Für Kinder aus dem Gautinger Westen: Weg zur Grundschule soll sicherer werden

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Kritische Stelle: 25 Meter breit ist die Einmündung der Rafael-Katz-Straße in die Ammerseestraße. Für Schüler der Grundschule, die von der Unterführung her kommen, ist die Querung eine Herausforderung – auch wegen der Busse. © Ufertinger

Für Schüler der Josef-Dosch-Grundschule ist Einmündung der Rafael-Katz-Straße in die Ammerseestraße kritisch. Auf Antrag von MiFü wird sie entschärft.

Gauting – Die Josef-Dosch-Grundschule an der Ammerseestraße in Gauting ist eine der größten in ganz Bayern. Sie liegt östlich der Bahnlinie. Das bedeutet für Schüler aus dem Westen, dass sie durch eine Unterführung durch müssen. Die am Pippinplatz ist unproblematisch. Nicht ganz ungefährlich gestaltet sich hingegen das Pendant an der Ammerseestraße, denn: Die Kinder müssen auf ihrem Schulweg über die Einmündung der Rafael-Katz-Straße in die Ammerseestraße. Und die ist nicht nur 25 Meter breit, sondern durch die Busse und den Pendlerverkehr stark frequentiert. Schulweghelfer sind zwar vor Ort, können aber nicht die ganze Zeit abdecken.

Die Fraktion MiFü (Miteinander-Füreinander) 82131 hat deshalb im Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr am Dienstag den Antrag gestellt: Die Gemeinde möge sich bei der zuständigen Verkehrsbehörde dafür einsetzen, dass dort ein Zebrastreifen, oder noch besser eine Verkehrsinsel angebracht wird. Stephanie Pahl verdeutlichte noch einmal, dass es wichtig ist, jetzt zu handeln. „E-Mails in dieser Angelegenheit gibt es seit 2020“, erklärte sie. 25 Meter sind deutlich mehr als eine normale Straße, die acht Meter breit ist. „Die Kinder müssen hier mehr als drei Straßen auf einmal überqueren“, sagte sie.

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Das sei umso brisanter, als die Stelle schwer einsehbar ist. Die Rafael-Katz-Straße steigt in Richtung Bahnhof kurz an und verläuft dann flach. Die Ammerseestraße ist Richtung Unterbrunn durch die Unterführung verdeckt, in Richtung Gauting biegt sie um fast 90 Grad ab und verschwindet hinter der Kurve. Zudem ist das Verkehrsaufkommen durch den engmaschigen Busverkehr und die Nutzer des Park-and-Ride-Platzes erheblich. „Die Eltern haben inzwischen so viel Angst um ihre Kinder, dass sie sie mit dem Auto zur Schule fahren“, sagte Pahl. Das könne nicht Sinn der Sache sein. Um eine Lösung zu finden, hätten sich Eltern bereit erklärt, sich an einer Finanzierung zu beteiligen.

Die anderen Parteien schlossen sich der Einschätzung von MiFü an, dass hier etwas getan werden sollte. „Ich sehe grundsätzlich den Bedarf, dort etwas zu ändern“, sagte Verkehrsreferent Florian Egginger (CSU). Axel Hoepner (MfG) erklärte: „Es stimmt, die Stelle ist unübersichtlich.“ Auch Dr. Matthias Ilg (Grüne) drängte auf eine Lösung des Problems. „Präventives Handeln ist heute Standard“, sagte er. „Man sollte nicht warten, bis etwas passiert.“ Auch Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) zeigte sich offen: „Grundsätzlich kann man sich vieles überlegen“, sagte sie. Der Haken: „Die Frage ist, was wir uns leisten können.“ Konsens herrschte, dass man das Thema nicht vertagen sollte, bis die Bahn 2027/28 die Unterführung erneuert und den gesamten Bereich umgestaltet.

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Nun gibt es eigentlich die Möglichkeit, dass Kinder aus dem Westen direkt in die Rafael-Katz einbiegen und dort den Hintereingang der Schule nutzen. Um dies möglich zu machen, hat der Gemeinderat beim Bau der Grundschule Geld in die Hand genommen und es baulich möglich gemacht. Das scheint aber von Seiten der Schule nicht mehr gewollt zu sein. „Dafür habe ich kein Verständnis“, so die Bürgermeisterin. „Wir haben kein Geld, irgendwelche Phantombauwerke hinzustellen.“

Was also tun? Eine Verkehrsinsel ist schon mehrfach abgelehnt worden, und das mit gutem Grund. „Es gibt ein Problem mit den Wendekreisen der Busse“, erklärte Rathausmitarbeiterin Beatrice Bruns. Den von MiFü ins Spiel gebrachte Zebrastreifen lehnen Polizei und Landratsamt ab, weil der eine Sicherheit vorgaukeln würde, die in Wirklichkeit gar nicht existiert. Am Ende müssten sich Fußgänger und Autofahrer doch verständigen, was Kindern nicht so leicht fällt. „Fußgängerüberwege werden zwar häufig gefordert, führen aber auch bei vorschriftsmäßigem Einsatz eher zu mehr Gefahren für Kinder und sind deshalb als Schulwegsicherung abzulehnen“, heißt es in der Beschlussvorlage.

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Stephan Ebner (CSU) erklärte: „Mir müssen pragmatisch denken und Kosten sparen.“ Er brachte die Idee ins Spiel, die beiden Gehwege der Ammerseestraße auf „minimalinvasive Art“ (etwa durch Fahrbahntrenner) bis auf etwa zwölf Meter in die Rafael-Katz-Straße zu verlängern. Dann solle die Verwaltung überlegen, was am sinnvollsten ist – ein Zebrastreifen, eine Pop-up-Insel oder sonst eine geeignete Maßnahme. Das Ergebnis der Überlegungen soll im nächsten Ausschuss für Energie, Umwelt und Verkehr vorgestellt werden. Er tagt wieder in zwei Monaten.

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