Spatenstich für Arztpraxen und 64 Wohnungen: Jahrzehntelanger Traum wird wahr

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Der erste Spatenstich für das neue Ortszentrum ist erfolgt. Die Bauarbeiten sollen bis 2027 abgeschlossen sein. Viele Wohnungen sind bereits verkauft.

Bad Heilbrunn - In der Bad Heilbrunner Ortsmitte geht es mit Riesenschritten vorwärts. Vor gut drei Monaten reichte die Firma „Denkmalneu“ die Pläne für den Bau von drei Gebäuden beim Landratsamt ein, am vergangenen Dienstag traf die Baugenehmigung ein. Gestern ging der erste Spatenstich über die Bühne. Noch vor Weihnachten soll der Aushub erledigt sein und der Bau der Tiefgarage starten. Im ersten Quartal 2027 soll alles fertig sein.

Schwerpunkt sind Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen

Wie berichtet sind in der Ortsmitte im ersten Bauabschnitt 64 Wohnungen, mehrere Arztpraxen, eine Apotheke sowie eine Tiefgarage mit 90 Stellplätzen geplant. Die Wohnungen haben ein bis drei Zimmer und sind rund 30, 60 oder 90 Quadratmeter groß. „Der Schwerpunkt sind Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen, weil da der Bedarf im Ort am größten ist“, erläuterte Thomas Scherer, Geschäftsführer von „Denkmalneu“. Nach seinen Worten sollen die weiteren Gebäude „Stück für Stück und von Quartal zu Quartal“ erreichtet werden. Der Bauantrag für das vierte Gebäude direkt gegenüber dem Rathaus sei bereits eingereicht. Insgesamt ist „Denkmalneu“ für sieben große Gebäude und acht Doppelhaus-Hälften verantwortlich. Für drei weitere Gebäude ist die Lenggrieser Baugenossenschaft zuständig.

„Da müssen Engel mitgewirkt haben“

Er wohne seit 50 Jahren in Bad Heilbrunn, sagte Uwe Mertens, ebenfalls Geschäftsführer bei „Denkmalneu“: „Ich bin tief ergriffen, dass ich als alter Bad Heilbrunner die neue Ortsmitte mitgestalten darf. Das ist was ganz Besonderes. Ich stehe unter vielen Augen, und alle schauen: was machen die da?“ Jedes Haus solle ein etwas anderes Gesicht bekommen. So solle ein Lebensgefühl entstehen wie in einer italienischen Kleinstadt: „Es soll nichts in Retorte hingestellt werden wie in vielen Städten in den USA.“ Als bemerkenswert empfand Mertens die Tatsache, dass es nicht mal vier Monate bis zur Baugenehmigung dauerte: „Ich weiß nicht, wer da alles mitgewirkt hat, aber es müssen Engel gewesen sein.“

Der Markt war nicht gut und der Preis auch nicht“

Diesen Aspekt betonte auch Thomas Scherer: „Von Ankauf bis Baubeginn war das eines der schnellsten Projekte, das wir je durchgezogen haben.“ Viele der 64 Wohnungen seien bereits verkauft, auch weil Sparkasse und Raiffeisenbank voll mitgezogen hätten. Dabei seien die Verantwortlichen von „Denkmalneu“ erst mal skeptisch gewesen, als Bürgermeister Thomas Gründl sich erkundigte, ob die Firma bereit sei, das Projekt zu übernehmen: „Der Markt war nicht gut und der Preis auch nicht. Und nach nicht mal zwölf Monaten stehen wir da, haben Baugenehmigung, Kaufvertrag und Finanzierung.“

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Er habe sich „wochen- und monatelang“ den Kopf über der Planung zerbrochen, sagt Scherer weiter. Viele Probleme seien zu lösen gewesen. So sei der Boden sehr torfhaltig und entsprechend schwach.

„Der Spatenstich ist ein Moment, auf den wir seit Jahrzehnten hingefiebert haben“

Ergriffen zeigte sich Thomas Gründl: „Der Spatenstich ist ein Moment, auf den wir seit Jahrzehnten hingefiebert haben.“ Als er 2008 als Bürgermeister startete, sei es darum gegangen, den „gordischen Knoten“ mit der Kurfürstin AG zu lösen: „Durch den Wandel in der Kur ist das Ortszentrum jahrzehntelang brach gelegen.“ In seiner ersten Amtszeit gelang der Erwerb des Postgebäudes, 2015 kam es zur Einigung und zum Kaufvertrag mit der Kurfürstin AG. In Gründls dritter Amtszeit erwarb die Gemeinde auch noch das Grundstück des Sanatoriums Strauß.

Entwicklung „eine Herausforderung“

„Als eine der wenigen Gemeinden haben wir jetzt die Möglichkeit, ein eigenes Dorfzentrum zu entwickeln – eine Herausforderung.“ Die Gemeinde habe zunächst viele Experten ins Boot geholt, die Folge seien zu hohe Kosten und ein Defizit von zwölf Millionen Euro gewesen. So kam es zur Notbremsung und zum Neustart mit „Denkmalneu“.

Ärzte und Apotheke auf 600 Quadratmetern

Die Gemeinde sei ganz bewusst Eigentümerin der 600 Quadratmeter großen Fläche im Erdgeschoss geblieben, in die Ärzte und Apotheker einziehen werden. Gründl: „Wir wollen ein starker Verpächter sein – Ärzte und Apotheker sind für den Ort mindestens so wichtig sind wie ein Nahversorger.“ Einziehen werden, wie berichtet, Dr. Christopher Hummel mit seiner Apotheke, die Hausärztinnen Dr. Kerstin Hüpgens und Dr. Nicole Scholz sowie Dr. Raphaela Engel, Ärztin für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin. Gründl betonte: „Dass sie Heilbrunn stärken wollen, ist herausragend, ihnen gebührt Dank.“

Mit dem Spatenstich fiel heute in Bad Heilbrunn der Startschuss für die Neugestaltung der Ortsmitte. Beteiligt waren etliche Gemeinderäte Bürgermeister, Planer und Mitarbeiter der Baufirma Kilian Willibald.
Mit dem Spatenstich fiel heute in Bad Heilbrunn der Startschuss für die Neugestaltung der Ortsmitte. Beteiligt waren etliche Gemeinderäte Bürgermeister, Planer und Mitarbeiter der Baufirma Kilian Willibald. © Arndt Pröhl

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