Frank Heppner, Betreiber des „Au Lac 51“ in Rottach-Egern, soll zum Netzwerk um Heinrich XIII. Prinz Reuß gehört haben. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart hat ihn jetzt angeklagt.
Rottach-Egern - Ausgerechnet am Dienstag (25. März), dem Tag, an dem er am späten Nachmittag in der Tegernseer Pfarrkirche St. Quirinus um seinen verstorbenen Geschäftspartner und Kochkollegen Dieter Maiwert trauert, befindet sich Frank Heppner (64) in einer prekären Situation. Laut einer Agenturmeldung hat die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart im Komplex um die Umsturzpläne des mutmaßlichen Reichsbürgernetzwerks um Heinrich XIII. Prinz Reuß jetzt vier weitere mutmaßliche Mitglieder angeklagt. Darunter: Frank Heppner aus Gmund.
Auch ein Ehepaar und zwei Männer aus Pforzheim sind demnach unter den Angeklagten. Ihnen werde Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Zeitraum Juli bis Dezember 2022 in Tateinheit mit der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vorgeworfen, teilten die Ankläger laut Agenturmeldung am Dienstag (25. März) mit.
„Reichsbürger“-Vorwurf gegen Rottacher Lokalbetreiber: Wegen Cateringauftrag im Fadenkreuz der Ermittler
Was Heppner betrifft, so gehen die Ermittler davon aus, dass der 64-Jährige sich insbesondere um das Verpflegungskonzept für die nach der Machtübernahme der Vereinigung neu aufzustellende sogenannte Neue Deutsche Armee kümmern sollte. Zusätzlich soll er innerhalb der Vereinigung als Ressortverantwortlicher für eine von dieser angestrebten Übergangsregierung gehandelt worden sein.
Auf Nachfrage äußert sich Heppner ganz offen zu der Anklage – die erste in dem bundesweiten Verfahrenskomplex „BAO Schatten“ gegen das Umfeld der bereits vor Gericht stehenden Rädelsführer. „Ich habe schon lange darauf gewartet“, sagt Heppner. Schließlich sei er nach seiner Verhaftung im Dezember 2022 in Kitzbühel und der zeitgleich stattfindenden Durchsuchung seiner Gmunder Wohnung nach Deutschland ausgeliefert worden. Dreineinhalb Monate saß er in Stadelheim in Untersuchungshaft, Ende März 2023 kam er auf freien Fuß. „Ich bin offiziell noch nicht freigesprochen, rechne jetzt aber fest damit“, sagt Heppner freimütig. Zugleich betont er erneut, nichts mit dem Gedankengut der „Reichsbürger“ am Hut zu haben. „Ich bin ins Fadenkreuz der Ermittler gekommen, weil ich damals einen Auftrag für ein Catering hatte“, rechtfertigt sich Heppner erneut. „Ich hatte für drei Tage einen Auftrag als Koch. Mehr nicht. Weder davor, noch danach“, wiederholt der 64-Jährige.
Frank Heppner angeklagt: Das Lokal in Rottach-Egern geht weiter
Ungeachtet dessen führt Heppner weiter das Lokal „Au Lac 51“ an der Seestraße in Rottach-Egern, das er im Juni 2024 als gleichberechtigter Partner mit dem ehemaligen Sternekoch Dieter Maiwert eröffnet hatte. Nach einer schweren Krankheit war Maiwert vor Kurzem 67-jährig verstorben. Heppner, ebenfalls einst Starkoch mit vielen schillernden Adressen in seiner Vita, macht dort weiter. Dass dort auch der vorhandene Wintergarten nachträglich eine Genehmigung des Landratsamts bekommt, davon geht Heppner aus.