EM und Regenwetter: Siedlerfest heuer durchwachsen

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Rekordbeteiligung beim Festumzug: 1500 Teilnehmer zogen durch Karlsfeld zum Siedlerfest. Unter ihnen war auch die BRK-Wasserwacht. © Reinhard-Dietmar Sponder

Wirt, Festreferentin und Schausteller blicken mit gemischten Gefühlen auf zehntägiges Familienfest in Karlsfeld.

Das Karlsfelder Siedlerfest stand in diesem Jahr unter keinem guten Stern. Festwirt Peter Brandl und sein Team hatten es gerade noch geschafft, den Zeltbetrieb zum offiziellen Auftakt zum Laufen zu bringen. Starkregen hatte, wie berichtet, Anfang Juni das Inventar des Festzeltbetreibers fortgeschwemmt oder gar ganz zerstört. Und auch die zehntägige Siedlerfestzeit war von extremen Witterungsverhältnissen geprägt: Temperaturen von 15 Grad, Platzregen, tropische Hitze.

Wetter war das einzige, das nicht gepasst hat

„Das ist nicht dienlich für einen Festbetrieb“, sagt Brandl. Doch das Wetter sei nicht die einzige „Komponente, die nicht gepasst“ habe, wie der Festwirt mitteilt. Auch die Fußball-EM habe dafür gesorgt, dass die Besucher fernblieben. Und das, obwohl das Siedlerfest-Team beim Deutschland-Spiel am Freitag sogar spontan Public Viewing im Festzelt organisierte.

Die Umsätze seien, dem Festwirt zufolge, rückläufig gewesen. Wie viel Mass Bier oder wie viele Hendl heuer über den Tresen gingen, will Brandl – wie die vergangenen Jahre – nicht mitteilen. Brandls Fazit: „Es war bitter heuer!“ Aber er wolle sich nicht beschweren, betont der Festwirt sogleich. „Es war ein friedliches und ruhiges Familienfest ohne Auseinandersetzungen und Probleme“ und er freue sich auf nächstes Jahr.

Premiere beim Festumzug

Ein Höhepunkt war für Brandl wie immer der Festumzug. Für den Festwirt gab es dabei heuer eine Premiere, wie er verrät. „Das war der erste Umzug in meinen Leben, wo ich kein Bier, sondern nur Wasser getrunken habe.“ Wie berichtet, herrschten an diesem Tag Temperaturen von mehr als 30 Grad. Das konnte die Siedlerfestfreunde aber nicht davon abhalten, den Festumzug zu besuchen. „Wir hatten eine Rekordbeteiligung an Gruppen und Teilnehmern“, berichtet Siegfried Weber zufrieden. Der stellvertretende Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord organisiert jedes Jahr den Festumzug.

Bei den Schaustellern hält sich die Begeisterung über das diesjährige Siedlerfest in Grenzen. „Es war leider durchwachsen“, berichtet Florian Diebold. Der Sprecher der Schausteller zeigte sich dennoch optimistisch. Am Ende sei alles gut gewesen, besonders an den Tagen, an denen das Wetter gut war. Doch davon gab es allerdings nicht so viele.

Darauf kam auch Festreferentin Christa Berger-Stögbauer in ihrer Bilanz zu sprechen. Seit 30 Jahren ist sie dabei, doch „noch nie habe ich erlebt, dass es beim Siedlerfest so viel geregnet hat wie in diesem Jahr“, erzählt Berger-Stögbauer. Doch auch an den schönen Tagen seien die Besucher zurückhaltender gewesen. Zum Beispiel beim Feuerwerk am See. Dort waren heuer „deutlich weniger“ Zuschauer als in den vergangenen Jahren.

Sie sei aber trotzdem „zufrieden“ mit dem Verlauf des Festes, wie Festreferentin Berger-Stögbauer betont. Besonders erfreulich sei das große Engagement der vielen Helferinnern und Helfer.

Ein friedliches Fest

Laut Siegfried Weber vom Veranstaltungsteam ist das Siedlerfest heuer „besonders friedlich und extrem harmonisch und entspannt“ gewesen. Auch die Polizei Dachau zieht eine positive Bilanz. Nur vereinzelt musste sie einschreiten. So gab es mehrere Fälle von Taschendiebstählen. Auch verhinderte die Polizei den Versuch, Falschgeld an einer Verkaufsbude in Umlauf zu bringen. Zu zwei handgreiflichen Auseinandersetzungen kam es nur am Freitag. Ein 19-jähriger Münchner wurde von einem unbekannten Autofahrer mit der Faust ins Gesicht geschlagen und leicht verletzt. Ein 29-jähriger Münchner flüchtete nach dem Konsum von Cannabis vor einer Personenkontrolle. Die Polizei konnte den Mann fassen.

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