Berlin – was muss noch passieren, damit es endlich eine „Demo gegen links“ gibt?

Was muss eigentlich passieren, bis es in Deutschland eine „Demo gegen links“ gibt? Wo sind angesichts des linksterroristischen Anschlags auf die Stromversorgung in Berlin – ein Anschlag gegen die Freiheit von 45.000 Menschen – jetzt diese NGOs? Gibt es hier für sie etwa nichts mehr zu retten?

Und wo bleiben die Grünen, der DGB und so weiter? Von der Antifa besser nicht zu reden, nun, da ein Haufen selbst ernannter, gewaltaffiner Weltklimaretter und militanter Kapitalismus-Abschaffer gezeigt hat, was er von „unserer Demokratie“ hält – nämlich: nichts?

Schweigen nach dem Blackout: Doppelmoral bei den Protesten?

An der Kälte kann es nicht liegen, auch nicht am Schnee. Jeweils Hunderte fanden sich auf den Straßen ein – in Hamburg und Nürnberg, in München und Kiel –, um „mit Entsetzen auf die Ereignisse in Venezuela“ zu blicken, wo es einen blutrünstigen Diktator aus dem Amt katapultiert hat. Der seit Jahren, rechnet man Chávez dazu, seit Jahrzehnten eine weltweite Ikone der Linken ist. Auch Donald Trump ist diesen Leuten zuverlässig einen „Eistanz“ wert.

Wegen Berlin aber herrscht nicht nur dort – strombedingt – eisiges Schweigen. Demos gegen Rechts: immer. Demos gegen Links: nimmer. Deutschlands Demo-Metropole hält es bei diesem Anschlag mit den drei Affen – nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Gibt es etwa keine linken „Faschos“?

Bekennerschreiben der Vulkangruppe: Radikale Ideologie wie zu RAF-Zeiten

Das sogenannte Bekennerschreiben der sogenannten Vulkangruppe ist von vorne bis hinten demokratieverachtend. Es ist totalitär. Es ist, man möge diese Anleihe beim Antifa-Jargon verzeihen: „Fascho“. Die Attentäter bewegen sich in einem geschlossenen Argumentationskreislauf. Sie sind harte linke Ideologen und – selbstredend – im alleinigen Besitz der Wahrheit. Diskutieren zwecklos. Demokratie? Die kann uns mal.

Bei den weniger wohlhabenden Menschen wolle man sich entschuldigen, bei den „vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen“. Sie sortieren kühl aus, was sie für weniger lebenswert erachten. Wir Deutsche sollten derlei kennen, bei der RAF war es schon so. Und auch deren „Bekennerschreiben“ lasen sich bereits wie das Rechtfertigungspamphlet der Vulkangruppe. Als sei es nur aktualisiert worden seit dem „Deutschen Herbst“ der Siebziger- und Achtzigerjahre.

Man wolle die „Ausbeutung der Erde“ unterbrechen, „CO2-Tote“ verhindern – mit einem Blackout in Berlin. Kriminell, menschenverachtend und unsozial, von Berlin-Süd aus das Weltklima retten: Wie verblendet muss man sein, um einen solchen hanebüchenen Unsinn als Rechtfertigung einer ruchlosen Gewalttat zu mobilisieren?

Stromausfall Berlin
Eine Rentnerin aus Lichterfelde wird während eines Stromausfalls im Südwesten Berlins aus einer Notunterkunft abgeholt. Zehntausende Menschen im Südwesten der Hauptstadt haben keinen Strom. Und das Ganze wird wohl noch tagelang andauern. Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Linksextremismus in Deutschland: Auf dem linken Auge blind?

„Für uns ist es selbstverständlich, dass wir zu jedem Zeitpunkt die Gefährdung von Menschenleben ausgeschlossen haben.“ Ist das noch zynisch oder schon strunzdumm? Leider nicht – man muss das alles ernst nehmen. Diese Öko- und Antifa-Kriminellen nehmen tatsächlich das „Allgemeinwohl“ für sich in Anspruch. Warum lässt sich das Allgemeinwohl das gefallen? Wie kommt es, dass die Anschläge dieser Truppe seit mehr als zehn Jahren laufen, man aber nicht einen einzigen Täter erwischt hat?

Einer der Gründe ist vielleicht: Es gibt schließlich auch keine Demo gegen links. Viele NGOs sind für jede Demo gut – vorausgesetzt, sie bedient ihr Feindbild. „Hände weg von Venezuela und Iran“, stand auf Transparenten in Nürnberg. Grüne, Linke und DGB waren Mitveranstalter. „Trump in Handschellen“ wurde gefordert. Sie sind eben auf dem linken Augen blind – das alte Vorurteil ist keins, es stimmt einfach.

Maduro: ein übler, blutrünstiger Menschenverächter. Die Mullahs in Teheran: nichts anderes als Islamofaschisten. Linke verteidigen sie, indem sie sie für unantastbar von außen erklären – und bemühen dafür das Völkerrecht. Womit sie unfreiwillig sogar recht haben: Das Völkerrecht schützt – selbstredend nicht nur, aber eben auch – die Schurken.

Experten-Analyse: Die gefährliche „ideologische Verdichtung“ der Szene

Der Terrorismus-Experte Peter R. Neumann nennt den Terrorismus der Vulkangruppe das Ergebnis einer „längeren ideologischen Verdichtung“. In Teilen der linksextremen Szene bündelten sich verschiedene Krisenerzählungen: Klimakrise, Kapitalismuskritik, Technikskepsis und Staatsablehnung.

Das Ergebnis sei ein Weltbild, in dem Sabotage nicht mehr als Grenzüberschreitung gilt, sondern als politisch legitimes Mittel, um den vermeintlichen Niedergang des bestehenden Systems zu beschleunigen. Was auf der harten rechten Seite das völkische Denken ist, ist auf der harten linken Seite der Klassenkampf, ergänzt um die Beschwörung der Öko-Apokalypse.

Über Jahre hat sich eine neue, hochideologische, gewaltbereite Szene aufgebaut. In Berlin allein gibt es nach Schätzung des dortigen Verfassungsschutzes 600 gewaltbereite Linksextremisten. Sie haben einen explosiven Ideologie-Cocktail angerührt – aus allem, was linksradikal ist: Degrowth, Reichenhass, Technologieverachtung, männerhassender Radikalfeminismus und ökologische Weltrettung. Zum Beleg diese Passage aus dem Vulkan-Bekennerschreiben:

„Sabotiert die fossile Infrastruktur, die Stromnetze, den Raubbau der Erde, die Serverzentren, die Chipindustrie und deren Zuliefererbetriebe, zerstört die Voraussetzungen für die Automobilwirtschaft und die Rüstungsindustrie, für den Flugverkehr, die Villen, die Yachten, die Spaceships und die Golfplätze. Zerstört die Polizeizentralen, die der Garant für die patriarchalen Eigentumsverhältnisse sind, denn die Erde gehört sich selbst und allen Lebewesen und nicht den Menschen bzw. den Männern allein und den Reichsten unter ihnen.“

Wo bleibt der Aufstand der Anständigen? Oder sollte der Linksradikalismus etwa salonfähig geworden sein?