Es war ein schwarzer Samstag am Kesselberg: In nur zwei Stunden verunglückten zwei Motorradfahrer in der Applauskurve. Beide mussten in die Klinik.
Kochel am See – Der schwerere der beiden Unfälle hatte sich am Samstag gegen 14.50 Uhr ereignet und war durch Zufall von einem Polizeibeamten entdeckt worden, der sich privat auf der Durchfahrt befand. Er sah verdächtige Schleifspuren auf der Fahrbahn. Wenig später entdeckte er eine leblose Person in Motorradkleidung, die sich verkeilt zwischen den Bäumen befand.
Eine der Ersthelferinnen ist Rettungssanitäterin
Zeitnahe Unterstützung erhielt der Beamte von zwei weiteren Ersthelfern. Bei einem handelte es sich um eine Rettungssanitäterin, sodass der schwer verletzten und bewusstlosen Motorradfahrerin professionelle Hilfe noch vor Ort zuteilwurde, bevor kurz darauf das BRK eintraf und die Verunglückte anschließend mit dem Rettungshubschrauber nach Murnau geflogen wurde.
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Fordender Einsatz für die Feuerwehr
Auch für die Freiwillige Feuerwehr Kochel am See war der Einsatz fordernd. Die Rettung der Verletzten war aufwendig. „Wir bauten mittels Steckleitern sowie Seilgeländern eine Zugangsmöglichkeit“, schreibt die Feuerwehr. Die Fahrerin sei von mehreren kleinen Bäumen sowie einem großen Stein gestoppt worden und „in verzwickter Lage“ darin hängengeblieben. Die Retter durchtrennten Äste mit der Bügelsäge. Bäume wurden mittels Rettungsschere „aufgrund der virbrationsarmen Methode abgezwickt“. Danach wurde die Verletzte mittels Spineboard aus dem Abhang gerettet. Zudem kümmerte sich die Feuerwehr um Sicherung und Absperrung der Unfallstelle.
Spurenlage lässt erkennen, dass die Fahrerin zu schnell in der Kurve war
Bei der Verunglückten handelt es sich um eine 23 Jahre alte Kirchheimerin, die mit ihrer Ducati bergab unterwegs gewesen war. „Die Spurenlage am Unfallort ließ erkennen, dass die Geschwindigkeit für die Kurvenverhältnisse nicht angepasst war und damit unfallursächlich gewesen sein dürfte“, berichtet die Polizei.
An der Maschine entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von über 20 000 Euro. Das zerstörte Motorrad wurde von einem Abschleppdienst geborgen und abtransportiert.
Geschwindigkeit nicht angepasst: 17-Jähriger stürzt in der Kurve
Etwas glimpflicher war gegen 13 Uhr der Sturz eines 17 Jahre alten Jugendlichen aus Bad Kohlgrub ausgegangen. Er war mit seiner 125er Yamaha ebenfalls bergabwärts unterwegs und der dortigen Linkskurve gestürzt. Beim Sturz zog sich der 17-Jährige eine schwere Beinverletzung zu. Auch er wurde in die Unfallklinik nach Murnau gebracht. „Auch hier hatte die Spurenlage erkennen lassen, dass es der Fahrer zuvor unterlassen hatte, seine Geschwindigkeit dem Kurvenverlauf rechtzeitig anzupassen“, so die Polizei. Um den Abtransport des beschädigten Motorrads hatten sich Freunde des Verunfallten gekümmert.
Auch bei diesem Unfall rückte die Kochler Feuerwehr mit aus. Auf der Anfahrt entdeckten sie zudem noch eine Ölspur. „Wir beschilderten den ganzen Kesselberg und forderten die Straßenmeisterei nach.“
Nach dem tageszeitlichen Fahrverbot für bergauffahrende Motorradfahrer hatte sich die Lage am Kesselberg zwischenzeitlich beruhigt. Doch schon am vergangenen Samstag (6. September) hatten sich zwei Motorradunfälle am Kesselberg ereignet.