Nervenaufreibende Vorbereitungen: „Habe nicht gedacht, das Siedlerfest abhalten zu können“

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Schankanlage seit heute in Betrieb: Die Schankkellner Ivan Sosat und Ivan Cuk (rechts) trafen am Donnerstagnachmittag noch letzte Vorbereitungen. © Habschied

Wegen Hochwasserschäden ist es beim Aufbau des Festzelts am Karlsfelder Siedlerfest zu Verzögerungen gekommen. Dennoch kann die beliebte Veranstaltung heute regulär starten.

Ab dem heutigen Freitag geht es zehn Tage lang auf der Ostseite des Karlsfelder Sees wieder rund: Der Duft von Zuckerwatte, Crêpes und Steckerlfisch weht über den Platz. Schlager und Partyhits dröhnen aus dem Festzelt, Kinder kreischen und lachen, während sie sich in Fahrgeschäften durchrütteln lassen.

Dabei war bis zuletzt unklar, ob das Karlsfelder Siedlerfest überhaupt stattfinden kann. „Ich habe nicht gedacht, das Siedlerfest abhalten zu können“, sagt Festwirt Peter Brandl. Seine Stimme klingt angespannt. Die Vorbereitungen für die beliebte Traditionsveranstaltung haben ihm heuer den letzten Nerv geraubt.

Erschwerter Aufbau beim Karlsfelder Siedlerfest

Brandls Team musste das Festzelt, wie berichtet, unter erschwerten Bedingungen aufbauen. Und unter hohem Zeitdruck. Große Teile der Festzelt-Ausstattung, die nach dem Indersdorfer Volksfest noch in der Marktgemeinde Anfang Juni lagerten, waren teils ruiniert, teils verschwunden.

Unsere Lagecontainer waren drei Kilometer vom Volksfestplatz entfernt, die wiegen acht Tonnen.

Das Jahrhunderthochwasser hatte das Equipment knapp vier Wochen vor dem Beginn des Siedlerfestes weggespült. Kilometerweit. „Unsere Lagecontainer waren drei Kilometer vom Volksfestplatz entfernt, die wiegen acht Tonnen“, sagt Brandl. Bis auf sieben Holzbalken hätten Brandl und sein Team aber alles wiederfinden können, wie er erzählt. Mehrere Hundert Quadratmeter Holzboden fürs Festzelt und viele andere Dinge seien jedoch im Hochwasser zerstört worden – eine Katastrophe für Brandl und sein Team.

Wir haben zehn Tage lang in zwei Schichten Tag und Nacht gearbeitet.

Doch der Festwirt zeigte sich zuversichtlich. Mitte Juni versprach er: „Wir bekommen das pünktlich zum Start in Karlsfeld alles wieder hin.“ Eine Mammutaufgabe. „Wir haben zehn Tage lang in zwei Schichten Tag und Nacht gearbeitet“, um den Aufbau des Festzelts am Siedlerfest zu bewältigen, sagt Brandl.

Wegen Hochwasserschäden: Vorabend beim Siedlerfest muss abgesagt werden

Einen klaren Sieg im Wettlauf mit der Zeit konnten Brandl und sein Team am Ende nicht erlangen. Wie berichtet, musste das Vorabendprogramm, das eigentlich am gestrigen Donnerstagabend stattgefunden hätte, abgesagt werden. Auch wenn das Zelt zwar mittlerweile steht, so sei die Inbetriebnahme gestern noch nicht möglich gewesen. Es fehlt Brandl zufolge noch an der Feinabstimmung der Elektronikanlagen. Und auch die Schankanlagen seien noch nicht in Betrieb.

6000 und 5000 Liter großen Biertanks macht Markus Tesar fertig für den Ausschank. Seit 35 Jahren arbeitet der Schenkanlagenbauer bereits im Metier und weiß, dass jetzt nichts mehr schiefgehen darf.
6000 und 5000 Liter große Biertanks macht Markus Tesar fertig für den Ausschank. Seit 35 Jahren arbeitet der Schankanlagenbauer bereits im Metier und weiß, dass jetzt nichts mehr schiefgehen darf. © Norbert Habschied

Die Wirtshausmusik mit Traudi Siferlinger fiel damit sprichwörtlich ins Wasser. Ein gewisser Teil der rund 300 bis 400 verkauften Tickets sind laut dem stellvertretenden Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord Siegfried Weber bereits rückerstattet worden.

Am heutigen Freitag, dem offiziellen Beginn des Siedlerfestes, ist jedoch alles startklar. „Wir freuen uns das Siedlerfest in alter Gewohnheit eröffnen zu können“, sagt Brandl stolz und ergänzt: „Es wird an nichts mangeln.“

Festprogramm

Freitag, 28. Juni: Eröffnung des Vergnügungsparks ab 17 Uhr
Samstag, 29. Juni: Festzug um 13 Uhr, offizieller Bieranstich mit der „Karlsfelder Blaskapelle“ ab 14.30 Uhr
Sonntag, 30. Juni: Frühschoppen mit den Ampermusikanten ab 12 Uhr, Ois Easy ab 18 Uhr
Montag, 1. Juli: Gemütlicher Volksfestabend
Dienstag, 2. Juli: Tag der Solidarität (Seniorennachmittag)
Mittwoch, 3. Juli: Familiennachmittag von 14 bis 20 Uhr
Donnerstag, 4. Juli: Tag der Vereine
Freitag, 5. Juli: Fackellauf zum Seeberg und Feuerwerk
Samstag, 6. Juli: Versteigerung von Fundsachen und Überraschungskoffern ab 13 Uhr, Fischerstechen ab 14 Uhr
Sonntag, 7. Juli: Ausklang mit Blechblosn ab 18 Uhr
Reservierung unter www.brandl-paulanerzelt.de; Anmeldung zum Fischerstechen: burschenverein.karlsfeld@gmail.com

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