Jetzt mit mehr Rückenwind? Neuer Anlauf für Tempo 30 - Stadt legt Liste mit Straßen vor

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Tempo 30 in weiteren Straßen? Eine Prüfung soll nach Vorschlag der Stadtverwaltung zu den ersten Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept gehören. © Wolfgang Schörner

Die Stadt Penzberg will einen weiteren Versuch starten, an einigen Straßen Tempo 30 einzuführen, darunter an der Karlstraße und Seeshaupter Straße vor Schulen und Altenheim. Bestärkt wird sie darin vom neuen Mobilitätskonzept. Die Wölflstraße, wo es die Forderung schon lange gibt, ist allerdings nicht darunter.

Ende Juli hat der Stadtrat ein Mobilitätskonzept beschlossen, das 169 einzelne Maßnahmen umfasst. Damals wurde zugleich die Forderung laut, möglichst bald erste Vorschläge zu realisieren, wenn es finanziell machbar ist. In den vergangenen Wochen bewertete die Stadtverwaltung über zwei Dutzend Vorschläge aus dem Katalog nach ihrer Umsetzbarkeit und filterte acht Maßnahmen heraus, die nach ihrer Einschätzung schnell realisiert werden könnten. Die Liste lag diese Woche dem Bau- und Mobilitätsausschuss vor. Ein Beschluss fiel jedoch nicht. Er vertagte die Entscheidung.

Als weitreichendste Maßnahme filterte die Stadtverwaltung einen neuen Anlauf für Tempo 30 heraus: zum einen für einige kleinere Straßen, zum anderen für Hauptverkehrsstraßen vor sozialen Einrichtungen wie Schulen und Altenheim. Das Mobilitätskonzept soll nun für Rückenwind bei der Umsetzung sorgen. Im Beschlussvorschlag, der dem Ausschuss diese Woche vorlag, ging es noch nicht um die konkrete Umsetzung, sondern zunächst um eine Prüfung, ob Tempo an den Straßen möglich ist.

Ein Tempo-30-Versuch an Hauptverkehrsstraßen vor Schule und Altenheim war vor fünf Jahren schon einmal gescheitert. Damals wurden an der Seeshaupter Straße die Schilder nach einem halben Jahr wieder abmontiert. Mittlerweile sind die Chancen durch eine neue Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung gestiegen. Sie erleichtert ein Tempolimit im weiteren Umfeld von Schulen und Kitas. In Penzberg wurde sie am Schlossbichl mit einer Verlängerung des Tempo-30-Bereichs bereits angewandt.

Tempolimit im Umfeld von Schulen

Die Stadtverwaltung schlug dem Ausschuss nun vor, Tempo 30 vor Schulen, Krankenhaus, „an Schulwegen mit erheblicher Frequenz“, vor „schutzbedürftigen Orten“ sowie deren Lücken auf bis zu 500 Metern Länge zu beschließen. Zugleich hieß es, die Realisierung werde mit den Verkehrsreferenten, den Straßenbaulastträgern, der Polizei und dem Landratsamt geprüft. Als Beispiele genannt wurden die Karlstraße vor Realschule und Gymnasium sowie die Seeshaupter Sraße vor dem Altenheim.

Tempo 30 nicht nur auf Hauptverkehrsachsen

Ebenso schlug die Stadtverwaltung Straßen abseits der Hauptachsen für Tempo 30 vor, vorbehaltlich der rechtlichen Prüfung. Umsetzbar wäre es nach ihrer Einschätzung an der Ludwig-März-Straße und Sonnenstraße, im Abschnitt von Philippstraße und Sigmundstraße nahe dem Christkönig-Pfarrhaus sowie an Friedrich-Ebert-Straße und Bürgermeister-Rummer-Straße, die ohnehin als „unechte Fahrradstraßen“ verkehrsberuhigt werden sollen. Ebenso nannte sie die Bichler Straße sowie die nördliche Nonnenwaldstraße, die Straße „Nonnenwald“ und die Dr.-Gotthilf-Näher-Straße. In diesen Fällen wäre jedoch ein stärkerer Durchgangsverkehr an Karlstraße beziehungsweise Wölfl zu erwarten, so die Stadt. Prüfen lassen würde sie zudem Tempo 30 an der Straße Grube.

Wölflstraße nicht auf der Liste

Als nicht sinnvoll wertete sie Tempo 30 in ihrem Beschlussvorschlag dagegen an Wölfl- und Haselbergstraße, wo Anwohner jahrelang erfolglos ein Tempolimit gefordert hatten. Die Stadt begründet dies mit der langen Busstrecke und der Funktion als Hauptsammelstraße. Dasselbe gilt ihr zufolge für Fischhaber- und Wankstraße in Steigenberg. Als nicht umsetzbar hält sie Tempo 30 wegen des Busverkehrs auch an der Antdorfer Straße, der südlichen Philippstraße, „An der Freiheit“, der Henlestraße und im Abschnitt der Nonnenwaldstraße beim Stadion.

Zum Beschluss kam es aber nicht. Auf Antrag John-Christian Eilerts (Grüne) vertagte der Ausschuss den Punkt gegen die Stimmen von Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) und Jack Eberl (parteilos). Eilert hatte moniert, dass in der Verwaltungsvorlage die Tabelle mit den 169 Einzelmaßnahmen unlesbar war. Martin Janner (PM) wollte zudem, dass der Ausschuss, nicht die Stadt die Maßnahmen priorisiert. Am 14. Oktober ist die nächste Sitzung.

Radfurt, Piktogramme und Winterdienst

Die Stadtverwaltung hat weitere Maßnahmen aus dem Mobilitätskonzept gefiltert, die nach ihrer Einschätzung „unmittelbar“ umsetzbar sind:

Markieren einer Fahrradfurt bei der Einmündung der Stegfilzstraße in die Bichler Straße. Dort befindet sich ein beschilderter Geh- und Radweg in Gegenrichtung. Eine Realisierung wäre laut Stadt bis Ende 2025 möglich.

Kennzeichnung des Radweg-Übergangs auf die Fahrbahn der Dr. Gotthilf-Näher-Straße vor dem Kreisel nahe dem Druckzentrum im Industriegebiet Nonnenwald durch Piktogramme. Eine Realisierung wäre laut Stadt bis Ende 2025 möglich.

Piktogramme auf der Straße Wölfl zur Verdeutlichung des Radverkehrs als Test-Projekt. Eine Umsetzung wäre laut Stadt ab Frühjahr 2026 möglich. Die geschätzten Kosten von circa 3500 Euro müssten im Haushalt 2026 berücksichtigt werden.

Winterdienst auf Radwegen ab Winter 2026/2027. Dies würde allerdings dem Konzept der Stadt widersprechen, den Winterdienst ab dem Winter 2026/2027 zu reduzieren.

Markierungen („Haifischzähne“) in Verbindung mit dem Verkehrszeichen „Achtung Vorfahrt“ zum Beispiel an Einmündungen Alpenstraße/ Matthias-Flurl-Straße und Ludwig-März-Straße/Südstraße. Realisierung bis Ende 2025.

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