So viele Patienten wie nie zuvor im Klinikum Erding

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Das Klinikum Erding fährt heuer ein Defizit von 16 Millionen Euro ein. © EA-Archiv

Fast 14 000 Menschen wurden heuer bereits stationär im Klinikum Erding behandelt. Erwartet wird ein Jahresdefizit von 16 Millionen Euro, immerhin weniger als ursprünglich berechnet.

Erding – Die stationären Leistungen des Klinikums Landkreis Erding haben von Januar bis Oktober mit 13 879 Fällen einen neuen historischen Höchststand erreicht. „Damit konnten wir mit dem Klinikum mehr Bürgerinnen und Bürgern helfen als jemals zuvor“, sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) am Mittwoch im Krankenhausausschuss des Kreistags.

Zudem falle das Defizit nicht ganz so hoch aus, wie befürchtet. Hatte man mit 18,6 Millionen Euro geplant, „werden wir bei unter 16 Millionen Euro landen“, sagte der Landrat. Und der Wirtschaftsplan für 2025 sieht trotz gleichbleibend schwieriger Bedingungen sogar eine weitere wirtschaftliche Erholung vor, obwohl die Krankenhausreform in 2025 und 2026 keine finanzielle Entlastung bringen werde.

Zuvor stellte Krankenhausdirektor Dr. Dirk Last die Leistungsentwicklung des Hauses vor. Sie sei „weiterhin positiv“, die Liquidität derzeit nicht gefährdet. Der Leistungswert für das Abrechnungsverfahren der Krankenkassen („Case-Mix-Punkte“) sei um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Fallzahlen sogar um zehn Prozent. Last: „Inzwischen streben wir wieder das Niveau an, das wir leistungs- und fallzahlenmäßig vor Corona hatten.“

Dies sei „insofern bemerkenswert, als in den deutschen Krankhäusern eine ,Ambulantisierungswelle‘ eingesetzt hat, die auch an unserem Haus nicht ganz vorbeigeht“. Dies sehe man insbesondere in den chirurgischen Fächern, wo viele Leistungen, die bislang stationär erbracht werden duften, „nun ambulant erbracht oder zumindest ambulant abgerechnet werden müssen“.

Die Krankenhausreform sorge dafür, dass mehr Leistung erwartet werde, die Vergütung dafür zeitverzögert komme „und das Ganze mit Mindestmengen versehen ist“, sagte der Landrat. Wie bei den Brustkrebsoperationen, wo das Klinikum 2025 noch einmal die Chance hat, die geforderte Zahl von 100 zu erreichen (wir berichteten). Auch Last nannte diese Neuerungen „eine Herausforderung“, wobei deren Auswirkungen noch in den Sternen stehen würden.

Georg Els (FW) hatte danach gefragt, ob man schon abschätzen könne, wie sich die Reform ab 1. Januar 2025 kurz- und mittelfristig auf das Klinikum auswirkt oder auswirken kann. „Zunächst einmal wird sich gar nichts groß ändern, insbesondere was die finanziellen Auswirkungen anbelangt“, sagte Last. 2025 und 2026 werde man „mehr oder weniger“ die gleichen finanziellen Bedingungen haben wie derzeit. Das sei auch der große Kritikpunkt an dem Gesetz, „weil es keine kurzfristige Verbesserung bringt“. Man sei bei den Fallpauschalen immer zwei Jahre im Versatz, frühestens 2027 wären also mögliche Effekte zu erwarten.

Nach Statistiken für ambulante Operationen erkundigte sich Ursula Frank-Mayer (Grüne). Hier erklärte Last, dass die Erlöse für ambulante Fälle wie Leistenhernien deutlich geringer seien, „denn wir halten immer noch stationäre Strukturen vor, wir haben noch kein modernes ambulantes OP-Zentrum“.

Für Thomas Bauer (CSU) zeigt die Steigerung der Fallzahlen, „dass das Klinikum eine entsprechende Akzeptanz hat“. Auch die Leistungen des Personals würden dazu beitragen, „dass wir diesen Zulauf haben im Vergleich zu anderen Kliniken“. Das werde mittelfristig auch den entsprechenden Umsatz bringen, war Bauer überzeugt. „Es ist sicherlich richtig, dass das Klinikum mit beiden Standorten eine hervorragende Versorgung für die Menschen darstellt“, ergänzte Bayerstorfer.

Förderverein für Zusatzangebote

Wolfgang Reiter (ÖDP) und Ludwig Rudolf (CSU) machten in der Sitzung des Krankenhausausschusses Werbung für den 2022 gegründeten Förderverein des Klinikums. Dessen Betätigungsfeld umfasst technische Anschaffungen ebenso wie die Förderung von Bildungs- und Schulungsmaßnahmen und von Zusatzangeboten in der Krankenfürsorge, der Palliativversorgung oder der Prävention. Reiter schlug vor, den Verein in der nächsten Landkreiszeitung vorzustellen, um ihn bekannter zu machen. Und Rudolf appellierte auch an seine Kreistagskollegen, Mitglied zu werden. Dies habe Symbolkraft, und das Engagement der Kreisräte dort sei noch ausbaufähig. Infos stehen auf https://foerderverein-kle.org.

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