Eine Haushaltsbefragung zur Mobilität wird derzeit vom Landratsamt Miesbach verschickt. Ziel ist es, die Mobilität im Landkreis mithilfe der Bürger zu verbessern. Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung eines umfassenden Mobilitätskonzepts ein.
Landkreis – In vielen Briefkästen dürfte sie schon angekommen sein: Das Landratsamt verschickt in diesen Tagen eine Haushaltsbefragung zur Mobilität im Landkreis, in der Landrat Olaf von Löwis persönlich dazu einlädt, am Mobilitätskonzept mitzuwirken. „Stellen Sie sich eine Zukunft vor, in der sich jeder mühelos und umweltfreundlich im Landkreis Miesbach und über die Landkreisgrenzen hinweg mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl bewegen kann. Dahin wollen wir!“, schreibt der Landrat. Der Kreistag habe dafür im Jahr 2022 die Stabsstelle Mobilitätsentwicklung im Landratsamt eingerichtet, die seitdem kontinuierlich für dieses Ziel arbeite. Nun sollen auch die Antworten der Bürger zur eigenen Mobilität einbezogen werden.
Helfen sollen diese Informationen unter anderem dabei, die Verkehrsströme, die genutzten Verkehrsmittel und die Mobilitätsbedürfnisse zu erfassen und auf dieser Basis Lösungen zu entwickeln. Ein umfassender Plan, der auf das vom Kreistag beschlossene Mobilitätskonzept und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans zurückgeht, erklärt eine Sprecherin der Kreisbehörde auf Anfrage. Während der Nahverkehrsplan eine Pflichtaufgabe des Landkreises ist und sich schwerpunktmäßig mit dem Bus- und dem On-Demand-Verkehr beschäftigt, ist die Erstellung eines Integrierten Mobilitätskonzepts freiwillig. Der Landkreis hat für die Gesamtstrategie, in der auch andere Verkehrsmittel berücksichtigt werden, eine Leader-Förderung beantragt.
Bürger sollen Situation selbst beurteilen
Die Postwurfsendung sei dabei Teil der Datenerhebung, die als Grundlage für die Erstellung beider Konzepte dient, erklärt die Sprecherin. Inhaltlich sei die Befragung zusammen mit der Bernard Gruppe, MVV Consulting und der Stabsstelle Mobilitätsentwicklung erstellt worden und werde in den nächsten Tagen sukzessive an alle Haushalt im Landkreis verteilt.
Löwis schreibt darin, mit dem MVV-Beitritt sei schon ein entscheidender Schritt getan. „Nun geht es darum, die aktuellen Herausforderungen im Verkehr anzugehen und die Mobilität von morgen zu gestalten.“ Dabei sollen Antworten auf konkrete Fragen gefunden werden: „Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus und welche Weichen gilt es jetzt zu stellen, um künftig eine nachhaltige und verlässliche Mobilität für alle zu erreichen?“
Hier kommen auch die Bürger selbst ins Spiel. „Denn wer könnte die Situation vor Ort besser beurteilen als Sie, die täglich aus unterschiedlichen Gründen im Landkreis unterwegs sind“, betont der Landrat. Insgesamt sind heuer drei Formate vorgesehen, in denen Bürger direkt zu Wort kommen.
Haushaltsbefragung Mitte Juli
Die in der Mobilitätsbefragung erhobenen Informationen fließen zunächst in den landkreisweiten „Modal Split“ ein, teilt die Kreisbehörde mit. „Darunter wird der prozentuale Anteil der einzelnen Verkehrsmittel an der gesamten Verkehrsleistung verstanden.“ Als Grundstein für die künftige Maßnahmenentwicklung könne der Bogen online oder auf Anfrage auch gedruckt ausgefüllt werden. In Papierform lässt sich der Bogen unter Tel. 0 80 25 / 7 04 30 12 im Landratsamt anfordern. Einbezogen werden alle Personen ab sechs Jahren. Jede Person im Haushalt erhält dabei einen eigenen Zugangscode, um auf den Fragebogen zugreifen und diesen selbstständig gemäß dem eigenen Mobilitätsverhalten ausfüllen zu können.
Bürger-Workshops im Herbst
Darüber hinaus seien Beteiligungsformate in Form von Bürger-Workshops vorgesehen. „Die Termine werden voraussichtlich ab Ende Juli bekannt gegeben“, schreibt die Sprecherin. Wer aktiv über die Termine informiert werden wolle, könne sich auch per E-Mail direkt ans Landratsamt wenden, um in den Verteiler aufgenommen zu werden.
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Online-Befragung im Herbst
Ebenfalls im Herbst werde ein Link zu einer interaktiven Karte veröffentlicht, in der konkrete Aspekte eingetragen werden können. Beispielsweise fehlende Busverbindungen, ein nicht barrierefreier Fahrkartenautomat oder sonstige Wünsche, Anregungen und Ideen dieser Art könnten hier eingebracht werden. Ziel sei ein qualitativ hochwertiges Mobilitätsangebot im Landkreis, betont die Sprecherin. Löwis appelliert: „Lassen Sie uns die Zukunft der Mobilität im Landkreis Miesbach gemeinsam gestalten.“ nap