"Das ist Terrorismus und muss bekämpft werden": Leser nach Berlin-Blackout

Ein Anschlag der linksextremen Vulkangruppe auf das Stromnetz im Südwesten Berlins sorgt für regionale Stromausfälle und bundesweite Debatten. Während der Artikel von Sebastian Scheffel die wiederholten Attacken und Ziele der Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, beschreibt, entfacht der Vorfall eine vielschichtige Leserdebatte. Auffällig prägend sind Vorwürfe gegen politische Akteure und Sicherheitsbehörden, denen Untätigkeit oder selektive Strafverfolgung unterstellt wird. Zugleich fordern viele Kommentierende ein konsequentes Vorgehen gegen linksextreme Gewalttaten und kritisieren die mediale sowie politische Reaktion als zu schwach und einseitig. Weitere Stimmen äußern grundsätzliche Skepsis gegenüber linksextremen Ideologien und problematisieren die Verwundbarkeit kritischer Infrastruktur. 

Kritik an Politik und Sicherheitsbehörden

Mit 32 Prozent prägt dieses Lager die Debatte: Viele Kommentatoren halten das Vorgehen von Politik und Sicherheitsbehörden gegen die Vulkangruppe für unzureichend. Sie kritisieren fehlende Konsequenzen, eine zu lasche Strafverfolgung und befürchten, dass linksextreme Gruppen in Deutschland oft weniger hart verfolgt werden als rechte. Die Nutzer werfen Polizei, Verfassungsschutz und Politik Versäumnisse vor und hinterfragen, ob überhaupt ernsthafte Bemühungen zur Aufklärung und Verfolgung bestehen. Die Diskussion kreist um staatliche Prioritäten und fordert mehr Konsequenz und Entschlossenheit.

"Zuordnen seit 14 Jahren, aber mal aktiv werden kommt beim Berliner LKA wohl erst an vorletzter Stelle."  Zum Originalkommentar

"Jetzt reicht's aber! Ich bin sehr verärgert über die untätige Politik und Justiz. Sie sind vom Bürger gewählt und was wird eigentlich gegen diese linke Zelle getan? Warum ist die Politik so untätig? Man hat Hamburg im Kopf, wo sie alles kurz und klein geschlagen und beschädigt haben, und so geht's direkt weiter. Ich erwarte von der Politik jetzt Taten in Berlin sowieso, um diesen Verbrechern endlich mal Grenzen aufzuzeigen und sie mit drastischen Strafen mal für einige Zeit wegzusperren. Von was leben diese Menschen eigentlich? Hoffentlich nicht von Bürgergeld, das sofort eingestellt wird."  Zum Originalkommentar

"Die Fragestellung zum Kampf gegen den Extremismus ist falsch. Während alles, was rechts von Linkspartei und Grünen steht, als „rechtsextrem“ bezeichnet wird, ist der Staat auf dem linken Auge blind. Anders ist nicht zu erklären, dass eine linke Terrorgruppe seit 14 Jahren fast unbehelligt ihr Unwesen treiben kann."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber linker Ideologie

Dieses Lager, das 21 Prozent der Beiträge umfasst, lehnt die Systemkritik der Vulkangruppe entschieden ab. Viele Kommentatoren hinterfragen, welches Gesellschaftsmodell die Linksextremen anstreben, und kritisieren ihre Position als wirklichkeitsfern und zerstörerisch. Die Leser äußern zudem Unverständnis über den vermeintlichen Nutzen der Aktionen für Klima, Demokratie oder gesellschaftlichen Zusammenhalt und sehen einen Zusammenhang mit politischer Polarisierung und dem Erstarken radikaler Parteien.

"Eine Frage: in welchem System wollt ihr eher leben, im Sozialismus oder im Kapitalismus?"  Zum Originalkommentar

"Wenn die Linken bald die Mehrheit der Bevölkerung gegen sich haben, können die sowieso einpacken. Kein kluger Schachzug."  Zum Originalkommentar

Kritik an linksextremem Terrorismus

Einige Leser (13 Prozent) benennen die Gewalt als klaren Terrorismus und mahnen eine härtere Verfolgung an. Viele Leser fordern, dass der Staat terroristische Aktivitäten konsequent als solche behandelt und ahndet. Sie betonen die massiven Folgen der Angriffe für Bürger, Wirtschaft und Infrastruktur und hinterfragen, warum diese Art von Terrorismus politisch und medial nicht mit schärferen Maßnahmen und deutlichen Worten begegnet wird. Einige sehen politische Verantwortung auf Seiten der Berliner und Bundespolitik.

"Das ist Terrorismus und muss bekämpft werden! Mit allen Mitteln!"  Zum Originalkommentar

"45.000 Haushalte frieren bei Eiseskälte nach einem linksextremen Anschlag auf die Stromversorgung - und der Senat tagt erst zehn Stunden später. Bürgermeister Wegner abgetaucht, Bundeskanzler Merz schweigt. Linksterrorismus legt die Infrastruktur lahm und gefährdet Menschenleben, die Brandmauer-Politik schaut zu. So sieht Staatsversagen aus. Aber es wurde und wird auch immer noch wieder gewählt."  Zum Originalkommentar

"Warum taucht das Wort "Terror" nie auf? Denn es ist nichts anderes."  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur politischen Reaktion

Mit 7 Prozent Anteil nimmt dieser Teil eine spöttische Position zur politischen Reaktion auf die Anschläge ein. Viele Beiträge drücken ironisch die Erwartungslosigkeit oder Resignation über fehlende Konsequenz bei der Bekämpfung der Vulkangruppe aus. Auch Protestinitiativen wie 'Omas gegen Rechts' werden zum Ziel von humorvollen Seitenhieben. Die Nutzer artikulieren ihre Kritik meist über Sketche und satirische Bemerkungen zur gesellschaftlichen Lage.

"Der Berliner Bürgermeister findet die Tat "inakzeptabel". Da sage ich mal von ganzem Herzen: Danke schön. Für nochmals einige Stimmen, für die einzigen, die in diesem Chaos sicherlich keine Wunder werden vollbringen können, aber als einzige einigermaßen glaubwürdig vermitteln, Politik für ihre Wähler zu machen."  Zum Originalkommentar

"Gottseidank bin ich im warmen, etwas rechtsgelagerten Florida"  Zum Originalkommentar

Kritik an Medien und Berichterstattung

Manche Leser (fünf Prozent) kritisieren explizit die Medienlandschaft. Sie fordern eine objektivere und umfassendere Berichterstattung zu linksextremer Gewalt und werfen öffentlich-rechtlichen sowie privaten Medien vor, das Ausmaß und die Bedrohung systematisch herunterzuspielen. Die Benutzer bemängeln, dass die Wortwahl verharmlosend erscheint und dass bestimmte Gruppen oder Taten im medialen Diskurs bevorzugt behandelt oder ausgeblendet werden.

"Es ist schon erstaunlich, dass sich der mediale Aufschrei bei diesem terroristischen Anschlag in sehr engen Grenzen hält. Insbesondere beim ÖRR. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt."  Zum Originalkommentar

Kritik an Infrastruktur und Versorgungssicherheit

Ein Anteil von drei Prozent äußert sich zur Verwundbarkeit der öffentlichen Versorgung. Diese Stimmen wundern sich darüber, wie schnell und nachhaltig die Stromversorgung durch gezielte Eingriffe ausfällt und bemängeln die langsame Wiederherstellung. Die Kommentatoren stellen die Rolle der Behörden im Krisenfall infrage und fordern bessere Vorbereitung und Schutzmaßnahmen für die Zukunft. Auch der scheinbare Nachholbedarf im technischen und organisatorischen Bereich wird hervorgehoben.

"Deutschland hat kein Problem, solange 1700 Generatoren des THW in der Ukraine eingesetzt werden. Das nennt man Hilfe mit Planung. Was lernt man im Gefahrenfall? Richtig, erst Selbsthilfe und -schutz, dann ist der Nachbar dran."  Zum Originalkommentar

"300.000 Verwaltungsbeamte und 1 Mio. Bürger, aber keinen Elektriker, der ein Stromkabel reparieren kann."  Zum Originalkommentar

"2 Dinge sind noch viel schlimmer: 1.) dass es so verdammt einfach ist, unsere Infrastruktur - und damit den gesamten Alltag - komplett außer Gefecht zu setzen und 2.) dass die Reaktionen darauf blanke Hilf- und Planlosigkeit ist, offenbar für viele Tage - oder gar Wochen? Ein oder ein paar Stromkabel brauchen bald eine Woche zur Reparatur und damit zur Wiederherstellung normalen öffentlichen Lebens und das inmitten der Hauptstadt der angeblich drittgrößten Weltwirtschaftsmacht (?) - und nicht etwa im schwer zugänglichen Dschungel-Niemandsland? - OMG!"  Zum Originalkommentar

"Es wundert doch sehr, dass da nicht mehr und vor allen Dingen konstruktiv von überall Hilfe anrückt, scheinbar wird nur werbewirksam geholfen, wenn irgendwo in der restlichen Welt etwas passiert. Dass da ein paar Stromkabel nicht in kürzester Zeit zusammengeflickt werden können, lässt tief blicken in den bundesdeutschen handwerklichen Reparaturbetrieb."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Die übrigen Kommentare (19 Prozent) lassen sich keiner klaren Perspektive zuordnen. Die Beiträge streifen verschiedene Themen, von grundsätzlichen Fragen zur Gesellschaftsordnung und politischer Bewertung bis hin zu sarkastischen Bemerkungen oder Vergleichen mit anderen Ereignissen. Sie spiegeln eine allgemeine Unsicherheit und Unterschiedlichkeit der Meinungen wider und liefern zum Teil pointierte, offene oder lapidar formulierte Reaktionen, die keine dezidierte inhaltliche Richtung aufweisen.

"Wenn das keine Linken gewesen wären…. Brennpunkt, Bundespräsident das volle Programm. So…? Business as usual.."  Zum Originalkommentar

"Vielleicht kann hier ausnahmsweise mal wieder ein ausländischer Dienst bei der Aufklärung helfen? Sonst wird das wohl eher nichts."  Zum Originalkommentar

"Na da brauchen die Omas gegen Rechts jetzt ein Jäckchen mehr beim Frühstück."  Zum Originalkommentar

Wie konsequent sollte Deutschland gegen Extremismus auf allen Seiten vorgehen? Diskutieren Sie mit! Die Kommentare offenbaren große Skepsis gegenüber der aktuellen Sicherheitspolitik und Zweifel an der Durchsetzungskraft von Staat und Medien. Diskutieren Sie mit! 

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
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