegründete Bürgervereinigung Bad Heilbrunn. Kilian Spindler und Manuela Kragler, die beide keine Partei-Mitglieder sind, ziehen sich komplett aus der Gemeindepolitik zurück. Der einzige Kandidat mit kommunalpolitischer Erfahrung ist somit Norbert Deppisch auf Listenplatz zwölf, der schon zweieinhalb Legislaturperioden im Gemeinderat gesessen ist.

Demo für den Radweg nach Penzberg geplant

Dass nun ein Neuanfang gelungen ist, liegt maßgeblich an Mirko Dejung, der viele Grüne „eingefangen“ hat. Der 51-Jährige ist auch Sprecher des neuen Grünen-Ortsverbands Loisachtal. Eines seiner Hauptziele sei ein sicherer Schulweg, sagte er in seiner Vorstellungsrede. Er habe sich dafür eingesetzt, dass der überfüllte Schulbus durch einen größeren Gelenkbus ersetzt wird: „Das schützt unsere Kinder davor, dass sie morgens an der Bundesstraße stehen bleiben zu müssen.“ Ebenso kämpfe er für Zebrastreifen und Tempo 30 „in relevanten Bereichen“. Den Radweg nach Penzberg erachte er als ein „Muss für unsere Region“ Er kündigte an: „Ich werde mich mit Aktionen wie einer Raddemo dafür starkmachen.“

„Fehlender Radweg ärgert mich seit ich vor 13 Jahren“

Ähnliche Ziele verfolgt der Zahnarzt Volker Klein, der bislang in Penzberg tätig war und die Listenplätze vier bis sechs belegt: „Der fehlende Radweg ärgert mich, seit ich vor 13 Jahren in die Langau gezogen bin. Ich werde alles dafür tun, dass er doch noch verwirklicht wird.“ Klein ist 63 Jahre alt und „frisch im Ruhestand“. Dies gebe ihm die Möglichkeit, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Die erste Frau auf der Liste ist die Baumpflegerin Cecilia Höfling, die aus Seeshaupt nach Bad Heilbrunn gezogen ist. Als gelernte Geologin habe sie sich sehr viel mit dem Klima beschäftigt, dieses Thema sei ihr Steckenpferd. Sie wisse, dass die „aktuellen Entwicklungen über alle errechneten Modelle hinausschießen“.

Wunsch nach lebendigerer Ortsmitte

Susanne Hill auf Platz acht sagte, dass es bei den Themen sichere Schulwege, sichere Radwege und Anbindung an den ÖPNV noch viel Platz nach oben gebe, „gerade in den umliegenden Ortsteilen“. Für extrem wichtig hält sie es, das Thema bezahlbarer Wohnraum in den Griff zu bekommen. Als „wunderschön“ empfände sie ein Heilbrunner Ortszentrum mit „Orten, wo gutes Wohnen und gutes Arbeiten stattfinden kann: Moderne Büroflächen, moderne Arbeitsplätze, ein kleines Café, vielleicht ein Laden für tägliche Besorgungen“. Dies wünscht sich auch Sonja Münster (Platz elf): „Ich fände es nett, wenn wir einen Ortskern hätten, in dem man abends spazieren und Eis essen gehen kann und in dem man den einen oder anderen Nachbarn trifft – das fehlt in Bad Heilbrunn bislang völlig – leider.“ Damit liegt sie auf einer Linie mit Biotechnikerin Laura Dejung, die sich ein „respektvolles Miteinander von Einheimischen und Zugezogenen“ wünscht. Besonders am Herzen liegen ihr ein besseres Radwege-Netz und bessere Busverbindungen. Abgerundet wird die Liste durch den nicht anwesenden Martin Schwarz (Platz zehn) und die Biochemikerin Dr. Wilma Lau, die früher Utrecht (Niederlande) gelebt hat. Utrecht gelte als eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt, daher wisse sie: „Da geht bei uns noch viel.“ Lau sagte, sie sei aus Norddeutschland, „aber trotzdem nett“.

„Mehrgenerationenhaus – das war schön“

Die Plätze 14 und 16 belegen die nicht anwesenden Hannah Niedermeier und Leonhard Annaberger sowie von der Luxemburger Chemikerin Dr. Carla Courtois, die sich neben bezahlbarem Wohnraum und einem Radweg nach Penzberg in Bad Heilbrunn vor allem ein Mehrgenerationenhaus wünscht: „Ich habe in München in einem Mehrgenerationenhaus gewohnt. Alle haben sich gegenseitig geholfen, keiner war allein – das war schön. Ich fände es wichtig, so etwas auch hier zu fördern.“