In Wackersberg wurde die jährliche Bürgerversammlung mit wichtigen Themen abgehalten. Die Gemeinde plant, in die Zukunft zu investieren.
Wackersberg – Es war eine ruhige Bürgerversammlung der Gemeinde Wackersberg, die am Donnerstagabend im „Kramerwirt“ in Arzbach abgehalten wurde. Rund 60 Zuhörer waren gekommen, um sich über den aktuellen Stand in der Kommune zu informieren – darunter auch der Landrat, Mitarbeiter der Gemeinde, des Bauhofs, Gemeinderäte und Jan Göhzolds Vor-Vorgänger Georg Kellner.
Traurige Nachricht zu Beginn der Wackersberger Bürgerversammlung
Los ging es mit einer traurigen Nachricht: Bürgermeister Göhzold informierte über den Tod des ehemaligen Unterfischbacher Bürgermeisters Simon Kinshofer (wir berichteten) und bat um eine Schweigeminute. Daraufhin folgte Göhzolds gut 90-minütiger Rechenschaftsbericht. Er blickte auf das vergangene Jahr zurück – auch mit einigen Zahlen. Aktuell leben 3722 Menschen in der Gemeinde, weitere 208 haben in Wackersberg ihren Zweitwohnsitz gemeldet. Die Geburten gingen zurück. Es kamen mit 32 Babys 15 weniger als im Vorjahr zu Welt.
Der Bürgermeister freute sich über ein Plus an Gewerbebetrieben. Aktuell sind in der Gemeinde insgesamt 564 Betriebe beheimatet. „Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde 1,2 Millionen Gewerbesteuer eingenommen“, so das Gemeindeoberhaupt.
An diesem Punkt bedanke ich mich auch bei meinen Vorgängern für ihre gute Arbeit.
Finanziell steht die Gemeinde mit einer Rücklage von gut 9,5 Millionen Euro stabil da. „An diesem Punkt bedanke ich mich auch bei meinen Vorgängern für ihre gute Arbeit.“ Viel investiert habe man in den vergangenen Monaten in Straßensanierungen, Breitbandausbau und den Hochwasserschutz am Arzbach. „Natürlich kann man darüber diskutieren, ob diese Mauer jetzt schön ist oder nicht. Aber solange sie die Bevölkerung schützt, ist es gut so.“ Auf die Bedenken mit Blick auf die Sinnhaftigkeit der Mauerkonzeption, die von Bürgern bei ihm eingegangen seien, sagte er: „Ich habe das ernst genommen und im Wasserwirtschaftsamt nachgefragt. Ich muss mich hier auf die Einschätzung der Experten verlassen, die das so konzipiert haben.“ Wie berichtet zahlt der Freistaat 70 Prozent der 1,2 Millionen teuren Maßnahme. „Den Rest teilen sich Lenggries und wir uns zu gleichen Teilen.“ Nach ersten Kostenschätzungen, die im Jahr 2016 gemacht wurden, sei hier zu betonen, dass der Endbetrag nun doppelt so hoch ist.
Flüchtlinge „sind nun mal hier und müssen untergebracht werden“
Großes Thema war auch die Kinderbetreuung. Mit Blick auf das Ganztagsförderungsgesetz, nach dem ab 2026 zunächst alle Erstklässler und dann weitere Stufen den Anspruch auf eine ganztägige Betreuung haben, sagte Göhzold: „Aktuell läuft eine Bedarfsabfrage, wie viel Plätze wir brauchen werden. Aber klar ist, dass wir um den geplanten Neubau neben der Grundschule nicht herumkommen.“ Das Grundstück wurde 2023 von der Kommune erworben. Hier soll wie berichtet Platz für Mittagsbetreuung, Kindergarten und Krippe entstehen. Aktuell komme man im Kindergarten „gerade noch so“ mit den Kapazitäten hin. „Dafür hatten wir vergangenes Jahr massive Personalprobleme.“
Meine news
(Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Ihrer Region. Melden Sie sich hier an.)
Zur Flüchtlingslage in der Gemeinde erklärte Göhzold, dass aktuell in der von der Regierung gemieteten Unterkunft 32 Menschen untergebracht sind. „Hier ist Platz für 52 Menschen.“ Weiter sind 33 Geflüchtete privat untergekommen und 24 in Landkreisimmobilien. „Zu den Kritikern kann ich nur sagen, dass die Menschen nun mal hier sind, und kein Zweifel daran besteht, dass sie untergebracht werden müssen.“
Hagel-Unwetter beschäftigte Gemeinde Wackersberg: Feuerwehr Arzbach leistet 4500 Stunden
Ein einschneidendes Ereignis aus dem Vorjahr stand auch auf der Agenda: Das Hagel-Unwetter am 26. August, das auch in Arzbach und in Teilen von Wackersberg verheerende Schäden angerichtet hatte. „4500 Stunden war die Feuerwehr Arzbach deswegen im Einsatz.“ Von den Feuerwehrlern sei ein großer Teil selbst von den Schäden betroffen gewesen. „Und sie waren trotzdem im Einsatz für andere. Dem gilt mein größtes Lob.“ Neben zahlreichen Privathäusern habe es auch einige Schäden an kommunalem Besitz, beispielsweise an den Sirenen und dem Kindergarten in Arzbach, gegeben. Landrat Josef Niedermaier sagte in seiner Ansprache dazu: „Egal wie schwierig die Zeiten gerade sind, ihr dürft euch den Zusammenhalt nicht nehmen lassen. Schön, dass man sehen konnte, dass wenn es wirklich pressiert, hier alle zusammenhalten.“
In diesem Jahr befasst sich der Gemeinderat mit weiteren großen Projekten: mit der Planung des Neubaus von Kita, Kindergarten und Mittagsbetreuung in Höfen, dem Bau eines neuen Bauhofs und mit der Errichtung einer 3,5 Hektar großen PV-Freiflächenanlage (Bericht folgt).
Lob für Wackersberger Bürgermeister vom Landrat
Zum Schluss gab es die Möglichkeit, Fragen und Anregungen kundzutun. Das nutzte Christian Mark, als Anwohner der Quellenstraße bemängelte er, dass der Abschnitt von der Umgehung kommend Richtung Wackersberg – und andersherum – oft als Rennstrecke missbraucht werde. Er wünsche sich eine Verkehrsüberwachung und bestenfalls, dass der Abschnitt als 30er-Zone ausgewiesen wird. Dies würde auch mehr Sicherheit für Fußgänger gewähren. „Mit der 30er-Zone sehe ich leider schwarz“, meinte Göhzold zu der im Vorfeld eingereichten Frage. Allerdings wolle er bei der Polizei anregen, hier vermehrt Präsenz zu zeigen.
Der Kassier des Schützenvereins, Albert Orterer, trug den Wunsch vor, bei dem Neubau in Höfen für die Kinderbetreuung auch Platz für den Schützenverein zu schaffen. „Es wäre schön, wenn wir da mitbedacht werden.“ Aktuell könne man vor allen Jugendtrainings in der alten Turnhalle nur in sehr beengten Verhältnissen abhalten. Göhzold entgegnete: „Soweit sind wir bei dem Projekt nicht. Ich nehme das Anliegen zur Kenntnis und man wird darüber nachdenken und diskutieren müssen.“
Abschließend bekam der Bürgermeister noch von seinem Stellvertreter Martin Fischer und dem Landrat ein Lob ausgesprochen. „Danke, dass Du diesen Job machst“, sagte Fischer. „Ich glaube, ihr seid für die Zukunft gut gerüstet“, schloss Niedermaier. (feb)
Auch interessant
Kommentare
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir erweitern den Kommentarbereich um viele neue Funktionen. Während des Umbaus ist der Kommentarbereich leider vorübergehend geschlossen. Aber keine Sorge: In Kürze geht es wieder los – mit mehr Komfort und spannenden Diskussionen. Sie können sich aber jetzt schon auf unserer Seite mit unserem Login-Service USER.ID kostenlos registrieren, um demnächst die neue Kommentarfunktion zu nutzen.
Bis dahin bitten wir um etwas Geduld.
Danke für Ihr Verständnis!