Könnten 14 neue Wohnhäuser anstelle der jetzigen Tennishalle in der Au errichtet werden? Über diese Anfrage eines Bauträgers hatte jetzt Weilheims Bauausschuss zu entscheiden.
Es sind ziemlich voluminöse Pläne, die da vor einigen Wochen ins Weilheimer Rathaus flatterten: Insgesamt 14 neue Wohnhäuser würde ein Antragsteller in Zukunft gern anstelle der jetzigen Tennishalle in der Weilheimer Au errichten: acht Doppelhaushälften, vier Einzelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils etwa acht Wohnungen. Das würde insgesamt rund 28 neue Wohneinheiten auf dem Grundstück bedeuten, das direkt ans Au-Wäldchen grenzt.
Wohnhäuser anstelle der Tennishalle? Das Vorhaben ist noch Zukunftsmusik
Dieses Vorhaben ist freilich noch Zukunftsmusik, wie eine Nachfrage der Heimatzeitung beim Betreiber der Halle ergab. Von seiner Seite bestünden „derzeit keine eigenen Pläne, die Halle oder das Gelände für eine andere Nutzung aufzugeben“, erklärt Christoph Hörmann, der Chef von „Hörmann Tennisquash“: „Die Tennis- und Freizeitanlage ist aktuell nach wie vor geöffnet und wird in vollem Umfang betrieben.“ Allerdings habe sich ein Bauträger an ihn gewandt, so Hörmann weiter, „um sich grundsätzlich zu erkundigen, ob das Grundstück, auf dem die Anlage steht, eventuell auch für eine künftige Wohnbebauung in Betracht kommen könnte“. Diese Anfrage, betont Hörmann, „ging also nicht von mir aus, sondern kam von außen an mich heran“. Er selber verfolge „derzeit keine weitergehenden Planungen“.
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Der Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates kann sich auf dem Areal grundsätzlich Wohnbebauung vorstellen, wie sich in der September-Sitzung zeigte. Die Fraktionen hatten sich mit der Anfrage zu einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans „In der Au – Nord“ in den vergangenen Wochen intern befasst und teils schriftliche Stellungnahmen ans Stadtbauamt geschickt. Alle, die sich äußerten, halten zusätzliche Wohnbauten an dieser Stelle prinzipiell für vorstellbar. Die Fläche sei bereits im ISEK (Weilheims „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“) für künftige Wohnbauentwicklung angedacht, heißt es seitens der CSU: Die Entwurfsplanung sei gelungen, allerdings bestehen Bedenken bezüglich der verkehrlichen Entwicklung.
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Die Erschließung selbst halten die „Bürger für Weilheim“ (BfW) für unproblematisch, da der bestehende Sportbetrieb ohnehin „laufenden Verkehr ausgelöst“ habe. Doch könnte die Zufahrt über den schmalen Josef-Off-Weg kritisch sein, so die BfW, zudem würden „bei geplanter Bebauung des Angers die Geistbühelstraße und die Straße am Bahngleis sowie der Bahnübergang zusätzlich stark belastet“, weshalb ein Verkehrsgutachten nötig sei.
Debatte im Bauausschuss: Planung müsse „moderater“ werden
Während für die SPD die vorgeschlagene Wohnbebauung „sowohl in Gestaltung als auch Dichte vorstellbar“ ist, halten einige BfW-Vertreter die Planung für zu massiv. 28 Wohnungen wären „zu viel“ an dieser Stelle, sagte Rupert Pentenrieder (BfW) in der Ausschuss-Sitzung: „Die Au ist aktuell ein homogenes Viertel und sollte es auch bleiben“, deshalb müsse die Planung „insgesamt moderater werden“. Statt der beiden gewünschten Mehrfamilienhäuser wären seiner Ansicht nach eher Reihenhaus-Vierspänner angebracht. Auch für Alfred Honisch (Grüne) wären Mehrfamilienhäuser in diesem Bereich „zu große Blöcke“.
Der einstimmige Beschluss des Bauausschusses zu der Anfrage lautete schließlich: Grundsätzlich sei die vorgeschlagene Wohnbebauung auf dem Areal zustimmungsfähig, doch der angedachte Teil mit Mehrfamilienhäusern müsse „deutlich reduziert“ werden.