Erster Beschluss für ein neues Sport- und Familienbad

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Der Badepark mit seinen Attraktionen wird schmerzlich vermisst. Nach dem neuen Entwurf des Arbeitskreises soll es aber auch im neuen Bad ein Planschbecken geben. © Thomas Plettenberg

Bad Wiessee hat den Anfang gemacht und ein Hallenbad für 28,6 Millionen Euro beschlossen. Doch das ist nur der erste Beschluss: Gebaut werden kann nur, wenn die Nachbarn mitziehen. Auch Kreuth und Waakirchen sollen überzeugt werden, mit an Bord zu kommen.

Bad Wiessee – Bad Wiessee hat Ja gesagt: Als erstes kommunales Gremium im Tegernseer Tal hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem neuen Konzept für ein talweites Sport- und Familienbad zugestimmt. Die Kosten für den Bau, der auf einem Teilstück des einstigen Badepark-Geländes entstehen soll, werden auf etwa 28,6 Millionen Euro geschätzt. Der Blick der Wiesseer richtet sich nun auf die Nachbarkommunen: Auch von ihnen erhofft man sich ein schnelles, positives Votum. „Bad Wiessee ist bereit – wir wollen die nächste Phase zünden“, sagte Florian Sareiter (CSU) als Mitglied des Arbeitskreises (AK) Kommunales Schwimmen. Dieser hatte das erweiterte Konzept ausgearbeitet (wir berichteten).

Mehr als ein reines Zweckbad

Das neue Konzept bietet sehr viel mehr als der erste Vorschlag“, machte Bürgermeister Robert Kühn (SPD), zugleich Vorsitzender des AK, deutlich. Statt eines rein zweckmäßigen Sportbads soll eine für Familien attraktive Einrichtung mit einem 25-Meter-Sportbecken mit fünf Bahnen, einem Lehrschwimmbecken mit Hubboden, einem Kinderplanschbecken, einem Ein-Meter-Sprungbrett und einer Textilsauna entstehen. Neben den Baukosten müssten die Gemeinden nach ersten Schätzungen für einen jährlichen Gesamtverlust von etwa 2,3 Millionen Euro aufkommen.

Bis Ende April sollen alle Kommunen abstimmen

Bis Ende April, so hatte der Arbeitskreis deutlich gemacht, sollen alle Kommunen über den gemeinsamen Beschlussvorschlag abstimmen. Besonders spannend dürfte werden, wie sich die abtrünnig gewordenen Gemeinden Kreuth und Waakirchen verhalten werden. In dem Beschlussvorschlag heißt es: „Die Bürgermeister, und wenn gewünscht Beisitzer, werden die Gemeinden Kreuth und Waakirchen vom Beitritt in die Solidargemeinschaft überzeugen.“ Ein Passus, der ein gewisses Gelächter im Sitzungssaal erzeugte.

Dass es nur gemeinsam geht, erklärte aber auch Florian Sareiter. „Wir möchten eine solidarische Lösung.“ Sareiter betonte, dass Bad Wiessee viel einbringe in das Projekt. So stelle die Gemeinde das Grundstück kostenlos zur Verfügung und schaffe eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen. „Ich kann nur die Daumen drücken. Es wäre schade, ja fast eine Schande, wenn wir das nicht hinbekommen“, sagte er.

Schwieriger Weg zum neuen Konzept

Johannes von Miller (Grüne), der zweite Wiesseer Abgesandte in den Arbeitskreis, berichtete, dass es bis zu diesem Punkt eine spannende, aber auch schwierige und zeitaufwendige Reise gewesen sei. „So etwas geht nicht ohne Reibungen.“ Miller betonte, dass es sich bei den genannten Kosten nur um erste Schätzungen handle. Immerhin seien die Gründungskosten, die auf dem Wiesseer Areal anfallen werden, noch nicht bekannt. Dazu wird ein Bodengutachten in Auftrag gegeben.

„Die Hand auf den Auslöser gelegt“

Als „wirklichen Silberstreif am Horizont“ bezeichnete Bernd Kuntze-Fechner (SPD) das neue Konzept. „Wir hätten auch die kleine Lösung mitgetragen“, erinnerte er an die Abstimmung zum ersten Entwurf. Aber auch der jetzige Vorschlag passe für ihn. Kuntze-Fechner machte deutlich: „Auch für uns sind die Bau- und Betriebskosten schwer zu schultern.“ CSU-Kollege Kurt Sareiter appellierte an die anderen Tal-Kommunen – fix mit an Bord sind derzeit neben Bad Wiessee noch Tegernsee, Rottach-Egern und Gmund –, sich unbedingt am erweiterten Konzept zu beteiligen: „Das wird eine schöne Sache.“

Am Ende gab‘s das gewünschte deutliche Votum: Einhellig stimmten die Wiesseer Gemeinderäte für den Beschlussvorschlag. „Bad Wiessee hat als Erstes die Hand auf den Auslöser gelegt“, stellte Bürgermeister Kühn am Ende erfreut fest. Er hoffe, dass die anderen nun nachziehen.

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