"Eintrittsgeld beim Arzt bringt keine Entlastung"

Ein Vorstoß zur Einführung von Patienten-Gebühren bei Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten entfacht lebhafte Diskussionen: Spitzenvertreter von Kassenärzten und Krankenhäusern fordern zusätzliche Zahlungen von Patienten, um die steigenden Kosten in den Griff zu bekommen. Das stößt in den Kommentaren auf unterschiedliche Meinungen: Während viele Leser die neuen Gebühren als zusätzliche Belastung und bürokratisches Hindernis kritisieren, sehen andere darin einen notwendigen Schritt gegen übermäßige Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Deutlich wird zudem die Forderung, dass die Finanzierung anders und gerechter organisiert werden müsse – etwa durch breitere Beitragszahlerbasis oder Reformen im Gesundheitssystem.

Kritik an Finanzierung und Beitragsverteilung

Mit insgesamt 25 Prozent ist dieses Lager das größte. Viele Leser fordern eine andere Aufteilung der Kosten im Gesundheitswesen und kritisieren, dass immer dieselben Beitragszahler stärker belastet werden, während viele ohne eigene Beitragsleistung alle Leistungen erhalten. Besonders im Fokus stehen Beamte, Flüchtlinge und Sozialleistungsempfänger, die aus Sicht der Kommentierenden mehr zur Finanzierung beitragen oder von Leistungen ausgeschlossen werden sollten. Die Diskussion dreht sich um soziale Gerechtigkeit, eine stärkere Einbindung aller Gruppen in die solidarische Finanzierung und die Frage, warum nicht zuerst Nichtzahler zur Kasse gebeten werden. Die vorgeschlagenen Gebühren im Artikel werden als ungerecht für Beitragszahler gesehen.

"Ein klares Nein von mir. Alle, die keine Beiträge zahlen: keine Leistungen aus der GKV. Es kann nicht sein, dass der Beitragszahler mit immer höheren Beiträgen und Zuzahlungen belastet wird, während die GKV fortlaufend mit beitragslosen Zugängen überschwemmt wird. Es reicht!"  Zum Originalkommentar

Kritik an Patienten-Gebühren Forderung

22 Prozent der Leser halten die vorgeschlagenen Gebühren pro Arztbesuch und Krankenhausaufenthalt für eine zusätzliche Belastung – insbesondere für sozial Schwache und chronisch Kranke. Sie befürchten, dass Bürokratie und Verwaltungskosten steigen, ohne dass eine relevante Entlastung entsteht. Zudem weisen sie darauf hin, dass Ursachen der Kostensteigerungen meist strukturell sind und die Verantwortung bei den Entscheidungsträgern liegt. Die Erfahrungen mit früheren Praxisgebühren werden als Beleg für Misserfolge bei ähnlichen Vorhaben angeführt.

"3 oder 4 Euro? Warum nicht 10 Euro?!? Damit wird sich unterstellt, dass Leute aus Langeweile zum Arzt gehen, ist selten der Fall, das Problem sind die Kassen, die anders wirtschaften müssen, und ein System, das endlich reformiert werden muss. Andere Länder schaffen es auch."  Zum Originalkommentar

""Drei oder vier Euro" pro Arztbesuch: Kassenärzte-Chef fordert Gebühr für Patienten. Dieser Chef kann ruhig abgewählt werden, wenn er solchen Unsinn von sich kommen lässt. Die Verwaltungskosten würden das ganze Geld einfach auffressen, und die Anzahl derjenigen, die sich diese kleine Summe nicht leisten können, ist verschwindend winzig."  Zum Originalkommentar

"Eintrittsgeld beim Arzt bringt keine Entlastung, da über die restriktive Terminvergabe der Zugang zu ärztlichen Leistungen bereits stark eingeschränkt wurde. Das Eintrittsgeld würde nur zusätzliche Bürokratie und Kosten bringen und so das Gegenteil bewirken."  Zum Originalkommentar

"So eine Praxisgebühr belastet die Arztpraxen noch zusätzlich. Mehr Diskussionen, mehr Abrechnung, mehr Bargeld. Das Ganze soll ja dann auch umsonst sein! Wer bezahlt den ganzen Irrsinn, die Arbeitszeit der Angestellten?"  Zum Originalkommentar

Kritik an Gesundheitssystem Effizienz

Zwölf Prozent der Leser üben Kritik an der Organisation und Effizienz des Gesundheitssystems. Sie hinterfragen, weshalb trotz steigender Beiträge die Leistungen abnehmen und Facharzttermine lang dauern. Viele wünschen sich grundlegende Reformen statt zusätzlicher Belastungen für Patienten. Im Fokus stehen der Abbau von Bürokratie, die Zusammenlegung von Krankenkassen, Kontrolle bei Honoraren und die Beschränkung von Leistungen für Nichtzahler. Die Leser fordern, dass erst strukturelle Probleme gelöst werden, bevor neue Gebühren eingeführt werden.

"Abkassieren ist einfacher, als intelligente Lösungen zu suchen. Pardon, ich vergaß, für intelligente Lösungen ist die Luft da oben zu dünn."  Zum Originalkommentar

"Löhne der Ärzte überprüfen! Kauf von überteuerten Geräten prüfen! Abrechnungen für Behandlungen prüfen. Ich bin mir sicher, dass man hier viel mehr sparen würde. Und es müssten so manche Behandlungen schneller über die Bühne gehen. Ich selbst kann zurzeit ein Lied davon singen! Bin im Krankenhaus und seit Tagen wartet man auf Ergebnisse aus den Laboren."  Zum Originalkommentar

"Eine Kasse für alle. Ich bin dafür, dass jeder pro Quartal einen Arztbesuch frei hat. Alles darüber hinaus wird eben dazu gezahlt. Dann machen wir aus 90 Kassen eine Handvoll und man setzt eine gleiche Software für alle ein, damit das mit dem e-Rezept etc. auch überall funktioniert. Dazu übernimmt der Bund die Kosten für BG-Empfänger und Flüchtlinge. Und diese erhalten eben nur das Minimum an Leistung und nicht den ganzen Katalog. Dazu eine Zuckersteuer, höhere Tabaksteuer und mehr Entlastung für Leute, die gesund leben und viel Sport machen."  Zum Originalkommentar

"Entweder stellen wir das Gesundheitswesen staatlich organisiert und sozial auf oder aber marktwirtschaftlich und leistungsbezogen. Zum Zweiten gehört eben aber auch eine Preiskonkurrenz auf Anbieterseite, die strikte Kontrolle der Leistungserbringung und die Aufhebung der Beschränkung der Marktzugänglichkeit für qualifizierte Anbieter. Was auf Dauer auf keinen Fall funktionieren wird, ist die Finanzierung eines solidarischen Finanztopfes, auf den Einzahler wie Nicht-Einzahler in gleicher Weise zurückgreifen können, und dem potenzielle Leistungserbringer ohne belegbaren Nachweis einer Leistungserbringung eine solche einfach und ohne Überprüfung in Rechnung stellen können."  Zum Originalkommentar

Zustimmung zu Patienten-Gebühren

Zehn Prozent der Teilnehmer stehen den vorgeschlagenen Patienten-Gebühren positiv gegenüber. Sie argumentieren, dass eine kleine Gebühr unnötige Arztgänge reduzieren und das System entlasten kann – insbesondere in Deutschland, wo laut Meinung vieler Leser medizinische Leistungen zu großzügig und oft grundlos in Anspruch genommen werden. Die Kommentierenden erwarten von Gebühren auch mehr Eigenverantwortung und begrüßen eine sozialverträgliche Gestaltung, betonen aber, dass alle Gruppen gleichermaßen beteiligt werden sollten.

"Absolut sinnvoller Vorschlag, Deutschland ist Weltmeister im Krankfeiern, in keinem anderen Land rennen die Menschen wegen jeder Lappalie zum Arzt."  Zum Originalkommentar

""Auch Patienten, die künftig ohne vorherige telefonische Beratung die Notfallzentren der Krankenhäuser aufsuchen, sollten laut Gaß zur Kasse gebeten werden. „Wer künftig ohne Kontaktaufnahme und Beratung durch die Leitstelle die Notfallzentren an den Krankenhäusern nutzt, sollte dafür eine Gebühr bezahlen. Ich finde 30 bis 40 Euro angemessen“, sagte er." Bin ich tatsächlich voll dabei!!! Ich lebe von Geburt an in Berlin und - leider - bin ich ab und an aufgrund meiner Leiden darauf angewiesen, spontan eine Notaufnahme aufzusuchen.... Wenn ich dann erlebe, wie diese blockiert ist, weil bestimmte Eltern beim leichten Hüsteln ihrer Kinder den Notstand ausrufen - mehr verbietet mir die Netiquette."  Zum Originalkommentar

"Es ist vollkommen richtig, wenn Patienten eine Gebühr bezahlen. Seien wir doch mal ehrlich. Viele gehen doch heutzutage nur zum Arzt. Weil im Fernsehen nichts Gescheites kommt. Deshalb sind ja auch unsere Arztpraxen so voll."  Zum Originalkommentar

"Also wenn man sich mal die Mühe macht und mit Personal im Krankenhaus (Notaufnahme) oder in Arztpraxen spricht, dann ist dieser Vorschlag sehr gut nachvollziehbar. Es wäre nur wichtig, davon niemanden auszunehmen."  Zum Originalkommentar

"Stimme dem Konzept zu 100 % zu. Die Gebühren sollten höher sein. Einfache Besuche können per Video-Gespräch stattfinden und so die Produktivität der Ärzte erhöhen."  Zum Originalkommentar

Kritik an Politik und Systemverantwortung

Manche Leser (neun Prozent) äußern sich kritisch zur politischen Verantwortung für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. Sie fordern, dass Politiker und Führungskräfte vorangehen und eigene Einschnitte machen sollten, statt immer neue Gebühren von den Bürgern zu verlangen. Besonders bemängelt werden Fehlsteuerungen bei Migration, Sozialausgaben und der fehlende Wille zur echten Systemänderung. Bezug genommen wird dabei direkt auf die im Artikel genannten Reformpläne und Gebührenerhöhungen.

"Immer das Gleiche, das Geld wird/soll geholt werden bei denen, die an dieser finanziellen Misere/Schieflage nicht Schuld sind!"  Zum Originalkommentar

Sarkasmus zur Patienten-Gebühren

Mit sieben Prozent bringen einige Diskutierende ihre Kritik an den Gebührenvorschlägen sarkastisch oder ironisch zum Ausdruck. Dabei steht die Absurdität neuer Gebühren, wachsender Bürokratie und die empfundene Ungerechtigkeit im Vordergrund. Häufig werden Szenarien überspitzt oder humorvoll dargestellt, um Unmut über die Belastung der Patienten und ineffiziente Strukturen im System zu zeigen.

"Viel Spaß beim Geld zählen. Kleine Summen zahle ich immer in bar. Habt reichlich Wechselgeld in der Praxis. Bargeld ist gesetzliches Zahlungsmittel. Dann lässt das unsinnige quartalsweise GKV-Kartenlesen zum Zwecke für verschreibungspflichtige Medikamente chronischer Kranker. Geht doch alles digital. Erst kommt die kleine persönliche Kontaktgebühr. Nachher hat jede Arztpraxis eine 0199er Nummer, für jeden Anruf per Telefon mindestens 3,99 €/Min."  Zum Originalkommentar

"Aber für die 4 Euro bekomme ich dann auch einen Parkplatz, richtig?"  Zum Originalkommentar

"Cool, wenn ich mir aus Versehen einen Finger absäge, muss ich erst einen Arzt suchen, der mir bestätigt, dass das ein Notfall ist."  Zum Originalkommentar

Skepsis gegenüber Notfallgebühren-Konzept

Zwei Prozent der User äußern Vorbehalte gegenüber dem Vorschlag, bei Eigeninitiative in der Notaufnahme ohne vorherige Beratung Gebühren zu verlangen. Sie kritisieren mögliche Hürden für echte Notfälle und warnen vor Gefahren und einem Mehraufwand an Bürokratie. Zwar äußern einige Verständnis für die Überlastung der Notaufnahmen, lehnen aber pauschale Gebühren für Notfälle insgesamt ab.

"Alles Blödsinn. Die Kosten aufgrund von verschleppten Krankheiten, weil der Arzt zu spät aufgesucht wurde, dürften steigen. Und die Idee, dass ich im Fall eines echten Notfalls erst einmal zum Telefon greifen soll, ist schon von absurder Komik. Und dass unnötige Arzt- und Notfallbesuche dadurch vermieden werden, ist offen. Vielleicht zahlen genau diese Leute auch mehr, wenn auch zähneknirschend."  Zum Originalkommentar

"Durchaus nachvollziehbar. Heiligabend hatten wir einen Todesfall in der Familie und mussten im Krankenhaus in der Notaufnahme den Verwaltungskram erledigen. Und siehe da, in der Notaufnahme war nichts los. Wo sich sonst offenbar die Patienten mit irgendwelchem Kleinkram drängeln, gähnende Leere. Ein Patient mit Beinbruch, das war's. Klar, war ja auch Heiligabend, da hocken die Leute lieber unter dem Weihnachtsbaum und haben anscheinend keinen Bock darauf, den Schnupfen oder den juckenden Zeh von einem Rudel Notärzte behandeln zu lassen. Schon bezeichnend, denn das zeigt, dass es größtenteils wirklich keine echten Notfälle sind, weshalb die Leute in der Notaufnahme sitzen, denn Notfälle machen keinen Halt vor Feiertagen."  Zum Originalkommentar

Sonstige Stimmen

Mit dreizehn Prozent umfasst dieses Lager unspezifische, vermischte oder kontextarme Beiträge. Häufig werden allgemeine Beobachtungen zur Finanzlage, demographische Trends oder polemische Anmerkungen zur Systemlage geteilt. Eine klare Zuordnung zu den anderen Schwerpunkten ist nicht möglich.

"Beiträge rauf, Leistungen runter, genau mein Humor. Nein, im Ernst, es wäre doch ganz einfach: Der Staat finanziert quasi mit einer eigenen Krankenkasse all jene, die keine Krankenkassenbeiträge zahlen oder zahlen können. Damit werden die gesetzlichen KK nur noch denen gegenüber leistungspflichtig, die vorher dort einbezahlt haben. Dann bleiben die Beiträge stabil oder gehen gar wieder zurück."  Zum Originalkommentar

Wie viel Gerechtigkeit verträgt das Gesundheitssystem? Sollten Patienten unmittelbar an den Versorgungskosten beteiligt werden, oder braucht es grundsätzliche Strukturreformen? Diskutieren Sie mit: Wie sollte ein faires und bezahlbares Gesundheitssystem Ihrer Meinung nach aussehen?

Hinweis: Die in diesem Artikel zitierten Kommentare geben ausschließlich die Meinungen unserer Leser wieder und wurden inhaltlich nicht verändert. Die Analyse, Auswertung und thematische Gruppierung der Kommentare erfolgt automatisiert mithilfe Künstlicher Intelligenz.
"Drei oder vier Euro" pro Arztbesuch: Kassenärzte-Chef fordert Gebühr für Patienten
Jetzt mitreden
Информация на этой странице взята из источника: https://www.focus.de/die-debatte/eintrittsgeld-beim-arzt-bringt-keine-entlastung_8d1d299c-c1eb-4903-a6ed-ca41a4be7ee0.html