Ein arbeitsreiches Wochenende liegt hinter der Polizeistation Kochel am See. Am Samstag und Sonntag rückten die Beamten zu fünf Verkehrsunfällen aus – im dichten Ausflugsverkehr.
Kochel am See – Der erste Unfall mit einer leicht verletzten E-Bikerin hatte sich am Samstag gegen 11.30 Uhr ereignet. Eine 68 Jahre alte Frau aus Schwabsoien war auf der Schlehdorfer Straße in Kochel am See ortseinwärts unterwegs. Dabei touchierte die Radlerin versehentlich den rechten Randstein und stürzte. Mit mehreren Prellungen endete ihr Ausflug in der Unfallklinik Murnau. Schlimmere Verletzungen dürfte der von ihr getragene Fahrradhelm verhindert haben. Das leicht beschädigte E-Bike stellte ein freundlicher Anwohner kurzzeitig unter.
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Motorradfahrerin stürzt in der Applauskurve
Der nächste Unfall ereignete sich dann um 12.20 Uhr „nicht gerade überraschend am Kesselberg in der Applauskurve“, schreibt die Polizei. An dieser Stelle waren schon am Wochenende zuvor zwei Motorradfahrer verunglückt (wir berichteten). Im aktuellen Fall war eine 25 Jahre alte Frau aus München mit ihrer Kawasaki bergabwärts unterwegs. In der Linkskurve stürzte sie und prallte dann gegen eine Felswand. Die längere „Rutschpartie“ unmittelbar nach dem Sturz hatte zumindest schon einige Energie abgebaut, sodass der Aufprall gegen die Wand glimpflich ausfiel. Auch hatte die gute Schutzkleidung die Frau vor schwereren Verletzungen bewahrt. Dennoch brachte sie das BRK mit Verdacht auf eine Rückenverletzung in die Unfallklinik Murnau. Der Sachschaden an der Maschine wird auf 2000 Euro geschätzt. Gegen die Fahrerin wird wegen des Verdachts eines Geschwindigkeitsverstoßes ermittelt.
82-jährigen E-Bike-Fahrer übersehen
Zu einer klassischen Vorfahrtsmissachtung kam es gegen 12.20 Uhr, als ein 24 Jahre alter Kochler mit seinem Opel an der Kreuzung Alte Straße/Kalmbachstraße einen noch sehr rüstigen 82 Jahre alten E-Biker, ebenfalls aus Kochel, zu spät sah. Der Senior war mit seinem Radl auf der Kalmbachstraße in Richtung Kohlleite unterwegs. Im Kreuzungsbereich erwischte der Opel-Fahrer mit der Front den Radler. Der Mann stürzte, konnte sich aber soweit abfangen, dass die Verletzungsfolgen bis auf ein paar Abschürfungen am Knie begrenzt ausfielen. Das Radl und das Auto wurden jeweils leicht beschädigt, geschätzt wird der Schaden auf einige hundert Euro. Gegen den Verursacher wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Straßenverkehr ermittelt. Da bis zum Eintreffen der Polizei keine Zeugen mehr verblieben waren, wird um deren nachträgliche Kontaktaufnahme mit der Polizei in Kochel unter 0 80 41/7 61 06-273 gebeten.
Siebenjähriger bringt durch Abbiegemanöver Radler zu Fall
Ein mißglücktes Abbiegemanöver eines sieben Jahre alten Buben aus München führte zu einem weiteren Radlunfall. Um 15.50 Uhr waren der Junge und dessen Vater mit ihren Rädern von Lobisau in Richtung Zwergern unterwegs und auf Höhe des dortigen Campingplatzes links abgebogen. Ein 79 Jahre alter Tölzers war zur selben Zeit mit seinem E-Bike in Richtung Walchensee unterwegs. Um nicht mit dem hinter seinem Vater noch abbiegenden Buben zu kollidieren, hatte der E-Biker stark abgebremst, sodass sein Radl wegrutschte. Der Mann stürzte. Dabei zog sich der Tölzer eine Kopfverletzung und an mehreren Stellen Abschürfungen zu. Das BRK brachte ihn in die Klinik nach Garmisch-Partenkirchen. Der Schaden an seinem E-Bike wird auf 200 Euro geschätzt.
Polizei sucht nach Camper mit niederländischer Zulassung
Den Abschluss der Einsatzserie bildete am Sonntagnachmittag ein Streifzusammenstoß an der Baustellenampel am Kesselberg. Gegen 13.20 Uhr stand ein Münchner mit seinem Volvo an der roten Ampel, als der entgegenkommende holländische Camper-Fahrer einen Radler überholte und dabei dem Volvo zu nahe kam. Der Camper streifte den linken Kotflügel des Wagens, setzte seine Fahrt aber unbeirrt fort. Zu diesem Unfall werden Zeugen gesucht, die sich bitte unter 0 80 41/7 61 06-273 bei der Polizei in Kochel am See melden sollen.