Heim in Bayern kauft 28.000-Euro-Roboter für einsame Rentner: "Habe mich gut mit ihm unterhalten"

Während sich bei einigen Menschen an den Feiertagen ein Besuch an den nächsten reihte, war Weihnachten für andere die Zeit im Jahr, in der das Gefühl von Einsamkeit besonders hart zuschlägt. Doch auch nach den Festtagen bleibt vor allem bei vielen älteren Menschen das Gefühl, allein gelassen zu werden.  

Sozial-Roboter im Pflegeheim als Gesprächspartner für Senioren

Aus diesem Grund ist Ende November im Senioren- und Pflegeheim Wasserburg der 72 Zentimeter große, 8 Kilo schwere Sozial-Roboter Navel mit dem großen Kopf, den großen Augen und der hellen Stimme eingezogen. Er soll mit den Rentnern ins Gespräch kommen. 

"Er ist ein bisschen lustig, und ich habe mich gut mit ihm unterhalten", bestätigte die 86-jährige Hannelore, die seit fast zwei Jahren im Betreuungszentrum wohnt, dem "Oberbayerischen Volksblatt" (OVB). 

Altersheim kauft 28.000 Euro Sozial-Roboter: "Die Bewohner sind bisher relativ begeistert" 

Auch die anderen Senioren mögen den Neuzugang. "Die Bewohner sind bisher relativ begeistert", erklärte Fabian Leitmannstetter, Teil der Geschäftsführung, dem "OVB". Navel kann den Bewohnern eine Geschichte erzählen, sich mit ihnen unterhalten und sich Gesichter und Stimmen merken. Er bleibt dabei immer höflich. 

Allerdings werde Navel nur zur Unterhaltung eingesetzt, denn "Pflege wird weiterhin und auch in Zukunft nur von Mensch zu Mensch stattfinden", so Leitmannstetter.

Nicht nur im Alterheim in Wasserburg kommt ein Sozial-Roboter zum Einsatz, deutschlandweit gibt es laut Branchenmagazin "dup" (Stand: Mai 2025) 32 seiner Kollegen in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen: stationäre Altenpflege, Tagespflege, Geriatrie von Kliniken, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. 

Sozial-Roboter Navel kostet 28.000 Euro als Einmalpreis oder 980 pro Monat Leasing

"Wir verkaufen den sozialen Roboter Navel für 28.000 Euro als Einmalpreis beziehungsweise gibt es ihn für 980 Euro pro Monat per Leasing. Bei diesen Preisen sind aktuell Schulung, kontinuierliche Updates, Sprechstunden und Support inkludiert", erklärte Claude Toussaint, Gründer und CEO des Münchener Unternehmens gegenüber "dup".  

Und der Bedarf wächst: Nach der Pflegekräftevorausberechnung des Statistischen Bundesamts „wird der Bedarf an erwerbstätigen Pflegekräften ausgehend von 1,62 Millionen im Vor-Corona-Jahr 2019 voraussichtlich um ein Drittel (+ 33 Prozent) auf 2,15 Millionen im Jahr 2049 steigen“.