Markus Loth kandidiert nicht noch einmal als Bürgermeister von Weilheim. Deswegen wurde seine letzte Jahresabschlussrede im Stadtrat durchaus mit Spannung erwartet.
Die Krisen und Unsicherheiten weltweit und in Deutschland würden bis in den Alltag der Stadt hinein wirken, meinte Loth zu Beginn seiner Rede. Umso mehr freue ihn das einstimmige Bekenntnis des Stadtrats zur Demokratie – die AfD war bei der Sitzung abwesend. Er habe keine Zweifel, dass „große Teile unserer Stadtgesellschaft diesem Aufruf folgen werden“, so Loth und ging danach zum regulären Teil seiner Rede über.
Die Haushaltsplanung für dieses Jahr habe unter der Prämisse gestanden, die großen Investitionen abzubilden. Loth nannte in diesem Zusammenhang die Erweiterungen der beiden Grundschulen, die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Mariä Himmelfahrt, den Hochwasserschutz Angerbach sowie die Sanierung des Stadtmuseums.
Die 16 Millionen Euro, die für diese Vorhaben im 2025er Haushalt bereitgestellt wurden, seien nur ein Teil der notwendigen Summe. Auch in der Finanzplanung für die kommenden Jahre sind die Vorhaben einberechnet. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben gehe in Weilheim immer weiter auseinander, weswegen das Aufstellen des Haushalts „ein Balanceakt“ sei, so der Bürgermeister weiter. Heuer sei es sich noch ausgegangen, ohne die freiwilligen Leistungen für Vereine und Organisationen zu beschneiden. Loth betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Wirtschaftsförderung sei: „Wenn hier die Wirtschaft mal schwächelt, gerät die gesamte Finanzierung der Kommunen ins Wanken.“
Seit Jahren investiere die Stadt in eine bedarfsgerechte Kinderbetreuung, so Loth weiter. Als Beispiele nannte er die Krippengruppe in den Räumen des Bürgerheims, die neue Kita in der Wohnanlage an der Kanalstraße oder die Vorschulgruppe im Unterhausener Pfarrheim. Weitere Einrichtungen seien geplant, so beispielsweise im Neubaugebiet Am Öferl oder die Erweiterung der katholischen Kita Mariä Himmelfahrt. So habe die Stadt heuer nahezu jeden Platzbedarf erfüllen können.
Großer Bedarf bei Schulkindbetreuung
Mehr als die Hälfte der Grundschulkinder verbringe aktuell die Nachmittage in der Schulkindbetreuung, die Tendenz nehme stark zu, zudem greife ab Herbst des kommenden Jahres der Rechtsanspruch auf eine solche Betreuung für Schulkinder. Das bedeute ganz konkret, dass an den beiden Weilheimer Grundschulen Platz für zusätzliche Klassenräume und die nachmittägliche Betreuung geschaffen werden müsse.
Die Grundschule am Hardt werde entsprechend um einen fünften Zug sowie Räume für einen offenen Ganztag erweitert, so Loth. Der Erweiterungsbau wachse Tag für Tag sichtbar in die Höhe. Der Planungsauftrag für die Grundschule an der Ammer wurde Anfang 2025 vergeben. Im kommenden Frühjahr soll dann der Startschuss für den Rohbau fallen – „ein Bauwerk, das auf besonders anspruchsvollen Bohrpfählen errichtet wird, da der Baugrund an der Ammer große Herausforderungen bereithält“, so Loth.
Neben der Betreuung nach Schulschluss werde künftig auch das Thema Ferienbetreuung immer bedeutender. Es dürfe dann nur noch 20 Schließtage pro Jahr geben. „Wir stehen dazu bereits im Austausch mit den beiden Schulen und den betroffenen Trägern sowie dem Jugendamt auf der Suche nach bedarfsgerechten Lösungen“, versprach der Bürgermeister.
Kurz ging Loth auch auf den Umbau der Johann-Baur-Straße zur Fahrradstraße und die Auszeichnung mit dem Label „StadtGrün Naturnah“ in Silber ein, die die Stadt Weilheim heuer erhalten hat. Dank eines Förderprogramms sollen in den kommenden Jahren drei sogenannte Piko-Parks ökologisch aufgewertet werden – der Maibaumplatz, der Bereich beim Kriegerdenkmal am Oberen Graben und der Bolzplatz an der Hardtkapellenstraße. Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde heuer die neue Fußgängerbrücke in der Oberen Stadt errichtet und gemeinsam mit der Gemeinde die Flutmulde im Osten von Eberfing realisiert.
Anschließend ging Loth auf verschiedene Personalien ein. Er berichtete davon, dass der Leiter des Bürgerheims, Rainer Schlosser, in den Ruhestand ging und ihm Richard Stiehle nachfolgte, dass Kathrin Neulinger-Warnecke neue Geschäftsführerin der Volkshochschule in Weilheim ist und Stefanie Dietl seit Anfang Oktober die neue Leiterin der Polizeiinspektion ist.
Nachdem Stadtpfarrer Engelbert Birkle nach Kaufering gewechselt war, übernahm sein Nachfolger Paul Igbo die Segnung der frischsanierten Mariensäule. Loth dankte in diesem Zusammenhang Angelika Flock, Brigitte Holeczek, Wilhelm Handel und Dr. Joachim Heberlein für ihren unermüdlichen Einsatz beim Spendensammeln.
Mit großer Freude berichtete der Bürgermeister vom Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Stadthalle und würdigte die Stadtwerke für ihren Einsatz in Weilheim. Dabei ging Loth auf den neuen Trinkbrunnen am Dietlhofer See, die neuen Wasserleitungen rund um die Rosenstraße und das neue Parkhaus an der Krumpperstraße ein.
Herzlicher Dank zum Abschied
Das Ende seiner letzten Jahresabschlussrede als Bürgermeister nutzte Markus Loth dazu, sich zu bedanken. Bei „den zahlreichen Weilheimerinnen und Weilheimern, Freunden und Gönnern, Vereinen und Institutionen, die sich ehrenamtlich und uneigennützig für die Allgemeinheit engagieren und zum Wohle unserer schönen Stadt beitragen. In diesen Dank schließe ich die Mitglieder unserer freiwilligen Hilfsorganisationen, insbesondere unserer Feuerwehren, des THW und Roten Kreuzes, aber auch alle anderen, die im Dienst am Nächsten zum Einsatz bereit sind, mit ein.“ Loth dankte den Mitarbeitern und Führungskräften in sämtlichen städtischen Einrichtungen und bei den Stadtwerken, seinen Stellvertretern, dem Stadtrat sowie den Agenda-Gruppen.