Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe eröffnet das Siedlerfest mit zwei Schlägen.
Mit nur zwei Schlägen und verschwindend geringen Spritzern zapfte Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe das Bierfass am Samstagnachmittag nach dem Umzug im Festzelt von Peter Brandl an. Damit war das 66. Siedlerfest der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord offiziell eröffnet, und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher konnten den hitzebedingten Durst mit dem Paulaner-Bier löschen.
Besonderer Dank an Helfer für Festzeltaufbau
Über die 1500 Teilnehmer am Festzug in 46 Gruppen freute sich der Bürgermeister. Besonders hob er die Bäckerei Piller hervor, die auch schon beim ersten Siedlerfest vor 70 Jahren die inzwischen weit über Karlsfeld hinaus bekannten großen Brezen herstellte. Für den morgigen Dienstag lud Kolbe die Karlsfelder Senioren zum Seniorennachmittag ein.
Zusammen mit Festwirt Peter Brandl und dessen Team, Festreferentin Christa Berger-Stögbauer, dem Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord Manfred Klein, Landtagsabgeordnetem Bernhard Seidenath und Landrat Stefan Löwl stieß Kolbe auf ein für alle tolles und friedliches Siedlerfest an. „Und jetzt lasst‘ses kracha,“ rief er in das Festzelt, das sich trotz der Hitze immer mehr füllte. „Der Wettergott“, so Festreferentin Berger-Stögbauer, „hat es wieder gut mit uns gemeint, fast zu gut“, meinte sie in Anbetracht von 32 Grad Hitze an diesem Nachmittag.
Auf den fast übermenschlichen Einsatz seiner Handwerker-Truppe wies Festwirt Brandl hin und ließ diese eigens auf die Bühne kommen. Hatten sie doch zehn Tage lang fast Tag und Nacht geschuftet, damit das Siedlerfest nach dem Hochwasser überhaupt stattfinden konnte. Wie berichtet, waren große Teil des Fest-Equipments weggespült oder zerstört worden.
Eine unfreiwillige Bierdusche für den Landrat
Beim Anzapfen stand Landrat Stefan Löwl eigentlich auf einem ganz sicheren Platz hinter dem Holzfass. Doch als ein Mitarbeiter des Brandl-Teams ganz obligatorisch das zweite Ventil zur Entlastung einschlug, spritzte es ganz gehörig und Löwl wurde mit Bier geduscht, wie man das sonst nur von den Sektduschen für Sieger und Trainer derselben kennt. Der Mitarbeiter hatte offensichtlich die Hitze unterschätzt, die zu einem gehörigen Überdruck im Fass führte.
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Vor dem offiziellen Anzapfen sorgte die Karlsfelder Blaskapelle für die Ouvertüre. Sie verdiente sich eine besondere Anerkennung nach dem schweißtreibenden Umzug durch die Gemeinde. Löwl testete ganz wissbegierig, wie schwer zum Beispiel eine Tuba ist. Ergebnis: 13 Kilogramm. Das war an diesem Tag sicher eine besondere Herausforderung für die Musikanten aller Blaskapellen.
1500 Teilnehmer beim Festumzug
Rund 1500 Festzugs-Teilnehmer hatten sich zuvor in 46 Gruppen am Samstag durch Karlsfeld geschlängelt. Den gewohnten Zugweg zur offiziellen Eröffnung des 66. Karlsfelder Siedlerfestes säumten Tausende Zuschauer.
Sie beklatschten kleine Einlagen, aber vor allem schwitzten sie gemeinsam mit den Akteuren bei bis zu 32 Grad Celsius im Schatten. Da waren auch die Musikanten der Karlsfelder Blaskapelle dankbar, als eine mitfühlende Seele sie mit Trinkwasser versorgte.
Trotz der Hitze zeigten verschiedene vor allem TSV-Eintracht-Karlsfeld-Abteilungen immer wieder kleine Einlagen, seien es Sportler und Sportlerinnen der Abteilungen Turnen, Badminton, Tennis, Taekwondo oder Volleyball. Bei den Volleyballern ließ sich am Ende auch Landrat Stefan Löwl, der am Zugang zum Festplatz als Hilfseinweiser für die Fußgruppen aushalf, nicht lange bitten und spielte kurz mit.
Feuerwehr muss mitten im Umzug zu Einsatz ausrücken
Ein Hingucker war selbstredend der Paulaner-Brauerei-Vierspänner. Klein, aber fein reihte sich auch der Einspänner der Bäckerei Piller mit ein, die vor 70 Jahren gegründet wurde und schon seit dem ersten Siedlerfest 1957 die inzwischen längst über Karlsfelds hinaus bekannten großen Wies’n-Brezen liefert. Farbenfrohe Fußgruppen stellten neben den TSV-Abteilungen die Heimat- und Kulturvereine.
Stark vertreten waren die Blaulicht-Organisationen, wobei die Freiwillige Feuerwehr Karlsfeld mitten aus dem Festumzug heraus zum Einsatz gerufen wurde. „Das ist mir auch noch nie passiert“, meinte etwas traurig Siedlerfest-Hauptorganisatorin Christa Berger-Stögbauer.
rds
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