Die Palette der Darbietungen ist breit gefächert: vom Chorgesang über Cello und Tanz bis hin zur digitalen Zeichenkunst. Die mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstler begeistern das Publikum nicht nur durch Können, sondern auch durch Humor und Schlagfertigkeit.
Landsberg – „Kunst ist nicht alles, aber ohne Kunst ist alles nichts.“ Mit diesen Worten begrüßt die stellvertretende Landrätin Margit Horner-Spindler Preisträger und Gäste der diesjährigen Verleihung des Kulturförderpreises im Stadttheater Landsberg. „Es sind Menschen wie Sie, die unsere Gesellschaft bereichern“, würdigte sie die Leistungen und das Engagement der Preisträger, bevor sie an BR-Moderator Thorsten Otto übergab. Wie in den beiden vorangegangenen Jahren führte Otto humorvoll und wortgewandt durch den Abend und entlockte den Künstlerinnen auch die eine oder andere schlagfertige Antwort.
Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg 2025: Ein Sonderpreis für den Jungen Chor
Die Sonderpreisträger dieses Jahres waren die Mitglieder des Jungen Chors der Stadtpfarrkirche Landsberg, die den Abend mit der Komposition „O et o, cum jubilo“ von Enjott Schneider auch eröffneten. „Wir sind 20 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 14 und 27 Jahren“, beginnt der Film, mit dem der Chor sich selbst vorstellt. Im Jahr 2010 gegründet, entwickelte er sich unter der professionellen Leitung von Marianne Lösch stetig weiter und tritt schon sehr bald international auf. Johannes Skudlik spart in seiner Laudatio deshalb auch nicht mit Lob für die Chorleiterin und die Sängerinnen und Sänger: „Was euch auszeichnet, sind Stetigkeit und Kontinuität, Disziplin und ein hohes Qualitätsbewusstsein.“
Auf die Disziplin im Chor kommt im Gespräch mit Thorsten Otto auch eine der Sängerinnen zu sprechen. „Es ist eine gute Mischung aus Disziplin und ein bisschen Chaos“, die den Chor so weit gebracht habe. Dazu noch jede Menge Eigeninitiative, weil alle Chormitglieder „super viel Lust daran haben“. Nur so sei zu erklären, dass bei nur einer Probe pro Woche solch eine Qualität zustand komme.
Die Cellistin Elena Gröger: „Du bist der Knaller“
„Man wird regelrecht angesteckt von der Energie, die Elena auf die Bühne bringt“, schwärmt Marlis Mielke in ihrer Laudatio auf die Cellistin Elena Gröger. Die 21-jährige Echingerin spielt seit ihrem dritten Lebensjahr Klavier und wünscht sich zu ihrem vierten Geburtstag ein Cello. Mit sechs Jahren nimmt sie zum ersten Mal bei „Jugend musiziert“ teil und verleitet mit ihrem Klavierspiel eine Jurorin zu dem Ausspruch: „Du bist der Knaller.“ Von da an reiht sich ein musikalischer Erfolg an den nächsten. Während ihrer Schulzeit an einem musischen Gymnasium übt sie oft die Nächte durch, um nicht nur ihr eigenes Programm zu lernen, sondern auch, um ihre Mitschüler auf dem Klavier oder Cello begleiten zu können. Ihr Fleiß und ihr Können verhelfen ihr dann auch zu einer Abiturnote von 1,0 und im Anschluss zu ihrem Traum-Studienplatz an der Züricher Hochschule der Künste. Obwohl Elena Gröger sich in der Oberstufe auf das Cello konzentrierte, spielt sie Klavier immer noch auf Konzert-Niveau und gibt neben Cello- und Klavierstunden auch noch Segelunterricht für Kinder.
Emma Meuser und die digitale Zeichenkunst
Die bildende Künstlerin Emma Meuser aus Schondorf gibt einen Einblick in ihr Können, noch während Dr. Silvia Dobler die Laudatio auf sie hält. Die 21-jährige Studentin sitzt dabei auf einem Hocker und zeigt mittels ihres Tablets live auf einer großen Leinwand in ihrem Rücken ihre Skizzen und Zeichnungen, bei denen sehr oft Shrimps im Mittelpunkt stehen. „Das sind unglaublich niedliche Tiere und sie schmecken gut“, antwortet Meuser auf Ottos Frage, warum sie sich ausgerechnet Shrimps als Motiv ausgesucht hat.
Gezeichnet habe sie schon ihr ganzes Leben lang, verrät sie im Gespräch. „Ich war Beauftragte für Geburtstagskarten für Oma und Opa“, sagt sie. In der 6. Klasse habe sie dann beschlossen: „Ich will so richtig gut werden in Kunst und seitdem sitze ich dran und bringe es mir selber bei.“ Meuser zeichnet analog und digital und findet ihre Inspiration online. „Der Quatsch inspiriert mich dabei am meisten“, sagt sie mit einem schalkhaften Lächeln. Nach ihrem Traum gefragt, antwortet sie: „Der Traum ist natürlich immer, von der Kunst zu leben. Aber ich weiß nicht, ob ich tatsächlich Illustratorin werden will. Wenn man sein Hobby zum Job macht, hat man kein Hobby mehr, und das wäre ja ein bisschen schade.“
Leidenschaft für den Tanz: Alca Cecilia Winter
„Man kann sie gar nicht festlegen auf ein Genre“, sagt Otto in der Anmoderation über die Landsbergerin Alva Cecilia Winter. „Sie ist Regisseurin, sie hat ganz viel Theatererfahrung, sie schreibt – aber ihre größte Leidenschaft gehört dem Tanz“. Ihre erste Bühnenerfahrung sammelt sie bereits mit vier Jahren in einem Theaterstück unter der Regie ihrer Mutter, und im Alter von 15 Jahren wagt sie den Schritt nach Frankreich in die Académie de Ballet Nini Theilade in Lyon. Ihr erstes Theaterstück und zugleich ihre erste Regie-Arbeit, das Kinder-Musical „Draculina“, das im Stadttheater Landsberg aufgeführt wurde, widmet sie dem Laudator Otto Novoa.
„Ich bin überrascht“, antwortet sie auf Thorsten Ottos Frage, wie sie sich jetzt fühle, „weil ich noch ganz am Anfang bin und noch keine krassen Errungenschaften vorzuweisen habe.“ Ob es ihr leichter fiele, ihre Gefühle im Tanz als mit Worten auszudrücken, will Otto dann noch von ihr wissen. Ihre Antwort fällt so schlicht wie sympathisch aus: „Nein, ich glaube, dann wäre ich genauso verwirrt.“
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