Elektriker-Notdienst verlangt fürs Umlegen eines Schalters in München 620,90 Euro

Ausgerechnet an dem Abend, an dem eine Münchnerin eine wichtige Arbeit am Computer erledigen musste, fiel bei ihr der Strom aus. Sie kontrollierte die Sicherungen, rief erfolglos beim Hausmeister an und fand schließlich im Internet auf einer seriös wirkenden Seite einen Elektriker-Notdienst. 

"Mir war schon bewusst, dass das mit Extra-Kosten verbunden ist", sagte sie der Münchner Zeitung "tz"

Elektriker-Notdienst verlangt fürs Umlegen eines Schalters 620,90 Euro: "Mir wurde schwindelig"

Der Handwerker erschien zeitnah und löste das Problem, indem er einen Schalter im Sicherungskasten umlegte. Die Münchnerin wollte mit EC-Karte zahlen, doch der Handwerker verlangte Bargeld, das die Frau nicht da hatte. Der Mann bot ihr an, sie zu ihrer Bank zu fahren.   

Während der Fahrt überreichte er ihr dann die Rechnung, die sich auf stolze 620,90 Euro belief. 229 Euro für die Notdienst-Abrufbereitschaft, 49,90 Euro pro Arbeitseinheit und 119 Euro ohne erkennbare Zuordnung. "Mir wurde schwindelig, ich war wie ferngesteuert", so die Münchnerin in der „tz“. Sie zahlte, der Handwerker rauschte ab.

4 Tipps gegen Handwerker-Abzocke

Stromausfall, Wasserrohrbruch, verstopfte Toilette: In Situationen wie diesen hoffen Betroffene wie die verzweifelte Frau in München auf schnelle Hilfe. Handwerkernotdienste versprechen diese. Doch unter vielen seriösen Anbietern wittern auch schwarze Schafe ihre Chance. Sie wollen sich ihre Dienste mit horrenden Preisen vergolden lassen, die überrumpelte Kunden  zunächst zahlen.

"Chip.de" hat Tipps gesammelt, die man in der Notsituation befolgen sollte. 

  • 1. Suchen Sie sich schon vorbeugend seriöse Anbieter am Wohnort, deren Kosten transparent einsehbar sind. Speichern Sie diese Nummern im Handy oder deponieren Sie die Notiz in der Geldbörse oder unter der Fußmatte.
  • 2. Scrollen Sie bei der Recherche in Suchportalen lieber etwas runter. Manche unseriöse Anbieter landen mit gekauften Anzeigen weit oben bei den Suchergebnissen.
  • 3. Klären Sie direkt am Telefon, woher der Anbieter kommt. Lokale Notdienste haben kürzere Anfahrten und sind daher oft günstiger als überregional tätige. Apropos Kosten: Fragen Sie nach, mit welchem Preis Sie rechnen können.
  • 4. Unterschreiben Sie nur Rechnungen, deren Einzelpositionen Sie nachvollziehen können und tatsächlich durchgeführt wurden. Nicht erfolgte Leistungen sind zu streichen. Sie müssen die Rechnung auch nicht sofort begleichen, eine Drohung mit der Polizei oder einem Inkassounternehmen ist haltlos.