Hans Gerbig und Michael Herrmann gründen eine neue Liste in Bad Heilbrunn. Sie hoffen auf Unterstützung von jungen Menschen. Die Themen werden am Donnerstag besprochen.
Bad Heilbrunn - Bislang gibt es im Bad Heilbrunner Gemeinderat drei Fraktionen: die CSU, die Freien Wähler und die Grünen. Doch nun deutet immer mehr darauf hin, dass sich die Zusammensetzung erheblich verändern wird. Gerade formiert sich eine parteiunabhängige „Bürgerliste Bad Heilbrunn“, die bei den Kommunalwahlen im März 2026 um Wählerstimmen werben wird. Angeführt wird sie von Hans Gerbig, der bislang den Grünen angehört hat, und Michael Herrmann, Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Benediktbeuern-Bichl. Die neue Gruppierung trifft sich an diesem Donnerstag, 25. September, um 19.30 Uhr zu ihrer konstituierenden Sitzung im Gasthaus Kronschnabl.
„Extrem schwierig“, junge Leute zu finden
Die Idee zur Gründung einer neuen Liste ist vor vier Monaten entstanden. „Michael Herrmann hat mich gefragt, was ich davon halte“, sagt Gerbig. „Ich habe gesagt: Das ist eine gute Idee.“ Es sei schließlich „extrem schwierig“, junge Leute zu finden, die sich für ein öffentliches Amt zur Verfügung stellen. Seine Hoffnung ist, „dass wir mit der unabhängigen Liste gerade jüngere Leute ansprechen, die sich nicht mit der CSU, den Freien Wählern oder den Grünen verbandeln wollen“.
„Mit den Grünen aufzutreten, gilt als Makel“
Gerbig ist 70 Jahre alt und seit längerer Zeit in Rente. Quasi als Hobby betreibt er weiterhin eine kleine Privatpraxis für Präventivmedizin. Schmunzelnd erklärt er: „Mein Motto ist ein Tag, ein Patient. Und nicht mehr als zwei Patienten pro Woche.“ Seit Januar 2022 gehört der Mediziner dem Heilbrunner Gemeinderat an – Gerbig ist damals für Norbert Deppisch nachgerückt, der sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hat. Im März 2026 würde Gerbig liebend gerne wieder in den Gemeinderat einziehen, „aber mir ist auch ist klar, dass man mit den Grünen keinen Blumentopf mehr gewinnen kann. Mit den Grünen aufzutreten, gilt als Makel.“ Auch wenn er nicht mehr für die Grünen kandidieren will, sei er noch immer an Themen wie Nachhaltigkeit interessiert, er habe sich auch mit niemandem aus der Partei zerstritten. Der 70-Jährige versichert: „Ich werde auch in Zukunft nicht CSU-nah agieren oder in die CSU eintreten.“
Kein Platz für Parteipolitik
Zumal er Parteipolitik im Gemeinderat für deplatziert hält. So gebe es in Bad Heilbrunn Fraktionssprecher-Treffen, „aber die orientieren sich nicht an den Problemen, sondern an den Fraktionen“. Viel effizienter seien seiner Meinung nach problemorientierte Arbeitskreise. „Die einen interessieren sich für Umwelt- und Energiepolitik, die anderen für Städteplanung. Da wird parteiübergreifend sachlich diskutiert, und es kommt immer was raus. Ich habe Arbeitskreise als sehr gut erlebt.“ In der Gemeindepolitik sei eine Einheitsliste, wie es sie in manchen Gemeinden schon gibt, die beste Lösung.
20 Interessierte bei erster Sitzung
Doch fürs Erste geht es um den Aufbau einer Bürgerliste. Vor einem Monat trafen sich rund 20 Interessierte zur ersten Sitzung. Am Donnerstag geht es darum, mit welchen Themen die Gruppierung in den Wahlkampf gehen will.