Beziehungsexpertin verrät drei Dinge, die emotional intelligente Paare machen

Laut der Paartherapeutin Baya Voce sind Konflikte in einer Beziehung unvermeidlich – selbst bei den stärksten Paaren. Das hätte sie in zehn Jahren Arbeit mit den unterschiedlichsten Paaren gelernt, verrät sie CNBC Make it. Was jedoch die emotional intelligentesten Paare auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten miteinander verbunden zu bleiben.

Drei Strategien zeichnen emotional intelligente Beziehungspartner aus

Die Psychologie-Expertin betont, dass das völlige Vermeiden von Konflikten oft auf ungelöste Probleme hinweist. Entscheidend sei nicht das Ausbleiben von Streit, sondern die Art und Weise, wie Paare mit Meinungsverschiedenheiten umgehen. Dabei zeige sich emotionale Intelligenz, so Voce. Dabei empfiehlt sie ihren Klienten drei Strategien, um Konflikte sinnvoll durchzustehen und daran zu wachsen:

  1. Negative Annahmen vermeiden: Statt dem Partner bei Konflikten automatisch schlechte Absichten zu unterstellen, konzentrieren sich emotional intelligente Paare auf konkrete Verhaltensweisen und deren Auswirkungen. Sie formulieren ihre Gefühle klar und konstruktiv, um Missverständnisse zu vermeiden.
  2. Verantwortung für eigene Emotionen übernehmen: Diese Paare erwarten nicht, dass der Partner ihre Gefühle löst, sondern entwickeln gemeinsam Strategien zur Emotionsregulation. Geplante Pausen und kleine Gesten der Unterstützung helfen dabei, auch in schwierigen Momenten verbunden zu bleiben.
  3. Neugier bewahren: Emotional intelligente Paare bleiben auch bei Meinungsverschiedenheiten neugierig auf die Gedanken und Gefühle ihres Partners. Sie stellen gezielte Fragen, um dessen Perspektive besser zu verstehen, und sehen ihn als Individuum, das sich weiterentwickelt.
Ein Paar sitzt auf einem Tandem
Bei einer funktionierenden Beziehung kommt es darauf an, dass beide in die gleiche Richtung wollen (Symbolbild). IMAGO / ZUMA Press Wire

Studie enthüllt weiteren Beziehungskiller bei deutschen Paaren

Das Magazin "Illustreret Videnskab" berichtet über eine Studie, die über 7000 Paare aus Deutschland über 13 Jahre befragt hat. Dabei stach eine Verhaltensweise heraus, die sich als echter Beziehungskiller entpuppte und eine lange, funktionierende Partnerschaft untergräbt. 

Es handelt sich um die Betrachtung einer Beziehung als Tauschhandel, wenn für jede Leistung eine Gegenleistung erwartet wird. Studienleiter Haeyoung Gideon Park erklärte dem Magazin: "Menschen mit dieser Tauschhandel-Denkweise fühlen sich möglicherweise weniger geschätzt, weil sie die Vorteile einer Beziehung als erwartete Verpflichtungen betrachten und nicht als spontane, liebevolle Handlungen." Im Gegensatz dazu betont Park die Bedeutung einer Gemeinwohlorientierung in gleichwertigen Partnerschaften.

Emotionale Intelligenz: Dieses Verhalten zeichnet sie aus

Dazu ist die von Baya Voce angesprochene emotionale Intelligenz sehr wichtig. Dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit, Gefühle zu erkennen und ihnen angemessen Ausdruck zu verleihen. Laut der Psychologin Amy Morin handeln emotional intelligente Menschen so:

Emotionen bestimmen nicht das Handeln, sondern können bewusst reguliert und genutzt werden. Emotionale Kontrolle bedeutet nicht, Gefühle zu unterdrücken, sondern sie gezielt einzusetzen. Menschen sind selbst für ihre Emotionen verantwortlich und nicht andere. Dampf ablassen verstärkt negative Gefühle oft, statt sie zu lindern. Schließlich sind unangenehme Gefühle eine Chance für persönliches Wachstum, wenn man bereit ist, die Komfortzone zu verlassen.