Bus-Spende soll Mobilität in Irschenberg anschieben

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Schlüsselübergabe: Kinderdorf-Geschäftsführerin Pia Klapos mit Marcel Dittrich, Vorstandsvorsitzender der nach ihm benannten gemeinnützigen Wohnbaustiftung. © Kinderdorf

Das Caritas Kinderdorf Irschenberb hat einen Transportbus gespendet bekommen. Der könnte auch das sehr maue ÖPNV-Angebot in der Gemeinde verbessern. Ein Vorbild gibt es in der Nachbarschaft.

Ein Auto bekommt man ja nicht alle Tage einfach so geschenkt. Das Caritas Kinderdorf in Irschenberg hat das Glück, das ihm genau das passiert ist – und das nimmt die Einrichtung zum Anlass, eine „Mobilitätsinitiative für Irschenberg“ zu starten. Der Mercedes-Achtsitzer soll nämlich nicht nur Kinderdorf-Bewohner transportieren, sondern zum Beispiel auch Senioren zur Verfügung stehen. Bis das Angebot steht, sind aber noch einige Schritte zu gehen. Orientieren könnte man sich dabei an Feldkirchen-Westerham.

Bürgermeister wünscht sich Anbindung an Bruckmühl

Das Angebot an ÖPNV in Irschenberg ist schlichtweg beklagenswert. „Kaum der Rede wert“, sagt auch Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). Eine Busverbindung gibt es nur nach Miesbach und die fährt nur ein paar Mal täglich. Eine Anbindung zum Beispiel an Bruckmühl und damit die Bahnlinie Richtung Rosenheim könnte sich Meixner gut vorstellen. Und tatsächlich steht sie auch im heuer vorgestellten Nahverkehrsplan für den Kreis Miesbach. Ob und wann sie kommt, steht derweil in den Sternen. Wenn der Kreisentwicklungs-Ausschuss am morgigen Mittwoch über die Vergabe der Buslinie ab November 2027 spricht, ist jedenfalls weiterhin Irschenberg Endstation.

Info-Abend geplant – auch für Suche nach Ehrenamtlichen

Der Bus des Kinderdorfs könnte den Mangel an ÖPNV-Angeboten zumindest mildern. Das ist auch der Wunsch von Dorfleiterin Pia Klapos, die diesbezüglich den Schulterschluss mit dem Rathaus gesucht und gefunden hat. Dort wird wohl die Organisation angesiedelt sein müssen. Fahrten müssen buchbar sein, Ehrenamtliche wollen koordiniert sein. An Letzteren fehlt es noch, aber Klapos und Meixner haben vor, das Projekt bei einem Info-Abend der Öffentlichkeit zu präsentieren und dort auch zum Mitmachen aufzurufen. Ein Termin steht noch nicht fest. Klarer ist derweil, dass das Kinderdorf selbst seinen Bus vor allem am Nachmittag brauchen wird, wobei freie Kapazitäten gerne anderweitig genutzt werden können.

Vorbild: Gmoabus in Feldkirchen-Westerham

Wie es funktionieren könnte, haben sich die Irschenberger beim Nachbarn in Feldkirchen-Westerham angesehen. Dort fährt seit bald drei Jahren der Gmoabus, ein kostenloses Angebot der Kommune. Es ist Bestandteil eines innerörtlichen Gesamtkonzepts, das auch die Punkte Mitfahrbankerl, E-Carsharing und „Bike & Walk“ umfasst. Beim Aufbau hatte die Gemeinde Unterstützung von der Nachbarschaftshilfe, was insbesondere beim Finden der Ehrenamtlichen hilfreich war, wie Nico Hirsemann, Klima- und Mobilitätsmanager in Feldkirchen-Westerham, erklärt. Knapp 25 Fahrer sind zwischen 8 und 12 sowie 14 und 18 Uhr unterwegs und arbeiten die zuvor online oder per Telefon gebuchten Fahrten ab. Etwa sieben pro Schicht sind dies laut Hirsemann. 430 registrierte Kunden hat die Gemeinde gezählt, wobei bei nicht wenigen weitere Familienmitglieder „dranhängen“.

Nun ist Feldkirchen-Westerham mit seinen rund 11 000 Einwohnern kaum mit Irschenberg (3300) vergleichbar. Optimistisch könnte die Landkreis-Gemeinde stimmen, dass Hirsemann den finanziellen Aufwand als überschaubar bezeichnet. „Bei uns im Rathaus ist das zu 95 Prozent ein Azubi-Projekt.“ Kosten würden vor allem für den Unterhalt des Fahrzeugs anfallen und ein bisschen für das Buchungssystem. Über den Aufbau des Gmoabus-Systems sagt er: „Das ging ganz gut, war aber schon ein Haufen Arbeit.“ Dem wollen sie sich nun in Irschenberg stellen.

Spende kam von Stiftung aus München

Möglich gemacht hat das übrigens Marcel Dittrich. Der hat über die gemeinnützige Wohnbaustiftung, der er vorsitzt, den Bus fürs Kinderdorf finanziert. „Als Akt christlicher Nächstenliebe“, hat er laut Kinderdorf-Pressemitteilung bei der Übergabe gesagt.

In Sachen Mobilität für „ihre“ Kinder möchte Klapos derweil auch anderweitig tätig werden. So sucht sie etwa Unterstützer zur Anschaffung von Motorrollern sowie die Finanzierung von Führerscheinen. „Jedes Kind, jeder Jugendliche hat ein Recht auf kulturelle, sportliche und soziale Teilhabe.“ Und Mobilität ist hierfür nunmal eine Voraussetzung.

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