Philipp Lahm war in der Christian-Morgenstern-Mittelschule in Herrsching zu Gast, dem Sieger der Schultour 2024. Sozialkompetenz, Spaß an Bewegung und gesunde Ernährung standen im Vordergrund – und ganz viele Fragen an den Fußball-Weltmeister von 2014.
Herrsching – Philipp Lahm war in seiner Karriere als Profi-Fußballer beim FC Bayern und als Nationalspieler oft verletzt. Als ihn ein Kreuzbandriss sechs Monate außer Gefecht setzte, sei ihm bewusst geworden, wie wichtig Gesundheit ist, erzählte er gestern Schülern der Christian-Morgenstern-Mittelschule. Dieses Bewusstsein für Gesundheit wollte er weitergeben. Schon 2007 hatte er nach einer Südafrika-Reise und einem Besuch in den Townships 2007 eine Stiftung gegründet, um bedürftigen Kindern und Jugendlichen zu helfen. In Zusammenarbeit mit der AOK Bayern veranstaltet die Stiftung seit 2017 Schultouren zum Thema Gesundheit. Im vergangenen Jahr hatte diese Tour in Herrsching Halt gemacht. Schüler und Lehrer haben nach diesem Besuch mit großer Begeisterung Projekte entwickelt, für die gestern an der Nikolausstraße zur Belohnung ein großes „Meet and Greet“ stattfand – mit Philipp Lahm persönlich.
„Als die Tour 2017 angefangen hat, kannten mich noch alle“, sagt Lahm. Denn bei Sieger-Workshops wie diesem stellt er sich einmal im Jahr persönlich den Fragen der Kinder. Seit acht Jahren ist der ehemalige FC-Bayern-Spieler aber nicht mehr aktiv. „Damit die Kinder heute wissen, wer ich bin, gibt es mittlerweile einen Videoeinspieler“, sagt er lachend. Wenn aber nicht die Kinder, dann sind es zumindest Eltern oder die Trainer des ein oder anderen Schülers, die sich gut an Philipp Lahm erinnerten. Denn die Schüler waren vorbereitet. Viele Fragen prasselten auf den heute 41-Jährigen in Herrsching ein.
Philipp Lahm: „Ich hatte Glück, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte“
Vier Klassen aus den sechsten und siebten Jahrgängen der Mittelschule hatten vor einem Jahr an der Tour teilgenommen. Entstanden sind daraus vier Projekte an der Schule: ein Ruhe-Nachhilfe-Raum (RuNa), ein „Schiri-Dienst“, der in den Pausen gegebenenfalls deeskaliert, und Schulobst-Tage, immer dienstags. Darüber hinaus wurde das alte Aquarium wieder aktiviert, und an der Schule gibt es eine Talentshow, die einmal im Jahr vor den Osterferien stattfindet. Lehrerin Stephanie Barulli, die die Projekte leitet, hatte diese dokumentiert, eingereicht und die Bewerbung für dieses „Meet and Greet“ verschickt. So wurde die Christian-Morgenstern-Mittelschule heuer die Schule, in der dies stattfand – mit vier Workshop-Stationen, an denen die Themen Gesundheit, Bewegung, Sozialkompetenz und Persönlichkeit spielerisch aufgegriffen wurden.
Das Engagement der Schulfamilie in Herrsching begeisterte Lahm. „Deshalb sind wir auch hier.“ Schulleiterin Katharina Casper und Herrschings Bürgermeister Christian Schiller hörten dies natürlich voller Stolz und staunten mit Lahm über die vielen Fragen der Schüler. Ob er mit seinem Heimatverein FC Gern als Kind auch beim Merkur-Cup gespielt habe? Hat er, und Schirmherr war er auch. „Aber gewonnen haben wir nicht.“ Wie er Profi geworden sei? „Ich hatte Glück, dass ich meinen Traum verwirklichen konnte“, sagt er. Und weil die Namen Messi und Ronaldo bis heute weltweit für Fußball stehen, waren die Kinder sehr beeindruckt, dass Lahm gegen sie gespielt hat. Wie viele Tore er geschossen habe, war die Frage eines Buben im Trikot des SC Wörthsee, „100?“. Lahm lachte, denn als Außenverteidiger kam er so oft nicht zum Zuge. „Fünfmal in der Nationalmannschaft“, wusste er, „maximal 15 für den FC Bayern“, schätzte er.
Drei Stunden war das Lahm-Team unterstützt von der AOK zu Gast. Und viel zu schnell war der Besuch vorbei.