- Der vollständige Artikel von Sebastian Viehmann, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: ADAC fordert höhere Spritpreise, damit die Deutschen ihre Verbrenner aufgeben
Ein Vorstoß sorgt für Diskussion: Der ADAC fordert höhere Spritpreise, um die Deutschen zum Umstieg auf E-Autos zu bewegen. Im Artikel von Sebastian Viehmann wird die neue ADAC-Linie vorgestellt. In den Kommentaren argumentiert fast die Hälfte der Nutzer, der Club vertrete seine Mitglieder nicht mehr und fordern massenhaft Austritte. Auf der anderen Seite debattieren viele über soziale Gerechtigkeit bei der Energie- und Steuerpolitik, während eine kleinere Gruppe auf Sachzwänge und technische Hindernisse beim Umstieg auf E-Mobilität verweist. Auch der politische Einfluss auf Verbände und mögliche Lobbyverflechtungen werden angesprochen, es gibt aber ebenso Stimmen, die den Kurs des ADAC als zeitgemäß begrüßen.
Kritik an ADAC-Mitgliedschaftspolitik
Nahezu die Hälfte der Kommentierenden äußert massiven Unmut über die neue Linie des ADAC. Forderungen nach höheren Spritpreisen sehen viele als offenen Bruch mit der Mitgliedsinteressenvertretung und rufen zum Austritt aus dem Autoclub auf. Kritisiert werden auch die politische Positionierung und eine mutmaßliche Nähe zu grüner Politik und Lobbyverbänden. Die oft jahrelangen Mitglieder kündigen, weil sie sich nicht mehr vertreten fühlen oder günstigere Alternativen bevorzugen. Wiederholt wird die Legitimität der ADAC-Spitze infrage gestellt, ebenso wie die zukünftige Rolle als Mitgliedsorganisation. Die Debatte dreht sich vor allem um das Selbstverständnis des Clubs.
"Hab dem ADAC schon vor mehr als 10 Jahren den Rücken gekehrt und es nie bereut. Eine gute Kfz-Versicherung beinhaltet nahezu die gleichen Leistungen, wozu braucht es dazu noch einen solchen Club?" Zum Originalkommentar
"Meine Kündigung gerade abgeschickt." Zum Originalkommentar
"Sofort raus aus diesem Lobbyistenverein, die Mitgliedschaft kündigen!" Zum Originalkommentar
"Herzlichen Dank für die deutlichen Worte, einen solchen Automobilclub braucht es nicht mehr." Zum Originalkommentar
Kritik an Spritpreis und Steuerpolitik
Rund 14 Prozent der Leserschaft äußern sich vor allem kritisch zum Vorstoß, Sprit über Steuern künstlich zu verteuern, um die Wende zur Elektromobilität zu beschleunigen. Viele empfinden neue Steuern und Preissteigerungen als Zumutung für Bürger mit schmalem Budget und für Berufspendler. Sie werfen Politik und Interessenverbänden vor, soziale Auswirkungen zu ignorieren, und zweifeln an der Effektivität solcher Maßnahmen für den Klimaschutz. Andererseits gibt es Leser, die Preissteigerungen als notwendiges Signal zur Verhaltensänderung rechtfertigen. Die Diskussion bleibt zwischen sozialer Fairness und ökologischen Vorgaben gespalten.
"Ihnen ist der Kauf eines E-Autos zu teuer, das können Sie sich nicht leisten? Na dann machen wir den Sprit eben so teuer, dass Sie sich das auch nicht mehr leisten können. Was für eine Logik." Zum Originalkommentar
"Werden Autofahrer in diesem Land nicht schon vom Staat genug abgezockt, denn über 50 % des Spritpreises gehen doch schon als Steuern an den Staat. Da fällt einem auch noch der eigene Autoclub in den Rücken." Zum Originalkommentar
"Tanke in Luxemburg. Der Liter Diesel heute bei 1,373 Euro. Ist auch teuer, aber wer ziemlich in der Mitte Deutschlands wohnt, hat bei Sprit echt verloren." Zum Originalkommentar
"Das Umdenken beim ADAC überrascht mich doch ein wenig. Recht hat er, der ADAC-Präsident, auch wenn dem ADAC die Mitgliedschaft derer kosten wird, die sich auf die neue Art der Mobilität nicht einstellen wollen, denn eine Geldfrage ist das nicht. Man kann sich auch ein gebrauchtes E-Auto kaufen und spart dann noch zusätzliches Geld, weil der Strom günstiger ist als Benzin oder Diesel." Zum Originalkommentar
Kritik an Politik und Lobbyismus Einfluss
Etwa neun Prozent der Leser diskutieren den wachsenden Einfluss von Politik und Lobbyverbänden auf große Organisationen wie den ADAC. Sie vermuten mangelnde Unabhängigkeit und einen Wandel von der Mitgliedervertretung zum politisch motivierten Akteur. Die Debatte dreht sich um mögliche staatliche Einflüsse, Lobbyismus und undurchsichtige Strukturen, wobei oft Spott über die Leitung des Clubs zum Ausdruck kommt. Auch wird die Grenze zwischen politischer Mitverantwortung und Dienstleistungsauftrag infrage gestellt.
"1. Bestehen zwischen der ADAC-Spitze und der Politik personelle Verknüpfungen? 2. Erhält der ADAC direkt (Sponsoring?) oder indirekt (Aufträge?) vom Staat Geld?" Zum Originalkommentar
"ADAC der verlängerte Arm der Regierung, für mich ein Grund, meine Versicherungen zu wechseln." Zum Originalkommentar
"Komisch, ist es nicht der ADAC, der die hohen Spritpreise an den Tankstellen anprangert?" Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Elektromobilität Umsetzbarkeit
Acht Prozent der Kommentare wenden sich der Frage zu, ob der Umstieg auf Elektromobilität für große Teile der Bevölkerung überhaupt realistisch ist. Hohe Anschaffungskosten, fehlende Lademöglichkeiten (vor allem für Mieter und Laternenparker) und Zweifel an der Alltagstauglichkeit finden sich in vielen Beiträgen. Es wird eine stärkere Berücksichtigung sozialer und technischer Hemmnisse gefordert, bevor der Umstieg über Preisdruck erzwungen werde. Einzelne Stimmen sehen Fortschritte, die Skepsis überwiegt aber.
"Die Menschen, die Verbrenner fahren, machen das ja nicht aus Trotz und Bosheit. Sie machen das, weil E-Autos, besonders finanziell, nicht in ihr Leben passen. Wenn man keine Lademöglichkeit zu Hause hat, ist ein E-Auto einfach indiskutabel, vom Preis gar nicht zu reden. E-Autos bauen, die echte und preiswertere Alternativen zu Verbrennern sind, und die Sache läuft. Verbrenner künstlich schlechter machen, ist der falsche Weg und geradezu unverschämt." Zum Originalkommentar
"Deckelt lieber die (Strom-) Kosten an den öffentlichen Ladesäulen, so dass sich auch für Laternenparker ein E-Auto rechnet. Bis dahin sind E-Autos nur etwas für Eigenheim-Eigentümer mit Photovoltaikanlage." Zum Originalkommentar
"Wie unten andere auch, soeben gekündigt. Als ob sich jeder da draußen einfach mal schnell ein neues E-Auto leisten kann und dann nochmal 20K on top für Solar und Wallbox. Und dann noch für schlechtere Technik. Geringere Reichweite und langes Laden statt kurzes Tanken." Zum Originalkommentar
"Ein Verein gegen die Autofahrer, braucht man nicht als Autofahrer. Der ADAC hat null Sozialkompetenz, sonst wüsste man, dass vielen Menschen schon jetzt das Geld nicht bis zum Monatsende reicht. Wenn die E-Mobilität einen Durchbruch will, müssen die Preise eher runter. Der hohe Strompreis ist das Problem und nicht, dass Sprit nicht teuer genug ist. Die Länder, in denen E-Autos Erfolg haben, haben überall deutlich niedrigere Strompreise." Zum Originalkommentar
"Und in der letzten ADAC-Ausgabe habe ich eine Studie gesehen, die besagt, dass E-Fahrzeuge bis zur Hälfte ihrer Reichweite im Winter verlieren. Schon spannend!" Zum Originalkommentar
Zustimmung zur Klimaschutzstrategie ADAC
Nur ein geringer Anteil der Nutzer – nämlich drei Prozent – begrüßt die neue Spritpreis-Strategie des ADAC. Sie argumentieren, dass nur durch klare Preissignale und einen anreizorientierten Ansatz der Umstieg auf elektrische Fahrzeuge gelingt. Es werden sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile genannt. Unverkennbar ist in den Kommentaren aber auch die Erwartung, dass der Wandel sozialverträglich gestaltet werden muss.
"Möglicherweise geht es einfach um bezahlbare Mobilität, da halte ich die Strategie und Bemühungen des ADAC für logisch und nachvollziehbar." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Mit 19 Prozent nehmen unspezifische oder nicht eindeutig zuordenbare Kommentare einen nicht unerheblichen Raum ein. Hier äußern sich Nutzer zum Beispiel mit pauschalen Austrittsandrohungen, spontanen Gefühlsausbrüchen oder ironischen Kommentaren über das Verhalten von anderen Diskutanten. Gelegentlich sind die Aussagen fragmentiert oder beziehen sich querbeet auf Organisationen und Zeitgeschehen.
"Die Reaktionen der Gesternkleber und Rechtsaußen-Krabbelgruppe sind wieder putzig. Getreu dem Motto, der Onkel hat was gesagt, was mir nicht passt, droht man mit der Kündigung. Bin echt gespannt, wann der erste anfängt, von einer grünen Unterwanderung zu halluzinieren." Zum Originalkommentar
"Meine ADAC-Kündigung ist auf dem Weg. Sorry, ihr macht alles schlecht, warum. Warum schreibt ihr nicht gegen die SUVs? Viel zu große Autos bei zu schmalen Straßen, warum macht ihr keine Aufklärung der Mitglieder und bringt einfach mal den Begriff "Wartepflicht bei Gegenverkehr" oder Abstand zum Radfahrenden den Autofahrern wieder ins Gedächtnis....dann sparen wir durch vernünftige Fahrweise Zeit und Geld und Umweltschutz." Zum Originalkommentar
"Verstehe diese festgefahrene Debatte nicht. Wer CO2 sparen will, kann doch einfach sparsame Motoren verwenden statt der riesigen SUVs. Dann spart man sich die Nachteile des elektrischen Antriebs und bleibt mobil." Zum Originalkommentar
Viele Leser fordern vom ADAC eine klare Interessenvertretung, andere begrüßen die neue Klimapolitik. Was halten Sie von der Forderung nach höheren Spritpreisen – droht dem Autoclub ein Vertrauensverlust? Diskutieren Sie mit: Sollte ein Automobilclub politische Debatten mitgestalten oder sich ganz auf Service konzentrieren?