Neues Musik-Festival in Oberbayern geplant: „Solche Aktionen tun der Stadt gut“

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„4 Tage - 4 Bands“ kam beim Publikum überaus gut an. Unter anderem traten „Django 3000“ im Bürgergarten auf. © Ewald J.Scheitterer

Ein neues Musikfestival soll 2026 im Rosengarten stattfinden. Die Stadt setzt auf Vielfalt und Nachwuchsförderung. Doch die Kosten sind hoch.

Bad Tölz – Kultur ist der Stadt Bad Tölz wichtig. Es gibt ein vielfältiges Angebot. Jedes Jahr möchte sie zusätzlich eine Großveranstaltung auf die Beine stellen. Nach „4 Tage – 4 Bands“ heuer im Bürgergarten, ist im kommenden Jahr wieder die andere Isarseite an der Reihe. Kurdirektorin Brita Hohenreiter stellte am Dienstag im Haupt- und Finanzausschuss das Konzept für „Sound.Fest.Tölz – 3 Tage, 3 Bands – eine Chance“ vor.

2026 Musikveranstaltung auf anderer Isarseite

Zuletzt hatte es auf jener Isarseite das „Foodart-Festival“ im Franziskanergarten gegeben. Der Zuspruch war groß, das galt allerdings auch für die Kosten. „Das wird sich finanziell nicht noch einmal darstellen lassen“, sagte Hohenreiter. Da man aber wisse, wie gut Musikveranstaltungen bei Einheimischen und Gästen ankommen, wolle man das erneut aufgreifen. Am letzten Pfingstferienwochenende 2026 soll es nun im Rosengarten – „der ist etwas größer“, so Hohenreiter – ein dreitägiges Festival geben. Neben Hauptacts unterschiedlicher Stilrichtungen, will die Stadt einen Newcomer-Wettbewerb ausloben. „So wollen wir jungen Bands eine Plattform bieten“, sagte die Kurdirektorin. Zudem verlängert es auf günstige Art und Weise das tägliche Musikprogramm.

Gefunden werden sollen die Nachwuchsbands über öffentliche Aufrufe. Eine Jury wählt dann vier Finalisten aus. Je zwei Bands gestalten am Freitag und Samstag das Vorprogramm. Am Sonntag spielt jede vor dem Hauptact nochmal einen Song. Und Jury und Publikum küren den Gewinner. Der darf sich dann über einen bezahlten Auftritt 2027 in Bad Tölz freuen.

Nachwuchsförderung im Zentrum

Dazu soll es fünf Food-Trucks geben, die für Essen sorgen. Deren Standmieten aber auch etwas Geld in die städtische Kasse spülen und so das Defizit schmälern sollen. „Den Vereinen wollen wir die Möglichkeit zum Getränkeverkauf geben“, so Hohenreiter.

Kostete „4 Tage – 4 Bands“ noch fünf Euro Eintritt, soll es 2026 Tagestickets für zehn Euro geben. „Wir werden auch kein Dauerticket mehr anbieten. Das ist von der Planbarkeit, wie viele Leute am Abend kommen, einfach schwierig“, sagte die Kurdirektorin.

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76 000 Euro wird das Festival voraussichtlich kosten. 34 000 Euro versucht man über Eintritt und Standmieten wieder hereinzubekommen. Bleibt ein Defizit von 42 000 Euro.  Zum Vergleich: das diesjährige Festival hatte einen Zuschussbedarf von 55 000 Euro, das Foodart-Festival noch einmal einiges mehr. 3. Bürgermeister Christof Botzenhart (CSU) gefiel die Idee „sehr, sehr gut“. Schon „4 Tage – 4 Bands“ habe unterschiedlichste Altersgruppen angesprochen. Bad Tölz vollziehe einen Imagewandel. „Man denkt jetzt nicht mehr nur an sandfarbene Funktionsjacken, sondern an eine lebendige Stadt“, sagte Botzenhart. In diese neue Linie passe das neue Festival gut.

Debatte über Finanzierbarkeit

Johanna Pfund (Grüne) haderte ein wenig mit den Standmieten der Foodtrucks. Die Preisgestaltung sei mit 350 Euro „freundlich“. Hohenreiter betonte aber, dass jeweils noch 500 Euro für den Stromanschluss dazu kommen. Noch höher könne man natürlich gehen. „Aber ob wir dann noch jemanden finden, ist fraglich.“

Man denkt jetzt bei Bad Tölz nicht mehr nur an sandfarbene Funktionsjacken

Andrea Niedermaier (FW) fand das Konzept zwar gut, fragte sich aber mit Blick auf die klammen Kassen, „ob wir uns jedes Jahr so eine Großveranstaltung leisten können oder ob man auf jedes zweite Jahr geht“. Auch ihr Fraktionskollege Peter von der Wippel äußerte diesbezüglich seine Bedenken. Die Kosten seien hoch, zudem müsse man aufpassen, „dass wir nicht in Konkurrenz zu privaten Veranstaltern treten. Die müssen damit ihr Geld verdienen, während wir Steuergelder ausgeben.“ Diese Sorge teilte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) nicht. Er könne sich an keine Anfrage eines Veranstalters für ein mehrtägiges Bandfestival erinnern. „Ich wüsste daher nicht, wem wir Konkurrenz machen.“

Karsten Bauer (CSU) ist auch der Meinung, dass sich die Bürger wünschen, dass die Stadt Festivals wie dieses veranstaltet. „Ich sehe das positiv.“ Leichte Bauchschmerzen habe er nur wegen der zehn Euro Eintritt. Das Festival heuer habe einen ähnlichen Namen getragen, aber nur die Hälfte an Eintritt gekostet. „Wir müssen sehr aktiv bewerben, dass es ein ganz anderes Format ist.“ Das sei es wirklich, betonte Hohenreiter. Nicht nur wegen des Newcomer-Wettbewerbs, „sondern auch mit Blick auf die Bands, die wir angefragt haben. Die spielen sonst auf Festivals, die durchaus 39 oder 49 Euro Eintritt kosten“.

René Mühlberger (CSU) plädierte dafür, nichts an den Parametern zu verändern, sondern sich auf den Vorschlag der Veranstaltungsexperten zu verlassen. „Solche Aktionen tun der Stadt sehr gut“, befand er. Die Mehrheit des Ausschusses sah das am Ende ähnlich. Mit 11:2 Stimmen (Niedermaier, von der Wippel) wurde das Konzept befürwortet. Der Zuschussbedarf von 42 000 Euro wird in den Haushalt 2026 eingestellt.

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