Verwirrung um Warn-Meldung aus Berlin: "Wir sind nicht krisenfähig"

Grund ist die Formulierung: Dort steht: "Achtung! Warnung Stromausfall für Berlin: Informieren Sie sich in bekannten Warnmedien" sowie ein Link

Verwirrende Katwarn-Meldung zu Stromausfall in Berlin

In den sozialen Medien melden sich viele verwirrte Nutzer. Sie fragen sich, warum es kurz vor dem Ende des Stromausfalls eine erneute Warnmeldung gibt. Erst beim Blick auf den Link merkt man, dass es sich hierbei um die Warnungen zur Wiederzuschaltung handelt.

Das Problem: Aus der Warnung ging nicht klar hervor, welche Berliner jetzt ihre "starken Stromverbraucher" vom Netz trennen sollen: sämtliche Berliner oder nur die, die im vom Ausfall betroffenen Gebiet liegen. Mittlerweile stellte die Senatsverwaltung für Infrastruktur klar: Die Katastrophenwarnung gilt nur für die betroffenen Gebiete. "Nur die Gebiete, die jetzt noch ans Netz gehen, sollten vor dem Wiederanschluss Starkstromgeräte erstmal abschalten", so eine Sprecherin. 

Derzeit würden immer mehr Häuser und Straßenzüge wieder ans Netz gehen. "Wenn die reguläre Stromversorgung zurück ist, können die Geräte auch wieder angeschlossen werden", so die Sprecherin. 

Zudem ging aus der Meldung nicht hervor, welche Geräte mit "starke Stromverbraucher" gemeint waren. Genannt ist nur die Waschmaschine. Auf Anfrage von FOCUS online präzisierte die Berliner Senatsverwaltung: Zu betroffenen Geräten zählen Waschmaschinen, Trockner, Wasserkocher, Heizlüfter oder E-Auto-Ladestationen. 

Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, zu dem sich eine linksextremistische Gruppierung bekannte, waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins zunächst 45.000 Haushalte und 2200 Unternehmen ohne Strom. Nach Angaben Wegners waren insgesamt rund 100.000 Menschen von dem Blackout betroffen. Berlin hatte am Sonntag eine sogenannte Großschadenslage ausgerufen, unter anderem um schneller Hilfe vom Bund anfordern zu können. 

In den sozialen Medien sammeln sich schnell zahlreiche fassungslose Kommentare. Der Experte für Notfallmanagement Philipp Cachée leitet seinen ausführlichen Post mit einem großgeschriebenen "WARUM" ein und zeigt das zentrale Problem auf: "Man kriegt nicht sofort hin, wo der Schadensfall eingetreten ist und sendet nur eine Gefahreninformation, aber macht jetzt mit EXTREMER GEFAHR ganz Berlin kirre….?"