Sitzbank liegt in Trümmern: Zerstörungswut oder ein Unfall?

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Buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht wurde diese Sitzbank nahe Petershausen. © ps

Wieder einmal wird in der Gemeinde Petershausen eine Sitzbank komplett zerstört. Bürgermeister Marcel Fath geht von einem Unfall auf und vermutet Fahrerflucht.

Petershausen – Über die enorme Zerstörungswut mancher Leute kann Josef Wiesheu aus Petershausen nur noch den Kopf schütteln. Gerade wieder ist eine der Sitzbänke, die in der Natur rund ums Dorf zum Ausruhen einladen, vollkommen demoliert worden. „Da saßen immer gerne Spaziergänger, weil man von dort eine herrliche Aussicht hat.“ Vorbei. Sogar die Betonauflage der Holzbank wurde zerstört, „die ganze Bank liegt in Trümmern am Boden.“

Josef Wiesheu hat viele Bänke aufgestellt

Leider kein Einzelfall. Seit Josef Wiesheu vor gut 20 Jahren angefangen hat, auf eigene Initiative im Ort hier und dort Ruhebänke aufzustellen, gehe das so. „An die 25 bis 30 Bänke wurden kaputtgemacht über die Jahre.“ Lange Jahre war Josef Wiesheu unter anderem als Vorstand der Gemeinschaft der Körperbehinderten aktiv. Als Mitglieder klagten, im Dorf könne man gar nicht schön spazierengehen, weil es keine Sitzgelegenheit für kurze Pausen gebe, wurde er aktiv.

„Zunächst habe ich zwölf Bänke gemacht und aufgestellt, danach immer mal wieder weitere“. Die Auflage aus Beton bekam er anfangs von der Bahn, später hat er sie selbst betoniert.

Auch die Gemeinde hat weitere Sitzbänke aufgestellt. Eine schöne Initiative. Denn die Bänke sind nicht nur eine willkommene Möglichkeit für ältere Menschen, auf ihrem Spaziergang kurz auszuruhen. Sondern auch ein Treffpunkt, wo Menschen einfach einmal auf einen Ratsch zusammensitzen können. Doch leider gab es von Anfang an Vandalismus. „Die erste Bank war schon nach einem Jahr kaputt, an der Glonnbrücke in Asbach wurde die mehrfach erneuerte Bank immer wieder zerstört, da steht jetzt keine mehr“, berichtet Wiesheu. Auch in der Glonn sind hin und wieder Bänke gelandet.

Marcel Fath vermutet diesmal Fahrerflucht

Auch Rathauschef Marcel Fath bestätigt, dass im Gemeindebereich immer mal Bänke und anderes mutwillig zerstört wird. „Aber der Vandalismus ist weniger geworden und momentan weniger schlimm, als er schon war, da bin ich froh.“ Und bei der aktuell zerstörten Bank gehe es wohl nicht um vorsätzliche Zerstörung, eher um Fahrerflucht, so der Rathauschef. Nach Einschätzung der Bauhofmitarbeiter jedenfalls, die ebenfalls schon vor Ort gewesen sind, habe wohl ein landwirtschaftliches Fahrzeug die Kurve nicht richtig genommen und dabei die Bank umgedrückt. Allerdings: Kaputt ist die Bank trotzdem. „Und gemeldet hat sich bis heute niemand.“

Die Gemeinde ist bemüht, beschädigte Bänke zu ersetzen. Inzwischen mit Exemplaren aus einem Holz-Kunststoff-Gemisch, „das ist robust und fast unzerstörbar“, sagt der Rathauschef. Josef Wiesheu zieht derweil sein persönliches Fazit: „Bänke mache ich jetzt keine mehr, das bringt nichts.“

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