Wie gut sind die Radwege? Alles kommt auf den Prüfstand - „es gibt viel zu verbessern“

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Radfahren in Wolfratshausen: Ein Arbeitskreis befasst sich mit dem Thema. © Sabine Hermsdorf-Hiss/Archiv

Die Stadträte entscheiden: Die Überprüfung aller Radwege ist Aufgabe eines Arbeitskreises. Um das zu leisten, soll eine alte Bekannte reaktiviert werden.

Wolfratshausen – Seit 2018 trägt die Loisachstadt den Titel „Fahrradfreundliche Kommune“. Doch es gebe noch reichlich Optimierungspotenzial, meinte eine Wolfratshauserin in der Bürgerversammlung Mitte Dezember. Ihr Antrag, dass alle Radwege in der Stadt von einem unabhängigen Ingenieurbüro geprüft werden sollen, fand sich jetzt auf der Tagesordnung des Bauausschusses des Stadtrates. Das Fachgremium modifizierte den Antrag: Den Job soll nicht ein Ingenieurbüro, sondern der städtische Arbeitskreis „Radroutenkonzept“ übernehmen. Diese Projektgruppe jedoch, das stellte CSU-Stadträtin und Radfahrerin Renate Tilke in der Sitzung fest, „ist leider lange nicht mehr aktiv“.

Wie gut sind die Radwege? Alles kommt auf den Prüfstand

Dem Antrag aus der Bürgerversammlung hatten sich die Mitarbeiter des Rathaus-Referats Planen und Umwelt angenommen. In der Sitzungsvorlage wies Anna Scholz die Entscheidungsträger darauf hin: Unter anderem sei zu beachten, dass die Stadt Wolfratshausen „nicht bei allen Strecken der Straßenbaulastträger ist“. Es müsse abgewogen werden, „welche Strecken einer Prüfung unterzogen werden sollen“. Wenn der Ausschuss das befürworte, müsste die Verwaltung Angebote einholen. Und: Für die gewünschte Radwege-Überprüfung ist kein Geld im Haushalt 2024 vorgesehen. „Es müssten zusätzliche Mittel genehmigt werden.“

Wolfratshausen will Fahrradfreundliche Kommune bleiben - „es gibt viel zu verbessern“

Es gebe in Sachen Fahrradfreundlichkeit „viel zu verbessern“, stellte Tilke fest. Sie zog die Arbeitsgruppe „Radroutenkonzept“ einem externen Ingenieurbüro vor – und fand in Grünen-Stadtrat Dr. Hans Schmidt einen Befürworter dieses Vorschlags: „Es wäre gut, wenn die Gruppe buchstäblich wieder in die Pedale tritt“, so Schmidt.

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Auf der Besucherempore im Sitzungssaal verfolgte Susanne Leonhard die Diskussion. Die langjährige Leiterin des städtischen Bauamts, inzwischen Ruheständlerin, darf mit Fug und Recht als Motor der Projektgruppe bezeichnet werden. In ihrer Amtszeit setzte sich Leonhard mit viel Herzblut für die Belange der Radfahrer in der Flößerstadt ein. „Sie könnte doch...“, begann Stadtrat Schmidt einen Satz und blickte auf die Besucherempore. „Vielleicht ehrenamtlich?“ Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) schmunzelte – und versprach: „Ich werde mal nachfragen.“

Wer Leonhard kennt, der weiß, dass es ihr schwer fällt, Nein zu sagen, wenn’s ums Thema Radfahren geht. Gut möglich, dass der Arbeitskreis zeitnah eine Wiederbelebung erfährt.

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