Berglern - Familie, Freunde und Gemeinde trauern um Albert Furtner, der im Alter von 67 Jahren durch einen Arbeitsunfall aus dem Leben gerissen wurde.
Die Gemeinde Berglern ist ärmer geworden. Mit Albert Furtner ist bei einem entsetzlichen Arbeitsunfall ein Bürger mitten aus dem Leben gerissen worden, der sich wie nur wenige um die Gemeinde und das Wohl der Bürger verdient gemacht hat.
Der 67-jährige Landwirtschaftsmeister war ein Aktivbürger, der sich eingesetzt hat für seine Mitmenschen, sei es als Landwirt, als katholischer Mitchrist oder als Kommunalpolitiker. Er ist darum auch mit der Bürgermedaille in Gold ausgezeichnet worden. Er hinterlässt Ehefrau Irmgard sowie die Kinder Albert, Christina und Andreas jeweils mit ihren Familien.
Albert Furtner war aktiv im Bayerischen Bauernverband, im Gemeinderat auch Landwirtschaftsreferent zusammen mit der Ratskollegin Anna Mayr. Von 1991 bis 2007 war er im Vorstand des Bayerischen Bauernverbandes in Berglern. Wenn es um die Sorgen und Nöte seiner Berufskollegen ging, war er da und konnte, wenn es nicht so ging, wie er sich das vorstellte, auch schon mal ungemütlich werden.
Unermüdlich als Kirchenpfleger
Er wurde aber nie grob oder ausfallend, vielmehr war er konsequent, kämpferisch. Unvergessen sind beispielsweise seine Anrufe in der Redaktion vom Erdinger Anzeiger, wenn der Biber mal wieder gewütet hatte und Felder zu vernässen drohten. Dann konnte er sehr bestimmt werden: „Da müssen wir mal zusammen rausfahren, das müsst ihr euch anschauen. Da müssen wir jetzt endlich mal was machen!“
Und dann war er schon wieder der freundliche Gastgeber, wenn der Reporter vor der Tür stand: „Wir nehmen meinen Traktor, sonst wird dein Auto dreckig.“ So war er, wenn es um die Landwirtschaft ging. Seine Berufsstandskollegen werden seinen Einsatz vermissen.
Kirchenpfleger war er seit 2013, seit 2007 in der Kirchenverwaltung. Und als solcher hat er eine lange Liste von Projekten, die er maßgeblich mit angestoßen hat. Beispielsweise 2008 die Außensanierung der Pfarrkirche Peter und Paul.
Glanzstücke in jüngerer Zeit waren die Innensanierung der Kirche in Berglern, die im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte, und die Verbesserung der Außenbereiche der Kirche in Niederlern, beides Vorhaben, die er parallel vorangetrieben hat.
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Kämpferisch als Gemeinderat
Vom Bauen hat er tatsächlich etwas verstanden. Irmgard Furtner, seine Witwe meint: „Er war eigentlich ständig am Bauen.“ Die Kirche hat von diesem Erfahrungsschatz unmittelbar profitiert.
28 Jahre lang war Albert Furtner kommunalpolitisch tätig. Wenn am 24. Oktober der Gemeinderat zusammenkommt, wird er vor der traurigen Pflicht stehen, über die Listennachfolge zu entscheiden.
Albert Furtner hat seine Stimme längst nicht nur dann erhoben, wenn es um die Landwirtschaft ging. Und er hat sie oft erhoben, war dabei auch nicht immer bequem. Er war ein Verfechter pragmatischer, zuweilen überraschender Lösungen, schwor auf Ehrenamtliche, mit denen er, wenn es um kirchliche Projekte ging, viele gute Erfahrungen machte. Und immer wieder war er es, der auf den Geldbeutel der Gemeinde schaute.
Der Verstorbene war einer der Männer der ersten Stunde bei den Freien Wählern Berglern, für die der Verlust darum besonders groß ist. Albert Furtners Verdienste aber bleiben.