Das Hotel Seegarten in Bad Wiessee hat eine Traumlage, ist baulich aber in einem miserablen Zustand. Der Eigentümer plant daher einen Neubau auf dem Areal. Im Gemeinderat wurden die Pläne fürs neue Seegarten nun erstmals öffentlich vorgestellt. Das Gremium zeigte sich hochzufrieden.
Bad Wiessee - Im Jahr 2021 hat der Immobilienentwickler Rock Capital Group gleich doppelt zugeschlagen in Bad Wiessee: Das Unternehmen aus Grünwald erwarb sowohl das Hotel Seegarten am Wiesseer Seeufer als auch das Berghotel Sonnenbichl. Auf beiden Grundstücken sollen die Altbestände abgerissen und durch neue Hotelbauten ersetzt werden. „Die beiden Projekte werden miteinander entwickelt“, erklärte Bauamtsleiter Anton Bammer in der Gemeinderatssitzung, in der es diesmal ums Seegarten ging. Das ehemalige Hotel hatte bis zum Sommer 2023 noch als Flüchtlingsunterkunft gedient, steht seither aber leer.
Fünf Architektur-Büros hatten Entwürfe fürs neue Seegarten eingereicht
Fünf Architektur-Büros hatte die Rock Capital Group mit Machbarkeitsstudien für ein neues Hotel am See beauftragt. Ähnlich wie beim künftigen Hotel Sonnenbichl waren die Gemeinderäte in den Prozess offenbar bereits intensiv eingebunden. Projektentwickler Thomas Beer von Rock Capital sprach von einem „ehrlichen und offenen Austausch“. Man habe letztlich den Entwurf vorangetrieben, für den sich der Gemeinderat entschieden habe.
Neues Hotel soll aus zwei Baukörpern bestehen
Wie die zuständige Architektin Julia Schmid vom Münchner Büro Auer Weber erläuterte, sind zwei Baukörper geplant: ein Haupthaus an der Stelle des jetzigen Hotels Seegarten sowie ein kleineres Gebäude auf dem derzeitigen Parkplatz. Über einen Sockel-Baukörper aus Beton oder Naturstein, der sich nur von der Seepromenade her zeigt, werden die beiden Holzhäuser miteinander verbunden. Zur Promenade hin werde es „ein tolles gastronomisches Angebot“ geben, berichtete Schmid. Wie zuvor schon Beer betonte auch Schmid, dass man sich der sensiblen und prominenten Lage bewusst sei: „Daraus erwächst eine Verantwortung.“
Sichtachsen zum See hin sollen bestehen bleiben
Die beiden „schlichten Baukörper“ werden laut Schmid weiterhin einen Sichtbezug von der Straßenseite zum See hin zulassen. Entstehen sollen insgesamt 49 eher kleinere Hotelzimmer. Die Firsthöhe des Haupthauses wird gemäß Planung 13 Meter betragen und wäre damit 45 Zentimeter höher als beim Bestandsgebäude. „Von der Kubatur und Höhe fügt sich das wunderbar ein“, betonte Raphael Huber, Leitung Architektur und Projektmanagement bei der Rock Capital Group. „Die Gebäude wirken, als wären sie schon immer da gewesen.“
CSU-Fraktionssprecher: „Das ist wirklich schön geworden“
CSU-Sprecher Florian Sareiter, der die Lage als „Zentrum der Wiesseer Bucht“ beschrieb und vor allem die verbleibenden Sichtachsen zum See hin für wichtig erachtete, lobte die Entwürfe fürs neue Seegarten: „Das ist wirklich schön geworden.“ Dass es eine öffentliche Gastronomie geben werde, die von der Seeseite her zugänglich sei, bezeichnete er als „Mehrwert“ für die Wiesseer. Sareiters Fazit: „Das sind keine übertriebenen Bauten.“
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Gute Zusammenarbeit mit dem Investor gelobt
Ein Thema war noch die Fassadengestaltung. „Die haben wir intensiver diskutiert, da gefällt nicht allen alles“, berichtete Johannes von Miller. Mit der Mischung aus Holzbauweise und dem hellen Betonsockel zeigte sich der Grünen-Gemeinderat einverstanden: „Der Kontrast ist in Ordnung.“ CSU-Kollege Peter Kathan hob die gute Zusammenarbeit mit der Rock Capital Group hervor. „Die saugen unsere Anregungen regelrecht auf“, meinte Kathan und fügte hinzu: „Da haben wir in Bad Wiessee auch ganz andere.“
Per einstimmigem Beschluss erklärte sich der Gemeinderat mit der Weiterentwicklung der Planungen auf dieser Basis grundsätzlich einverstanden. Nachdem die Aufstellung des Bebauungsplans für das Areal Seegarten bereits Mitte 2024 beschlossen worden war, kann der Investor nun parallel auch die Bauleitplanung für das Neubauprojekt vorantreiben.
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