Tag des offenen Denkmals: Erkunden des historischen Schifferstüberls

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Das Schifferstüberl im Casino des Bayerischen Yacht-Clubs ist Teil der Führung, die Dr. Claudia Wagner zum Tag des offenen Denkmals anbietet. © Dagmar Rutt

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, bieten das Stadtarchiv Starnberg und die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Wagner zusammen mit dem Bayerischen Yacht-Club (BYC) eine ganz besondere Führung an. Auf dem Gelände des Clubs erkunden die Teilnehmer historische Gebäude – inklusive des berühmten Schifferstüberls.

Starnberg – Als sich am 18. August 1888 in Tutzing zwölf Herren trafen, um den Segler-Verein Würmsee zu gründen, war auch Hugo Kustermann (1864-1942) mit von der Partie. Der damals 23-Jährige führte zu jener Zeit zusammen mit seinem Bruder Franz das von ihrem Großvater Franz Seraph Kustermann gegründete Eisenwarengeschäft in München. Glaubt man den Chroniken, war Hugo Kustermann aber mehr Segler als Kaufmann und schätzte die Zeit auf dem Wasser auch deutlich lieber als die im Büro. Für den Bayerischen Yacht-Club (BYC), der 1909 aus dem Segler-Verein Würmsee hervorging, war das ein Glücksfall. Denn Kustermann prägte den Club über viele Jahre maßgeblich – und er hinterließ ihm einige bauliche Kleinode, die bis heute Bestand haben und die Kunsthistorikerin Dr. Claudia Wagner bei einer Führung anlässlich des Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September, erläutert.

Hugo Kustermann (r.), hier mit Prinz Franz.
Gründungsmitglied und prägende Figur: Hugo Kustermann (r.), hier mit Prinz Franz. © Archiv BYC/Archiv Prinz Ludwig

„Vom Stadl für ein schwimmendes Schloss bis zum Schifferstüberl von Hugo Kustermann – Erkundung der historischen Räume auf dem Gelände des Bayerischen Yacht-Clubs“ ist die Führung überschrieben, die Wagner einmal von 10 bis 11.30 Uhr und dann noch einmal von 16.30 bis 18 Uhr anbietet. Beim Schifferstüberl handelt es sich um ein holzgetäfeltes Clubzimmer, das während der Präsidentschaft Kustermanns eingerichtet wurde und das vor dem Abriss des alten Casinos ausgebaut und im Originalzustand ins erste Obergeschoss des Neubaus wieder eingebaut wurde. Kustermann soll auch die beiden Tischplatten geschnitzt haben.

Darüber hinaus ließ Kustermann Anfang 1925 das Starthaus errichten, das bis heute auf der Mole des BYC steht. Die Autoren der Chronik zum 125-jährigen Bestehen des Clubs sprechen von einem ungeheuren Luxus und zitieren eine zeitgenössische Berichterstattung: „In diesem turmartigen Haus sind alle technischen Hilfsmittel, die der Starter nötig hat, wie Startbälle, Kanone, Rückrufnummern, Signalhorn, auf das Geschickteste vereinigt.“ Start und Zieleinlauf konnten fortan bei Kaffee und Kuchen direkt von der Clubterrasse aus verfolgt werden. Ob die Teilnehmer der Führung auch das „Kustermann-Zimmer“ besuchen können, steht derweil noch nicht fest. Dabei handelt es sich um ein Zimmer inklusive Waschbeckenschrank, das für den Geheimrat und Konsul eingerichtet wurde und ebenfalls im Original erhalten ist.

Kustermann-Zimmer
Das „Kustermann-Zimmer“ besticht unter anderem durch einen eingebauten Waschbecken-Schrank. © Privat

Für Claudia Wagner ist das Clubgelände am Nepomukweg untrennbar mit der Geschichte Starnbergs verbunden. „Bereits im 17. Jahrhundert errichteten italienische Gondelbauer auf dem Gelände das wohl prächtigste Schiff, das der Starnberger See je gesehen hat. Von dieser Prunkgaleere gibt der Name des dortigen Bucentaur-Stadels bis heute Zeugnis“, erklärt sie. Und auch auf Heinrich Zimmermann will Claudia Wagner bei ihrer Führung eingehen. Der kurfürstliche Leibschiffmeister (1741-1805) war, bevor er nach Starnberg kam, als Teilnehmer der dritten Südseereise von James Cook von 1776 bis 1790 über die Weltmeere gesegelt.

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Eine Teilnahme an den Führungen auf dem Gelände des Bayerischen Yacht-Clubs ist nur nach vorheriger Anmeldung unter der Telefonnummer (0 81 51) 4 46 26 61 möglich (bis spätestens Freitag, 6. September, 12 Uhr).

Unabhängig von der Geschichte der Segler bietet Claudia Wagner zum Tag des offenen Denkmals noch eine weitere Führung an. Von 14 bis 15 Uhr erläutert sie Interessierten die Votivkapelle in Berg. Da der Zutritt durch das Portalgitter nicht möglich sei, bestehe am 8. September „die einmalige Gelegenheit, die Gedächtniskapelle, die der Erinnerung an König Ludwig II. von Bayern dient, eingehender zu betrachten“, sagt die Kunsthistorikerin.

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