Die Gemeinde Tutzing lädt zu Info- und Diskussionsabenden über die neue Asylunterkunft auf der Klosterwiese. Sie hat mittlerweile auch einen Namen.
Die Fundamente in Form weißer Betonplatten sind schon zu sehen auf der Tutzinger Klosterwiese. Zwischen Gröberweg, Krankenhaus und Hauptstraße wird eine Unterkunft für Geflüchtete gebaut. Im November dieses Jahres soll sie bezogen werden, einen Namen hat sie mittlerweile auch schon, wie die Gemeinde in einer Pressemitteilung mitteilte: „Benedictus-Hof“. Ein weiterer wesentlicher Inhalt: Neben der bereits angekündigten Veranstaltung zum Thema am 19. September wird es noch zwei andere sogenannte Rathaus-Foren geben.
Wie viele Geflüchtete werden nach Tutzing kommen? Wer kommt da eigentlich? Wie und wo kann man seine Hilfe und Unterstützung anbieten und sich engagieren? Solche Fragen sollen an den drei Abenden geklärt werden. Die Gemeinde wolle „allen Bürgerinnen und Bürgern, ihren Fragen und ihren Sorgen mit größtmöglicher Transparenz und Offenheit begegnen und die bevorstehenden Herausforderungen und Chancen gemeinsam so gut wie möglich angehen“.
Die Info- und Diskussionsabende finden in Kooperation mit dem Ökumenischen Unterstützerkreis statt. „Wir Tutzinger – wie wollen wir zusammen leben?“ lautet das Motto am Donnerstag, 19. September, ab 19 Uhr auf der Rathaustenne. Das Ziel: den Fokus auf Tutzing, seine Bewohner und Institutionen legen. „Gemeinsam mit Vertretern von Kirchen, Vereinen, Schulen und Gewerbe wird über die erforderliche Vernetzung der Tutzinger Zivilgesellschaft, Herausforderungen und Lösungen gesprochen“, heißt es in der Mitteilung.
Gemeinde will „größtmögliche Transparenz“ beim Thema Geflüchtete
In einer zweiten Veranstaltung am Donnerstag, 10. Oktober, geht es dezidiert um die Unterkunft Benedictus-Hof und die Geflüchteten. Erfahrungen mit und von Asylbewerbern in den vergangenen Jahrzehnten werden Thema sein. Bis dahin „sollte die Gemeinde auch zusätzliche Informationen von den entsprechenden Behörden erhalten, wer, wann und von wo zu uns nach Tutzing kommt“, berichtet die Gemeinde. Zu Wort kommen werden an diesem Abend Vertreter des Landratsamts, der Ökumenische Unterstützerkreis, die Benediktinerinnen, die das Grundstück zur Verfügung stellen, sowie Migrantinnen und Migranten, die schon länger im Ort leben.
Am Freitag, 8. November, kurz vor dem geplanten Bezug der Unterkunft findet ein Diskussions- und Informationsabend mit Richard Reischl, dem Bürgermeister der Gemeinde Hebertshausen (Landkreis Dachau) statt. Hebertshausen gelte auf kommunaler Ebene als Vorzeigemodell in Bezug auf gelungene Integration, heißt es aus dem Tutzinger Rathaus. „Dort werden nicht nur deutlich mehr Geflüchtete aufgenommen als durch den Verteilungsschlüssel verpflichtend vorgesehen, sondern diese auch durch ein umfangreiches zivilgesellschaftliches Engagement vorbildlich integriert. Hebertshausen schafft dabei gewinnbringende Chancen und Potenziale für sich als Kommune, die ,Alteingesessenen‘ und die frisch Hinzugekommenen.“
Die Unterkunft in Tutzing baut wie jene in Feldafing und Etterschlag das Landratsamt im Auftrag des Freistaats Bayern.