Nach 50 Jahren: Hausen hat wieder einen Maibaum

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Gemeinsam stark: Beim Aufstellen des Hausener Maibaums packten die Burschen aus Oberbrunn, Unterbrunn und Hanfeld mit an. © Knud Bussert

Es ist lange her, dass Hausen einen Maibaum hatte. Jetzt ist wieder einer am Ort, dank des Brauchtumsvereins, der zu diesem Zweck gegründet wurde.

Gauting – Vom Gautinger Ortsteil Hausen heißt es gerne, dass dort mehr Pferde als Menschen leben. Seit ein paar Tagen muss die Aussage dahingehend ergänzt werden, dass es dort auch einen Maibaum gibt. Es ist der erste seit langer, langer Zeit. „Vor 50 Jahren gab es angeblich schon einmal einen, aber einen ganz kleinen“, erzählt Tobias Laßmann, eine der treibenden Kräfte hinter dem Vorhaben. Jetzt, am Sonntag, wurde ein richtiger aufgebaut, mit vereinten Kräften. „Jeder hat sich beteiligt, mit dem, was er hat und was er kann“, sagt der 26-jährige Landmaschinenmechaniker mit hörbarem Stolz. Die Fichte ist 22 Meter hoch und steht gegenüber vom Weiher auf dem Hof der Familie Haas.

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Um den geforderten Formalien Genüge zu tun, haben Laßmann und Johannes Führer eigens einen Verein gegründet. Sein Name: „Hausener Brauchtumsverein e.V.“ Sein Zweck: Der Ortschaft mit den knapp 70 Einwohnern endlich einen Maibaum zu verschaffen, wie ihn Gauting und Unterbrunn längst haben. Von der ersten Idee bis zum Aufstellen dauerte es etwa ein Jahr. Mitglieder hat der Verein inzwischen knapp 40. Das bedeutet: Fast jede Hausener Familie ist darin vertreten. Auch das ist ein Zeichen für den Zusammenhalt im Dorf.

Die Vereinsmitglieder Tobias Laßmann (3.v.l., Vorsitzender), Johannes Führer (4.v.r., Zweiter Vorsitzender) mit Magdalena Haas (3.v.r., Schriftführerin) und Matthias Peinecke (r., Kassier) mit Freunden und Verwandten.
Stolz auf den Baum: Die Vereinsmitglieder Tobias Laßmann (3.v.l., Vorsitzender), Johannes Führer (4.v.r., Zweiter Vorsitzender) mit Magdalena Haas (3.v.r., Schriftführerin) und Matthias Peinecke (r., Kassier) mit Freunden und Verwandten. © Knud Bussert

Gestiftet wurde der Baum von Josef Stöckl, Vorstand des Trachtenvereins in Planegg, der in Hausen sechs Hektar Wald bewirtschaftet. Die sechs Schilder hat Hannah Wastian aus Oberpfaffenhofen entworfen, gefertigt und gestiftet. Sie zeigen Dinge, die für Hausen typisch sind, nämlich die Kirche Heilige Dreifaltigkeit (unten links), den Weiher im Winter wie im Sommer (unten rechts), verschiedene Tiere (Mitte, links), Symbole der Holzverarbeitung (Mitte, rechts), Sinnbilder der Landwirtschaft, darunter die ortseigene Biogasanlage (oben links) sowie den Brauchtumsverein selbst in Form des Maibaums (oben rechts). Auf dem Schild in halber Höhe steht ein Spruch: „Es ist so schön auf dieser Welt, wenn Jung und Alt zusammenhält.“

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Eingeholt wurde der Baum am 24. April, hergerichtet wurde er in der Halle von Georg Führer, der auch die Erdarbeiten für das Fundament übernahm. „Er hat sich schnell zu einem Treffpunkt für den ganzen Ort und gute Freunde aus den Nachbarorten entwickelt“, so Laßmann. Unter anderem haben Vereinsmitglieder jeden Tag für Essen gesorgt. „Es waren zehn intensive und gesellige Tage, in denen das Dorf jeden Tag ein Stück mehr zusammengerückt ist.“ Das Aufstellen des Baumes hat am Sonntag bestens funktioniert, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung der Burschen aus Oberbrunn, Unterbrunn und Hanfeld. Die Fahne wurde eingehängt zu Haindlings „Irgendwie und sowieso“. Anschließend hielt Tobias Laßmann noch eine kurze Rede, die in der Aussage gipfelte: „Daheim ist da, wo das Gefühl ist.“ Wer wollte ihm da widersprechen.

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