Heimliche Umgehung durch Piesenkam: Viel Verkehr, keine Lösung

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Das Straßenfest auf der Warngauer Straße im Juni 2024 verlief fröhlich, diente aber einer ernsten Sache: Die Piesenkamer wehren sich gegen die Verkehrsbelastung. © Stefan Schweihofer

Die Piesenkamer Ortsdurchfahrt wird als Umgehung von Holzkirchen genutzt. Die Belastung für den Ort zu vermindern, scheint aber kaum möglich.

Waakirchen - Wenn Pendler im Berufsverkehr die Ortsdurchfahrt Piesenkam als Südumgehung von Holzkirchen nutzen, führt dies zur „schlimmsten Verkehrssituation, die wir in der Gemeinde haben“, sagt Waakirchens Bürgermeister Norbert Kerkel. Schon lange wird diskutiert, welche Maßnahmen helfen könnten, es gab zwei Bürgerversammlungen im Piesenkamer Feuerwehrhaus und ein montägliches Straßenfest als Protestaktion. Jetzt hatte Kerkel ein drittes Mal zu einer Info-Veranstaltung für die Bürger eingeladen, diesmal mit Vertretern der Polizei, des Landratsamts und des Zweckverbands Kommunale Dienste Oberland. „Es waren alle Player dabei“, berichtet Kerkel. Aber: Sein Fazit des Abends ist ernüchternd.

Sperrung, Ampel, Schwellen: Alles nicht möglich

Im Gespräch waren Maßnahmen, um die Route für Pendler weniger attraktiv zu machen. Am liebsten wäre den Piesenkamern eine Sperrung der Warngauer Straße. „Aber das geht nicht“, sagt Kerkel. Es handle sich um eine Ortsverbindungsstraße, die müsse offen bleiben. Eine Ampel an der Engstelle? Ist wegen des zu erwartenden Rückstaus nicht genehmigungsfähig. Schwellen, Matten oder sonstigen Hindernisse würden nach Überzeugung der Verantwortlichen den Anwohnern viel Lärm bescheren und obendrein wenig Bremswirkung entfalten. „Es geht eigentlich alles nicht“, stellt Kerkel fest.

Leider, so der Bürgermeister, sei man an diesem Abend zu der Erkenntnis gelangt, dass das Verkehrsproblem an dieser Stelle kaum zu lösen sei. Es werde noch geprüft, ob vielleicht ein Teilabschnitt, eine Stichstraße, gesperrt werden dürfe und ob damit ein Effekt zu erzielen ist. Zudem werde der Zweckverband häufiger Geschwindigkeitskontrollen durchführen.

„Helfen würde nur eine Umgehung“

„Helfen würde nur eine Umgehung“, meint Kerkel. Doch die sei nach dem Holzkirchner Bürgerentscheid in weite Ferne gerückt. So nutzen Pendler zwischen Bad Tölz und Holzkirchen die Warngauer Straße durch Piesenkam als Verbindung der B 13 mit der B 318. Problematisch ist vor allem eine Engstelle im Ort, die den Begegnungsverkehr oft auf den Gehsteig ausweichen lässt. Zählungen zufolge rollen an Spitzentagen bis zu 4000 Fahrzeuge durchs Dorf.

Piesenkamer fühlen sich im Stich gelassen

Zur Versammlung waren rund 15 Anwohner ins Feuerwehrhaus gekommen, weniger als bei den ersten beiden Treffen. „Es ist frustrierend“, sagt einer von ihnen. Als Piesenkamer fühle man sich im Stich gelassen. Es sei an dieser Stelle schon ein Radler angefahren worden, aber trotzdem werde nichts getan, um die Gefahrenstelle zu entschärfen. Es gebe auch Möglichkeiten, die Strecke wegen der geringen Breite aus den Navigationssystemen nehmen zu lassen, doch dies sei bei der Versammlung nicht zur Sprache gekommen.

Ruhen lassen will die Dorfgemeinschaft das Thema Verkehr nicht – zumal das Kommunalunternehmen der Gemeinde an der Warngauer Straße Wohnhäuser errichten will. Die Zahl der Anwohner wird also noch wachsen.

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