Kerstin Hüpgens wird die Nachfolgerin von Allgemeinarzt Friedrich Bauer – und freut sich schon auf den Umzug ins neue Heilbrunner Ärztehaus
Bad Heilbrunn – Hausärzte-Wechsel in Bad Heilbrunn: Dr. Kerstin Hüpgens wird am 1. April die Nachfolge von Dr. Friedrich Bauer antreten: „Ich freue mich total, dass es geklappt hat“, sagte die 46-Jährige bei ihrer Vorstellung im Gemeinderat. Sie hofft, dass sie mit ihrer Praxis möglichst bald ins neue Ärztehaus in der Ortsmitte umziehen kann.
Geplant ist die Umwandlung in eine Terminpraxis
Die gebürtige Rheinländerin wird vorerst in Bauers Praxis tätig sein. Wegen der notwendigen Umbauarbeiten werden die Behandlungsräume in der letzten März- und ersten April-Woche geschlossen bleiben, kündigt die 46-Jährige an. Im Rahmen der Digitalisierung müssten Firmen kommen, die Geräte und Programme installieren. Hüpgens kündigt an: „Die Praxis wird ein bisschen aufgemöbelt.“ Auch sonst werde sich viel ändern.
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Geplant sei die Umwandlung in eine Terminpraxis, die Patienten hätten damit in Zukunft weniger Wartezeit. Zudem werde es bei Hüpgens keine Karteikarten mehr geben, sondern eine elektronische Patientenakte: „Die Befunde sind im Rechner, wir heften keine 20 Zettel je Patient ab.“ Nicht zuletzt könnten sich die Patienten auf modernste Geräte einstellen – gleich, ob es um Ultraschall, Lungenfunktion oder EKG geht.
Behandlungsspektrum wird erweitert
Hüpgens will auch ein breiteres Behandlungsspektrum anbieten. Sie will kleinere chirurgische Operationen übernehmen und ist als Proktologin tätig, sprich: Sie behandelt Erkrankungen des Enddarms. „Wenn nach einer langen Gemeinderatssitzung die Hämorrhoiden zwicken, sind Sie bei mir genau richtig“, sagte die 46-Jährige schmunzelnd in Richtung der versammelten Gemeinderäte. „Und wenn jemand ein Muttermal entfernt haben will: gerne her damit.“
Wie ist bei ihr der Gedanke entstanden, sich gerade auf Proktologie zu spezialisieren? „Das ist ein sehr spannendes Fachgebiet und ein kleines Nischengebiet“, antwortet die 46-Jährige. Es gebe nur sehr wenige Proktologinnen, zugleich seien Leiden am Enddarm weit verbreitet: „Viele Leute trauen sich nicht, darüber zu reden. Aber wenn sie sich mal in die Praxis trauen, kann man ihnen gut helfen.“ Meist seien eine konservative oder medikamentöse Behandlung sowie eine Lebensstil-Änderung ausreichend: „Es muss nicht immer eine Operation sein.“
Neue Hausärztin verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung
Die Rheinländerin verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. Sie hat ab 1997 in München studiert, war Oberärztin für Viszeral- und Thoraxchirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum Dachau. Beim renommierten Dr. Reinhard Ruppert absolvierte sie eine Weiterbildung zur Proktologin. Vor zwei Jahren begann sie mit einer Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin, im Juli 2023 legte sie die Prüfung ab. Nun führt sie das erste Mal eine Praxis mit Kassensitz und ist das erste Mal ihre eigene Chefin. Das medizinische Personal will sie von Friedrich Bauer übernehmen.
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„Bad Heilbrunn wächst – ich glaube, dass die Praxis viel Potenzial bietet“, sagt Hüpgens. „Ich habe schon von vielen Patienten gehört, dass sie froh sind, dass es weitergeht. Ich glaube, das wird gut.“ Die Zusage, dass in Bad Heilbrunn ein Ärztehaus gebaut wird, sei für sie die Grundvoraussetzung gewesen, die Praxis zu übernehmen.
In der Freizeit ist sie gerne in den Bergen unterwegs
Hüpgens wird im neuen Ärztehaus quasi Tür an Tür mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Nicole Scholz arbeiten. Beide würden sich nicht in die Quere kommen, glaubt Hüpgens: „Wir bedienen ein ganz anderes Spektrum. Viele Praxen sind überlastet. Ich glaube, dass genügend Arbeit für beide da ist.“ Bei einem Treffen hätten sie beide sich gut verstanden, sagt Hüpgens. „Ich glaube, es wird eine gute, kollegiale Zusammenarbeit, in der man sich austauschen und gegenseitig vertrauen kann.“
Wenn Hüpgens nicht in ihrer Praxis arbeitet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man sie „irgendwo in den Bergen“ antrifft: „Ich bin dann immer draußen“, sagt die begeisterte Mountainbikerin, die auch oft wandert. Im Winter fährt sie viel Ski, ist beim Langlaufen oder geht Skitouren.