- Der vollständige Artikel von Sebastian Viehmann, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Pflicht ab 2026: Diese neuen Assistenzsysteme müssen Autofahrer kennen
Eine Beschlusslage mit Folgen: Der Artikel von Sebastian Viehmann stellt vor, welche Fahrassistenzsysteme ab 2026 zur Pflicht in Neuwagen werden sollen – ein Schritt mit spürbaren Auswirkungen für Autofahrer. Kritik richtet sich gegen die wachsende Regulierung durch die EU, die als Eingriff in Freiheit und Geldbeutel wahrgenommen wird. Ein anderer Teil der Leser sieht vor allem technische und sicherheitsbezogene Probleme in der Alltagstauglichkeit der Systeme.
Kritik an EU-Regulierungen
Mit 27 Prozent dominiert die ablehnende Haltung gegenüber der neuen EU-Regulierung: Viele Leser empfinden die verpflichtende Einführung zusätzlicher Assistenzsysteme insbesondere ab 2026 als Ausdruck zunehmender Überwachung und Bevormundung. Sie kritisieren den tiefen Eingriff in die individuelle Freiheit sowie die steigenden Kosten – und zweifeln, ob die Sicherheit tatsächlich wie versprochen steigt. Die Frage, ob eine Balance zwischen Sicherheit und Eigenverantwortung gewahrt wird, bleibt für dieses Lager ungeklärt – und Akzeptanz für die Maßnahmen ist kaum zu erkennen.
"Die Vorschriften und Eingriffe der EU in unser Leben nehmen Ausmaße der Entmündigung an. Insbesondere der Einbau einer "Blackbox" bis hin zur Übermittlung von Kreislauf- und Atemformationen - öffnet der individuellen dauerhaften anlasslosen Überwachung Tür und Tor. Das ist nicht mehr zu tolerieren." Zum Originalkommentar
"Von EU-Fürsorge umzingelt, bleibt der Fahrspaß zunehmend auf der Strecke. Und genau das ist ja wohl auch Absicht, Stichwort Green Deal. Natürlich alles mit der Universalbegründung "Sicherheit". Damit kann man übrigens auch jegliches Tempolimit begründen. Da ist noch lange nicht Schluss." Zum Originalkommentar
"Werdet gerne zu Kindern, die EU will es so und die schlichten Gemüter merken es nicht einmal. Es hat ja Gründe, warum die EU der Running Gag für den Rest der Welt geworden ist." Zum Originalkommentar
"Um das alles richtig Deutsch zu machen, nach jeder Fahrt eine Dokumentation über die Fahrt schriftlich ablegen mit Unterschrift." Zum Originalkommentar
Ablehnung von Assistenzsystemen
Mit 25 Prozent der Stimmen zeigt sich eine klare Ablehnung der Geräte an sich: Viele Nutzer wollen Assistenzsysteme gar nicht erst im Auto haben, da sie die Technik als unnötig, störend und einschränkend wahrnehmen. Insbesondere ältere Fahrzeuge werden als ideal betrachtet, um Fahrspaß und Eigenverantwortung zu erhalten. Das Interesse, neue technische Vorgaben zu akzeptieren oder anzunehmen, ist in dieser Gruppe kaum vorhanden.
"Wer Spaß am Autofahren will, muss einfach einen Oldtimer fahren." Zum Originalkommentar
"Muss ich nicht kennen, weil ich mit solchen Autos nicht fahre. So einfach ist das." Zum Originalkommentar
"Assistenzsysteme? Brauche ich nicht und will ich nicht! Sobald man diesen Mist dauerhaft abschalten kann, kaufe ich auch wieder einen Neuwagen. Ansonsten muss mein Diesel noch 20 Jahre weiterlaufen!" Zum Originalkommentar
"Hoffentlich gibt es bald im Web einen Chip zu kaufen, der das ganze Gepiepse abschaltet." Zum Originalkommentar
Kritik an Technik und Zuverlässigkeit
18 Prozent der Nutzer stehen den geplanten Systemen kritisch gegenüber, weil sie deren Zuverlässigkeit infrage stellen. Erfahrungsberichte schildern Fehlfunktionen, plötzliche Bremsmanöver und fehlerhafte Warnungen, die im Alltag eher als gefährlich und störend empfunden werden. Viele fordern eine bessere technische Entwicklung und die Möglichkeit, problematische Systeme nach Bedarf abzuschalten, bevor noch mehr verpflichtende Technik ins Auto kommt.
"Nur funktionierten die Systeme nicht besonders gut. Meine C-Klasse, Bj 23, legt ab und zu mal eine grundlose Vollbremsung in der Stadt hin, Gott sei Dank ist mir noch keiner draufgekracht. Rückwärts in eine Parklücke, vor allen Dingen im Parkhaus, ist auch manchmal eine Herausforderung durch das ständige Abbremsen des Rückfahrnotbremssystems. Auch der Spurhalteassistent kann nerven, wenn er laufend anzeigt, dass man nicht mittig die Spur hält, weil er mit der Straßenkennzeichnung nicht klarkommt." Zum Originalkommentar
"Zwei Assistenten sind wirklich sinnvoll, das sind Notbremsassistenten für LKWs, um schwere LKW-Unfälle zu vermeiden, und der Assistent für den Totenwinkel, speziell auch wieder bei LKWs oder Transportern, um Abbiegeunfälle zu vermeiden. Alle anderen Assistenten sind eher eine Belastung und nervig, speziell im PKW-Bereich." Zum Originalkommentar
"Das erste, was wir immer abschalten, ist der Geschwindigkeitswarner. Erstens nervt es total schon bei 52 statt 50 "pingping"… Mir kann keiner erklären, dass Italiener das z.B. mitmachen. Wenn man da als Deutscher in einer Baustelle mit Tempo 50 fährt, wird man von jedem PKW und LKW bedrängt. Wie soll das dort laufen?! Zum anderen stimmen die angezeigten Geschwindigkeiten oft nicht. Z.B. bei uns im Wohngebiet ist eigentlich Tempo 50, der denkt aber, es wären 30? Wenn man das nicht mehr zukünftig ausschalten kann, wird man quasi gezwungen, maximal 30 zu fahren, die anderen auf der Straße rasten aus…" Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Fahrassistenz
In diesem Meinungslager, das elf Prozent der Kommentare umfasst, stehen die sicherheitstechnischen Auswirkungen der Systeme zur Debatte. Kritiker schildern gefährliche Situationen, die durch Fehlfunktionen und Fehlalarme entstehen, und befürchten, dass so mehr Risiken als Sicherheit geschaffen werden. Die Forderung nach sorgfältigerer Entwicklung und Prüfung vor der verpflichtenden Einführung ist in diesem Teil der Kommentare deutlich erkennbar.
"Teilweise gut und teilweise gefährlich. Meine Tochter hat einen Kleinwagen von Toyota. Auf der Autobahn (ziemlich leer) auf einmal Vollbremsung ohne Grund, so dass das Auto vollständig zum Stillstand kommt. Das Gleiche auch schon 2x auf der Landstraße. Das ist dann eher gefährlich und keine Assistenz!" Zum Originalkommentar
"Die meisten Systeme sind unausgereift und mitunter gefährlich, was auch sogar schon bewiesen wurde. Leider verstehe ich nicht, wie man solche unzuverlässigen Systeme in Fahrzeugen zur Pflicht macht, wo man genau weiß, dass sie nicht zu 100% funktionieren." Zum Originalkommentar
Kritik an Alltag und Nutzung der Systeme
Sieben Prozent der Nutzer berichten von den praktischen Herausforderungen, die Assistenzsysteme im Auto-Alltag mit sich bringen. Ständige Warnungen, Pieptöne und komplizierte Abschaltvorgänge belasten für sie den Fahrkomfort. Viele empfinden die Assistenten als ablenkend oder gar gefährlich und sehen ihren Nutzen kritisch – gerade in den täglichen Verkehrssituationen.
"Es blinkt und piept dann unentwegt. Mein Toyota Aygo hat die meisten dieser "Helferlein" schon 2020 gehabt, als ich ihn gekauft habe. Aber diese dauernde Ablenkung hat mich so genervt, dass ich das meiste abgeschaltet habe. Zuviel ist ungesund. Auch bei diesen Assistenten." Zum Originalkommentar
"Fahre einen KIA Baujahr 2023. Dessen Assistenzsysteme sind bereits eine Zumutung: ständig fiept und piept und kreischt irgendwas, man kann sich kaum aufs Autofahren konzentrieren. In Zukunft nur noch Oldtimer - und EU-ablehnende Parteien!" Zum Originalkommentar
"Bis vor kurzem konnte ich noch sagen: "Das Beste an den Assistenten ist, dass man sie ausschalten kann." Aber jetzt: jedes Mal beim Losfahren den Quatsch deaktivieren. Aussteigen und zum Bäcker gehen, einsteigen, Assistenten deaktivieren... PS: Der Müdigkeitsassistent bringt seine Meldung immer, wenn kurz darauf eine bestimmte Fastfoodkette kommt. Zufall?" Zum Originalkommentar
"Das "hochentwickelte Warnsystem bei nachlassender Konzentration des Fahrers" durfte ich kürzlich bei einem Leihwagen erleben. Der Spurhalteassistent hält das Auto mittig in der Fahrbahn. Ich musste entgegenkommenden breiteren Fahrzeugen (großen Traktoren, Mähmaschinen und LKWs) nach rechts ausweichen, nach dem 3. Ausweichmanöver kam die penetrante "Müdigkeitsmeldung". Dann fuhr ich auf einen Parkplatz und schaltete aus, was auszuschalten war. Das Blöde: bei jedem Neustart des Autos muss alles wieder neu abgeschaltet werden. Nervig." Zum Originalkommentar
Sarkasmus zu Assistenzsystemen
Ironisch-sarkastische Kritik prägt die Aussagen von fünf Prozent der Kommentierenden: Sie greifen die zunehmenden Überwachungsfunktionen der neuen Pflichtsysteme auf und überzeichnen sie in humorvoll-spöttischen Zukunftsszenarien. Die Abwehrhaltung gegenüber staatlicher Kontrolle im Fahrzeug ist dabei deutlich, Angst vor einem Überwachungsstaat schwingt mit.
"Sehr ausgereifte Technik. Da wäre auch eine elektronische Anforderung von Verwarngeld und Ordnungswidrigkeitsbescheiden mit automatischer Paypalfunktion eine sehr sinnvolle Ergänzung." Zum Originalkommentar
"Vielleicht warnt mein neues Auto mich davor, dass mir der Himmel auf den Kopf fällt?" Zum Originalkommentar
"Ich habe einen neuen Mercedes; mittig der breite Kartenbildschirm. Wieder eine neue Assistenz, die dort Platz nimmt, so dass zeitweise die Straßenkarte nicht mehr sichtbar ist. Toll, Mercedes! Lösung: abschaltbare Gesprächsmeldung, so dass Nachrichten von Herrn Merz unterbrochen werden." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
In sieben Prozent der Kommentare finden sich Beiträge, die mehrere Themen vermischen oder keine eindeutige Position einnehmen. Hier werden Fragen nach Sinn und Zukunft des Autofahrens sowie unspezifische oder humorvolle Ideen angesprochen.
"Wäre es nicht besser, für unsere Politiker eine Eignungsprüfung einzuführen?" Zum Originalkommentar
"Wenn das so weitergeht, brauchen wir dann überhaupt noch einen teuren Führerschein? Das Auto macht doch alles alleine." Zum Originalkommentar
Die Pflicht zu neuen Assistenzsystemen entzweit: Während die EU auf Sicherheit setzt, fürchten viele Leser den Verlust von Freiheit und Fahrspaß. Wie stehen Sie dazu: Sicherer unterwegs – oder lassen Sie sich zu viel vorschreiben? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Sicht im Kommentarbereich!