Nach mühsamem Start: Ideensuche für „Penzberg mitgestalten“ nimmt Fahrt auf

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Warb für „Penzberg mitgestalten“: Horst Baumgarten bei der Auftaktveranstaltung. © Wolfgang Schörner

Der offizielle Startschuss für „Penzberg mitgestalten“ ist gefallen. Nach mühsamem Start bei der Auftaktveranstaltung nimmt die Ideensuche nun Fahrt auf.

Penzberg - „Ich gebe jetzt den offiziellen Startschuss für Penzberg mitgestalten“, sagte Horst Baumgarten kurz vor Weihnachten in der Auftaktveranstaltung. Rund 25 Interessenten waren in den Nebensaal der Stadthalle gekommen, weniger als erwartet, was, so die Vermutung, wohl am vorweihnachtlichen Trubel lag. Was sich dort zudem mühsam gestaltete, wie Seniorenbeiratsmitglied Baumgarten zugab, war die Suche nach neuen Ideen. Bisher gibt es allein Vorschläge aus dem Seniorenbeirat, dem Initiator von „Penzberg mitgestalten“. In der Auftaktveranstaltung kam kein neuer Vorschlag hinzu.

Der Seniorenbeirat war es dagegen, der wenige Tage danach in seiner Sitzung weitere Ideen kreierte, die womöglich von „Penzberg mitgestalten“ aufgegriffen werden können. Vorsitzende Ingrid Hauptmann berichtete von der angespannten Personalsituation im Bergwerksmuseum. Vielleicht finden sich Ehrenamtliche, die dort mithelfen, sagte sie und verwies auf „Penzberg mitgestalten“. Horst Baumgarten nannte als sein Lieblingsthema die Begrünung der Ludwig-März-Straße. Und Ursula Schreier erzählte von den Penzberg-Filmen des 1995 verstorbenen Amateurfilmers Martin Weiglmeier, die im Stadtarchiv liegen. Sie seien zwar digitalisiert, zum Teil aber in schlechter Qualität und thematisch ungeordnet, so Schreier. Die Aufbereitung sei sehr aufwändig. Worauf Jochen Pfeifer in die Runde fragte, ob dies etwas für „Penzberg mitgestalten“ und junge Leute mit IT-Kenntnissen wäre. Anders als bei der Auftaktveranstaltung hieß es im Seniorenbeirat, dass auch reine Ideengeber willkommen sind, ohne den Vorschlag gleich selbst umsetzen zu müssen.

Ebenso im Seniorenbeirat wurde vergangenen Sommer die mittlerweile weit gediehene Fahrdienst-Idee geboren, die unter dem Dach von „Penzberg mitgestalten“ realisiert werden soll: ein kostenloser Fahrdienst im Penzberger Stadtgebiet, bei dem Ehrenamtliche in ihren Privatautos Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zum Beispiel zum Einkaufen oder zu Arztterminen bringen. Vorbild ist Vaterstetten. Bislang gebe es sieben Personen, die sich als Fahrer zur Verfügung stellen würden, berichtete Seniorenbeiratsmitglied Alfred Grimbs, der das Projekt maßgeblich vorantreibt. Vor dem Start muss aber erst der Förderverein gegründet werden. Er sei die Basis für den Fahrdienst, sagte er.

Weiglmeier-Filme bis Fahrdienst

Eine andere Aufgabe für „Penzberg mitgestalten“ könnte laut Baumgarten die Unterstützung der Stadt Penzberg beim Mobilitätskonzept sein. Was Stadtratsmitglied Anette Völker-Rasor (PM) in der Auftaktveranstaltung aufgriff: Ehrenamtliche könnten die Tabelle mit den 169 Einzelmaßnahmen so aufbereiten, dass man auf den ersten Blick sieht, wo die Örtlichkeit ist und ob es sich um eine Baumaßnahme handelt oder ob man nur etwas Farbe für Markierungen braucht.

Bei der Auftaktveranstaltung hatte Baumgarten berichtet, dass für die zweite Januarhälfte die Gründung eines gemeinnützigen „Fördervereins Penzberg mitgestalten“ geplant ist. Er stellte zudem klar, dass man keine Lobbyarbeit für Parteien, Vereine und Organisationen mache, neutral handle, keine Fehler aus der Vergangenheit vorwerfe und einen respektvollen Umgang pflege. Baumgarten nannte zwei mögliche Sorten von Projekten: zum einen die Beratung und Unterstützung der Stadtverwaltung, zum anderen von der Stadt unabhängige Bürgerprojekte wie der Fahrdienst.

Bleibt die Frage nach dem Namen „Penzberg mitgestalten“. Er wird wegen der Verwechslungsgefahr mit der Wählergruppe „Penzberg miteinander“ von verschiedenen Seiten als wenig glücklich empfunden. Bei der Auftaktveranstaltung sprachen einige Gäste immer wieder versehentlich von „Penzberg miteinander“ statt „Penzberg mitgestalten“.