Traumwetter zum Sommerabschluss: Tausende Besucher strömten am Wochenende ins Oberland und tankten noch einmal Sonne satt.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Pünktlich vor dem kalendarischen Herbstanfang am Montag hat das Oberland noch einmal ein Bilderbuch-Sommerwochenende erlebt. In den vergangenen Tagen lagen die Temperaturen im spätsommerlichen Bereich, am Sonntag sorgte eine kräftige Föhnlage für zahlreiche Sonnenstunden. Entsprechend groß war der Andrang auf die Ausflugsziele rund um Kochel- und Walchensee, Herzogstand, Blomberg und Brauneck.
„Münchner haben uns regelrecht überrannt“
Am Herzogstand registrierte die Bergbahn an beiden Tagen zusammen rund 5500 Besucher. „Wir können schon gar nicht mehr auseinanderhalten, ob das jetzt das letzte schöne Sommerwochenende war oder ein normales“, sagt Betriebsleiter Stephan Ostler. Rund 90 Prozent der Gäste seien Auswärtige gewesen. Ostler stellt fest: „Wir wurden von Münchnern regelrecht überrannt.“
Rekord bei der Brauneck-Bergbahn
Auch die Brauneck-Bergbahn verzeichnete einen hohen Andrang. Geschäftsführerin Antonia Asenstorfer spricht von einem außergewöhnlichen Sommerwochenende: „Der Samstag war fast unser Allzeit-Sommerrekord.“ Tatsächlich habe man an diesem Tag die Bestmarke dieser Saison gebrochen. Viele Tagesgäste, aber auch zahlreiche Einheimische hätten das schöne Wetter genutzt. Ein Wermutstropfen: Ein Mann musste mit einem Schwächeanfall per Rettungshubschrauber ins Tal gebracht werden. Die Stimmung sei dennoch durchweg positiv gewesen, so Asenstorfer: „Bei schönem Wetter sind die Leute oft entspannter und gelassener.“
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Kaiserwetter und Sommerrodelgaudi
Hannes Zintel, Betreiber der Blombergbahn, spricht von einem „tollen Wochenende“. Im Herbst seien starke Besucherzahlen üblich – das Traumwetter habe dies noch verstärkt. „Es war Kaiserwetter, und alles lief ziemlich reibungslos ab.“ Besonders Familien hätten den Tag genutzt: „Jeder zweite Besucher ist bei uns ein Kind. Die meisten fahren mit der Bahn rauf und rodeln ab der Hälfte mit der Sommerrodelbahn runter.“ Dazu verweist Zintel auf ein bevorstehendes Jubiläum: „Nächstes Jahr feiern wir 50 Jahre Sommerrodelbahn.“ Am Wochenende seien 18 Mitarbeiter im Einsatz gewesen. Zum Vergleich: Am Montag waren es nur noch vier.
Der betriebliche Ablauf war am Wochenende „komfortabel“
Die Kochler Polizei hatte sich von vornherein auf erhöhtes Verkehrsaufkommen eingestellt – und lag mit ihrer Prognose richtig. „Es waren sehr viele Gäste unterwegs, entsprechend herrschte viel Verkehr“, berichtet Vizechef Frank Bentz. Auffällig sei gewesen, dass trotz des Andrangs alles „gesittet abgelaufen“ sei. „Je höher die Verkehrsdichte, desto weniger passiert.“ Insgesamt registrierten die Beamten am Samstag und Sonntag sechs Unfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich, darunter ein Radl-Unfall am Sonntagabend, bei dem zwei Kinder aus einem Anhänger stürzten (siehe Bericht unten). „Zum Glück erlitten sie keine schweren Verletzungen, aber einen großen Schock“, so Bentz. Insgesamt bewältigten die Kochler Polizisten das Wochenende aber gut. „Wir konnten die Unfälle nach und nach gut aufnehmen und brauchten keine Unterstützung.“
14 Grad Wassertemperatur hielten nicht vom Schwimmen ab
„Klassisches Badewetter“ hingegen herrschte am letzten Sommer-Wochenende nicht mehr, berichtet die Wasserwacht Kochel am See. „Es waren einige mit SUP-Boards auf dem See zu sehen, aber Schwimmer waren nur vereinzelt da“, sagt die stellvertretende technische Leiterin Maria Huber. Kein Wunder, bei 14 Grad Wassertemperatur im Kochelsee. Etliche Ausflügler hätten jedoch die Badeplätze zum Sonnen und Erholen genutzt, so Huber.