Kurzer Clinch zwischen Michael Kretschmer und Sandra Maischberger. Der sächsische Ministerpräsident lobte am Mittwochabend in der ARD den Vorstoß der ehemaligen Unionspolitiker Peter Tauber und Karl-Theodor zu Guttenberg für einen neuen Umgang mit der AfD – rote Linien statt einer Brandmauer. Laut Kretschmer seien die beiden Männer "sehr klug".
Kretschmer über AfD: " nicht kleiner, sondern größer geworden"
Dann klagte er den ausgrenzenden Umgang mit der AfD an: "Die AfD ist auch keine normale Partei. Sie ist ein rechtsextremer Verdachtsfall oder bei uns in Sachsen auch gesichert rechtsextrem. Und das unterscheidet sie von allen anderen. Nun sehen wir aber, dass die Art und Weise, wie wir jetzt in den letzten Jahren umgegangen sind – und das haben Sie ja auch gerade so ein bisschen diskutiert – dazu geführt hat, dass die Partei nicht kleiner, sondern größer geworden ist, dass sie eigentlich nie in dem Begründungszwang war, zu sagen, ob ihre Ideen richtig sind, weil es gibt ja die Brandmauer, also die dürfen ja gar nicht mitmachen, und deswegen muss man einen anderen Umgang finden."
Schlagabtausch mit Maischberger: "Das ziehe ich mir nicht an!"
Man müsse über die Ursachen sprechen, warum Menschen die AfD wählen und an der Demokratie zweifeln. Als die Moderatorin dann den Begriff "Brandmauer" erwähnte, kam es zum Schlagabtausch:
"Aber die Frage ist, wie geht man dann mit diesen (der AfD) um, 'rote Linie' statt 'Brandmauer'?", fragte Maischberger. Kretschmer: "Wenn Sie das so sehen, dann würden Sie die Diskussion darüber führen und nicht die billige Diskussion um irgendeinen Begriff führen."
"Also Entschuldigung, das ziehe ich mir nicht an, Herr Kretschmer, der Begriff ist nicht von mir, der ist von Ihrer Partei."
Kretschmer: "Okay, ich nehme ihn zurück. Ich wollte ja eine freundliche Sendung heute haben."
Maischberger: "Ich eigentlich auch."
Die AfD auszugrenzen, habe den Regierungsparteien in den vergangenen Jahren "überhaupt nichts" gebracht, so Kretschmer weiter. Stattdessen habe sich das Wahlergebnis in Nordrhein-Westfalen verdreifacht. Der Politiker wurde deutlich: "Wir müssen jetzt die Gründe suchen, über sie reden und sie lösen."
Die ganze Sendung vom 15. Oktober sehen Sie hier.