Die Gastronomie leidet unter steigenden Kosten, beispielsweise durch höhere Energie- oder Lebensmittelpreise. Diese können jedoch nicht an die Kunden weitergegeben werden, da die Gerichte sonst zu teuer würden. Ein Schnitzel-Teller für fast 25 Euro sei bereits "schwer vermittelbar", wie Mecklenburg-Vorpommerns Tourismusminister Wolfgang Blank kürzlich erklärte.
Ein Stück Kuchen für 6,80 Euro ebenso wenig, findet ein Café-Betreiber und öffnet daher nicht mehr an Sonntagen. Ein User der Communityplattform Reddit entdeckte ein kurioses Schild im Fenster eines ungenannten Cafés und stellte es online.
Wirt schließt Sonntagscafé wegen 6,80 Euro-Torte: "Wenn man bedenkt, dass ein großer Kaffee für rund vier Euro verkauft wird ..."
Auf dem Schild steht die Frage: „Wären Sie bereit, 6,80 Euro für ein Stück Torte zu bezahlen?“ Und weiter: „Nein!!!?? Wir ehrlich gesagt auch nicht! Das wäre jedoch der Preis, den wir Ihnen aufgrund der stark gestiegenen Preise für Lebensmittel, Rohstoffe, Energie und Mitarbeiter berechnen müssten, um wirtschaftlich arbeiten zu können.“ Aus diesem Grund habe man sich entschieden, das Sonntagscafé weiterhin geschlossen zu halten.
Torte 6,80 Euro? "Ich wohne in Zürich, ich verstehe die Frage nicht …"
Die Reddit-Community hat sich offenbar allerdings inzwischen schon an die gestiegenen Preise gewöhnt. "Das kommt absolut auf die Torte an. Aber ich würde schon 6,80 Euro hinlegen, wenn es keine aufgetaute ist", lautet ein Kommentar.
"Wenn man bedenkt, dass ein großer Pott Kaffee für rund vier Euro verkauft wird, erscheinen einem die 6,80 Euro für ein Stück handwerklich hergestellte Torte wie ein Geschenk. Vor allem, wenn man die Zutaten und den Arbeitsaufwand vergleicht", schreibt ein anderer. "Ich wohne in Zürich, ich verstehe die Frage nicht …", kommentiert ein weiterer mit einem Augenzwinkern.
Gen Z wehrt sich mit Heim-Cafés gegen hohe Kaffeepreise und spart Geld
Immer mehr junge Leute sehen nicht nur an Sonntagen von teuren Cafébesuchen ab. Die Generation Z spart Geld, indem sie zu Hause ihr eigenes "Home Café", auch "Apartment Café" genannt, betreibt. Diese Heim-Cafés sind voll ausgestattet, um den Besuch eines echten Cafés zu simulieren. Sie verwandeln dabei ihre Küchen in gemütliche, individuell eingerichtete Coffee Shops, mit Speisekarten und Barista-Uniformen.
Gespart wird auch am Kaffee. Den holen sich viele inzwischen nicht im Café, bereitet man sich zu Hause. So macht es auch Marlene, die ihren selbstgemachten Eiskaffee in einen To-Go-Becher gießt und unter ihr TikTok-Video schreibt: "Erinnerung, morgen früh deinen Kaffee zu hause zu machen und die 7 Dollar (etwa 6,30 Euro) zu sparen."