Brandenburg-Beben: Wagenknecht wird 2026 zur Gefahr für die Wahlen

Lauter krachend kann man nicht hinwerfen, als es heute der Co-Architekt der Brandenburger Rot-Lila-Koalition, Robert Crumbach vom BSW, tat. Der stellvertretende Ministerpräsident und mächtige Finanzminister tritt aus Partei und BSW-Fraktion aus, und benennt die Hauptschuldige: Sahra Wagenknecht.

Crumbach: Wagenknecht würdigt demokratische Institutionen herab

Auch der Vorwurf, den Crumbach Wagenknecht macht, kann schlimmer kaum sein: Sie würdige demokratische Institutionen wie das deutsche Parlament herab. Wagenknecht habe erklärt, "die Mehrheit der Abgeordneten im Deutschen Bundestag seien ,Demokratieverächter‘", kritisiert Crumbach laut "Bild".

Wörtlich sagte er: "Eine weitere Mitgliedschaft in einer Partei, die demokratische Institutionen pauschal herabwürdigt, interne Konflikte eskaliert und politische Ausgrenzung fordert, ist mit meinem Amtsverständnis (…) und mit meinen persönlichen Werten nicht vereinbar." 

Ein gutes Jahr nach der Brandenburg-Wahl, bei der SPD-Spitzenkandidat Woidke die AfD nur mit Mühe auf den zweiten Platz verwies, wackelt nun die fragile Koalition gewaltig. Neben renitenten BSW-Abweichlern bei so mancher Landtagsabstimmung war es aber vor allem Sahra Wagenknecht, die immer wieder reinregierte, wofür sie nie gewählt war.

Robert Crumbach und Dietmar Woidke
Vize-Ministerpräsident Robert Crumbach (links) ist aus dem BSW ausgetreten und bringt damit die Regierung von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke ins Wanken. Soeren Stache/dpa

Wagenknecht verspritzt mit politischem Understatement versetztes Gift

Der Bruch zeichnete sich ab, als Robert Crumbach gemeinsam mit der SPD der Novellierung des Medienstaatsvertrages zustimmte. Und das gegen den ausdrücklichen Willen der Bundeszentrale. Er könne und wolle nicht "Totengräber“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein, erklärte er damals.

Das Hineinregieren Wagenknechts lag allerdings von Beginn an in der DNA der anfänglichen "Ein-Personen-Partei“. Als die erfolgreiche Thüringer BSW-Chefin und Finanzministerin Katja Wolf im April 2025 wieder für den Parteivorsitz kandidierte, griff Wagenknecht aus Berlin ein.

Sie sei "erstaunt“ über die erneute Kandidatur, gab sie laut MDR zu Protokoll, denn eigentlich habe man sich doch auf eine Trennung von Amt und Mandat geeinigt. Es ist zuweilen mit politischem Understatement versetztes Gift, das Wagenknecht verspritzt.

Im Fall Thüringen hatte Wagenknecht das Nachsehen. Wolf setzte sich gegen die von Wagenknecht präferierten Gegenkandidaten durch.

Wagenknecht wird im Wahljahr zum demokratischen Risikofaktor

Mit ihrem toxischen und autoritären Führungsstil wird Wagenknecht im Jahr von gleich vier Landtagswahlen zu einem weiteren demokratischen Risikofaktor. Zwar wird das BSW dort als "Bündnis für soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft" antreten.  

Mögliche Kooperationspartner wie die CDU in Sachsen-Anhalt oder in Mecklenburg-Vorpommern werden das BSW vor dem Hintergrund des Brandenburg-Bebens trotzdem mit spitzen Fingern anfassen. Denn die Giftspritze Wagenknecht wirkt noch immer.

Eine schwierige Ausgangslage für demokratische Parteien, die gemeinsam vor allem eine andere Partei von jeder Regierung fernhalten wollen: die AfD.